mini|St. Johannes der Täufer in Bous mini|Innenraumansicht Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer befindet sich im Ortsteil Bous der Gemeinde Bous-Waldbredimus im Großherzogtum Luxemburg.
Geschichte Die erste Kirche der Pfarrei stand in „Neunkirchen“, dem heutigen Kirchhof zwischen Erpeldingen und Bous. Sie wurde wegen ihrer Baufälligkeit abgetragen. Im Jahre 1792 sollte zu „Neunkirchen“ eine neue Kirche am selben Platz gebaut werden. Die Fundamente derselben waren soweit fertig, als durch die damaligen Koalitionskriege und den Ausbruch der Französischen Revolution alles liegen blieb. In der kleinen Kapelle zu Bous, die früher zum Rosenkranzbeten diente, wurde nun während der folgenden 39 Jahre der Gottesdienst zelebriert.
In den Dörfern der Pfarrei stritt man sich darüber, wo die neue Kirche gebaut werden sollte. Mit Ausnahme von Bous waren alle Dörfer für einen Neubau in „Neunkirchen“. Trotzdem wurde die neue Kirche auf Drängen der Regierung und des Meiers von Bous in Bous gebaut. Der Beschluss wurde gegen Ende des Jahres 1818 gefasst und genehmigt.
Nach langwierigen Vorbereitungen, der Beschaffung der notwendigen Gelder durch Holzverkauf in den Wäldern der verschiedenen Sektionen, der Erstellung der Pläne und der Einholung der oberbehördlichen Genehmigungen kam es erst zehn Jahre später, im August 1828, zur „Verfassung“ des Baues.
Der Bauunternehmer „Meister Combé aus Luxemburg“ wurde für die Summe von 10.000 Florins mit dem Bau der Kirche in Bous beauftragt, der bis zum 1. Juli 1830 „schlüsselfertig“ zu sein hatte. Die Grundsteinlegung erfolgte am 2. Juni 1828. Aufgrund verschiedener Schwierigkeiten und Unvorhergesehenem dauerte der Bau jedoch bis ins Jahr 1831. Am 13. November 1831 konnte schließlich die erste heilige Messe in der neuen Kirche zelebriert werden, nachdem diese am selben Tag gesegnet worden war. Erst 44 Jahre später, am 3. Juli 1875, nahm Nicolas Adames, der erste Bischof von Luxemburg, die Konsekration der Kirche vor.
Im Jahr 1885 wurde die Kirche um zehn Meter in Richtung Chor vergrößert. Gleichzeitig wurde mit diesem Anbau der neue Turm errichtet. Der erste Turm, der zur Straßenseite hin stand, wurde abgetragen und durch ein steinernes Kreuz ersetzt.
Während des Zweiten Weltkriegs, von dem auch die Gemeinde und Pfarrei Bous nicht verschont blieben, erhielt die Kirche mehrere Granateinschläge. Dabei wurden zahlreiche Fenster zerstört, das Gewölbe beschädigt und auch der Turm in Mitleidenschaft gezogen. In den Jahren 1949 und 1950 wurden diese Schäden teilweise behoben, das Gewölbe wurde erneuert und gleichzeitig auch der Boden im Mittelgang. Darüber hinaus erhielt die Kirche eine Warmluftheizung.
Im Jahr 1966 wurde die Terrasse vor der Kirche mit der Treppe erneuert und zweckmäßiger aufgeteilt. Darüber hinaus wurde die steinerne Muttergottesstatue über dem Portal aufgestellt und das Totenehrenmal angebracht. Beide Werke stammen vom Remicher Künstler Michel Jungblut. Anfang der 1970er Jahre wurde die Kirche außen und innen einer umfassenden Erneuerung unterzogen. Während der Renovierungsarbeiten im Kircheninneren wurde der Gottesdienst vom 12. Oktober 1970 bis zum 27. Juni 1971 im Festsaal des Schulgebäudes abgehalten.
Architektur Das Eingangsportal ist im griechischen Architekturstil gehalten.
Ausstattung mini|Hochaltar Im Zentrum des Altarraums steht der neue Zelebrationsaltar, in rotem Travertinmarmor aus Persien, mit den in moderner Keramik ausgeführten Eucharistiesymbolen. Über den Altar hinaus ragt, gleichsam als Apotheose, das herrliche Kruzifix aus der ersten Mission in Bous im Jahre 1856. Der Hochaltar hat einen barocken Korpus mit einem großen Altarkruzifix.
Das Taufbecken, überragt von einer kostbaren Holzstatue des hi. Johannes des Täufers, sowie die Weihwasserschalen sind ebenfalls aus rotem Travertinmarmor.
Außerdem gibt es Statuen des Evangelisten Lukas und des heiligen Eligius mit Stab, Hammer und Amboss. Auf dem Sockel des Ambosses befindet sich ein unbekanntes Wappen, auf dem Amboss selbst die Jahreszahl 1685.
Orgel mini|Orgel der Kirche St. Johannes der Täufer Die Orgel wurde 1895 von der Orgelbauwerkstatt Gebrüder Müller aus Reifferscheid errichtet. 1950 führte der Orgelbauer Jos. Schilling aus Cruchten eine Renovation durch, bei der die Orgel vergrößert und die Traktur von rein pneumatisch auf elektropneumatisch umgebaut wurde. 1974 wurde die Orgel erneut renoviert und vergrößert, diesmal von Orgelbauer Herbert Schmidt aus Mersch. I Hauptwerk C–g3Bourdon 16′Principal 8′Flûte harmonique 8′Octave 4′Rohrflöte 4′Doublette 2′Mixtur II–IIITrompete 8′ II Schwellwerk C–g3Lieblich Gedackt 8′Salicional 8′Vox coelestis 8′Italienischer Principal 4′Flûte 4′Gemsquinte ′Blockflöte 2′Terz ′Cymbel IIIOboe 8′ Pedal C–f1Subbass 16′Octavbass 8′Gedacktbass 8′Bassflöte 4′ Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P, Superkoppeln: I/I, II/I, II/II, II/P, Subkoppeln: II/I
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Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Luxemburg Johannes der Taufer Kategorie:Johannes-der-Täufer-Kirche Kategorie:Kirchengebäude des Erzbistums Luxemburg Kategorie:Klassizistische Kirche Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Luxemburg Kategorie:Erbaut 1831 Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Kirchengebäude in Europa