Sven Severin Schürenberg-Wittig (* 1922; † 1973) war ein deutscher Sprecher, Journalist und Fernsehregisseur.

Leben und Karriere mini|Am Rosengarten 17 (links) in Mainz-Oberstadt. Lange Zeit Wohnhaus Sven Schürenbergs (2023) Sven Schürenberg war der Sohn des Schauspielers Siegfried Schürenberg und dessen erster Ehefrau Johanna Pischon (1896–?).

Schürenberg war spätestens seit 1942 als Journalist tätig. Nach dem Krieg arbeitete er als Funk- und Hörspielsprecher beim NWDR, Hessischen und Saarländischen Rundfunk. Zwischen 1949 und 1964 war er in rund 20 Hörspielproduktionen zu hören und hierbei insbesondere in der Rolle des Erzählers.Referenzen zu Hörspielproduktionen in der ARD-Hörspieldatenbank.

Als Journalist war er vor allem für den NWDR tätig, arbeitete Anfang der 1960er Jahre jedoch auch für den ORF, wo er 1963/64 für Drehbuch und Regie des TV-Reisefeuilletons Einer wie du und ich zuständig war.

Am 1. Mai 1964 wurde Schürenberg durch den Hessischen Rundfunk zum ersten ARD-Korrespondenten im ARD-Studio Prag akkreditiert. Er war hierbei sowohl für die Hörfunk als auch für die Fernsehberichterstattung zuständig. Zunächst nur für die ČSSR zuständig, wurde Schürenberg ab 1965 auch als Korrespondent für Ungarn, Bulgarien und Rumänien eingesetzt. Schürenberg berichtete vor allem über kulturelle, ökonomische aber auch aktuelle Themen, wie beispielsweise über junge Kunst in Prag, eine Tournee des HR-Symphonieorchesters sowie den Osthandel in der damaligen Bundesrepublik Deutschland. Ab 1966 präsentierte er die Themen in der ARD-Sendung Prager Notizen. Sein Nachfolger als Korrespondent wurde Helmut Clemens.

Nach seiner Tätigkeit als Korrespondent war Sven Schürenberg vor allem wieder als Journalist des WDR tätig, wo er 1969 für zwei Fernsehsendungen verantwortlich zeichnete und bei diesen sowohl die Regie als auch die Moderation übernahm. Im Format Die Tschechen und die Deutschen, berichtete Schürenberg über das Verhältnis der Deutschen zu den Tschechen innerhalb geschichtlicher Zusammenhänge. In Varianten im Sozialismus diskutierte er mit dem Historiker Hans Raupach in sechs Episoden darüber, wie die damaligen Ostblockstaaten ein Jahr nach dem Prager Frühling mit ökonomischen und gesellschaftlichen Fragen umgingen. Für das Schulfernsehen entstand 1971 in Köln unter Regie und Moderation Schürenbergs der Lehrfilm Zwischen den Schlagzeilen, in welchem es vor allem um die gegenseitige Wahrnehmung zwischen deutschen und Schulkindern aus damals sogenannten Gastarbeiterfamilien ging. Eine seiner letzten Arbeiten war der ebenfalls für das Schulfernsehen produzierte Lehrfilm So ein Spielverderber! - Auf dem Spielplatz von 1973.

Sven Schürenberg wohnte lange Zeit in Mainz-Oberstadt. Er starb 1973 an einem Krebsleiden. Sein Halbbruder war der Schauspieler Andreas Wittig-Schürenberg. Seine Tochter ist die Ethnologin und Historikerin Sabina Barbara Schürenberg (* 1953).

Hörspiele (Auswahl) 1949: Roger Richard: Flug über Sibirien (Sprecher) – Regie: Fritz Schröder-Jahn (Kurzhörspiel – NWDR Hamburg) 1955: Christian Bock: Karriere (Reporter) – Regie: Theodor Steiner (Original-Hörspiel – HR) 1955: Felix Gasbarra: Fahnen am Matterhorn (Hudson) – Regie: Theodor Steiner (Originalhörspiel – HR) 1956: Budd Schulberg: Der Entzauberte (Dr. Lewis) – Bearbeitung und Regie: Karl Ebert (Hörspielbearbeitung – SDR/HR) 1957: H.A. Weber: Plantage Esperanza (Flores Hernandez) – Regie: Peter Arthur Stiller (Hörspiel – SR) 1957: Marie Luise Kaschnitz: Das Spiel vom Kreuz (Ansager) – Regie: Jörg Franz (Hörspiel – SR) 1957: Hermann Rossmann: Nie wieder – Regie: Wilm ten Haaf (Hörspiel – HR) 1957: Milo Dor, Reinhard Federmann: Die Angst am frühen Morgen – Regie: Jürgen Petersen (Hörspiel – HR) 1958: Walter Becker: Die Perlenkette. Dialekthörspiel um einen Fürsorgezögling – Regie: Viktor Lenz (Mundarthörspiel – SR) 1958: Emil Breisach: Das vertauschte Ich – Regie: Peter Arthur Stiller (Hörspiel – SR) 1958: Wilhelm Michael Treichlinger: Himmlische Harmonie (Kanzler) – Regie: Peter Arthur Stiller (Hörspiel – SR) 1958: Heinrich Spoerl: Der Maulkorb – Regie: Viktor Lenz (Hörspielbearbeitung, Mundarthörspiel – SR) 1958: Wolfgang-Ernst Mildenberger: Ein Besucher, der hinkt (Philibert Paste) – Regie: Peter Arthur Stiller (Hörspiel – SR) 1959: An Rutgers: Die Kinderkarawane (4 Teile) – Regie: Josefine Klee-Helmdach (Hörspielbearbeitung, Kinderhörspiel – HR) 1964: William Shakespeare: König Richard II. (Erzähler) – Regie: Fränze Roloff (Hörspielbearbeitung – HR) 1964: Günter Grass: Eine öffentliche Diskussion (Vorlage: Hundejahre, Roman) (Reporter) – Regie: Ulrich Lauterbach (Hörspielbearbeitung – SFB/HR/RB)

Quelle: ARD-Hörspieldatenbank

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