Die Geschichte von den vier Türen ist ein indisches Märchen und ein buddhistisches Jataka (439: Catudvāra-Jātaka).Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 470–476. Aus dem Pali übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig.

Handlung Als der Kassapa-Buddha war, lebte in Benares ein Großkaufmann, der einen Sohn namens Mittavindaka hatte. Dieser lebte ein lasterhaftes Leben und als sein Vater gestorben war, drängte ihn seine Mutter den Pfad der Tugend einzuschlagen. Er wollte jedoch nicht hören und begann durch Handel viel Geld einzunehmen. Eines Tages dann kam ihn in den Sinn ein Schiff zu besteigen, was seine Mutter verhindern wollte, indem sie seinen Arm ergriff, woraufhin er sie schlug und zur See fuhr.

Durch die Schuld Mittavindakas blieb das Schiff jedoch auf offener See stehen, woraufhin die Besatzung ihn durch das Unglücksrabenlos auswählte, um über Bord geworfen zu werden. Sogleich fuhr das Schiff wieder; Mittavindakas aber strandete an einer Insel. Er fand dort einen kristallenen Palast in dem vier Dämoninnen lebten, die stets sieben Tage Glück und danach sieben Tage Leid erfuhren. Nach den sieben glücklichen Tagen mit ihnen wollte er aber mehr erleben und so schwamm er mit einem Brett davon. So gelangte er zu einer Insel mit einem silbernen Palast, in dem acht Dämoninnen lebten und vergnügte sich mit diesen. Danach kam er auf anderen Inseln zu einem Edelsteinpalast mit sechzehn Dämoninnen und zu einem goldenen Palast mit zweiunddreißig Dämonninen.

Schließlich kam Mittavindaka an eine von Wällen umgebene Stadt mit vier Toren, die Ussada-Hölle. Dort sah er einen gequälten Mann, der einen Kranz aus Schermessern auf dem Haupt trug, jedoch hielt er den Kopfschmuck für einen Kranz aus Lotosblumen. Auch die anderen Anzeichen für die Qual des Mannes hielt er für Schmuck und Salbe und dessen Klagelaute erklang ihm wie Gesang. Er bat den Mann darum den Kranz haben zu dürfen, den dieser ihm bereitwillig gab. Sogleich aber wurde Mittavindaka von qualvollen Schmerzen ergriffen und er erkannte nun, in welcher Lage er war. Der Bodhisattva, der damals die Gottheit Sakka war, kam zu dieser Zeit in der Ussada-Hölle vorbei und meinte zu dem Geqäulten, dass dies das Los der Ungezügelten sei.

Hintergrund Das Märchen entspricht dem Jataka 439 (Catudvāra-Jātaka) und erhielt in Johannes Mehligs Buddhistische Märchen (Wiesbaden 1982) den deutschen Titel Die Geschichte von den vier Türen. In Else Lüders’ Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien (Düsseldorf / Köln 1961) bekam das Märchen den Titel Das Marterrad.Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 54–58.

Literatur Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 470–476. Aus dem Pali übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig. Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 54–58.

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Indische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Märchen Kategorie:Jātaka