Das Endlager für flüssige und feste radioaktive Abfälle Rheinsberg (ALfR) ist ein im Rückbau befindliches Endlager für radioaktiven Abfall am Standort des Kernkraftwerks Rheinsberg (KKR).

Geschichte Da es in der Deutschen Demokratischen Republik zunächst kein Endlager für radioaktive Abfälle gab, wurde für die Betriebsabfälle ein oberflächennahes Endlager gebaut, welches sowohl flüssige als auch feste Abfälle aufnehmen konnte.

Neben Abfällen des KKR wurden auch Abfälle des Kernkraftwerks Greifswald eingelagert.

Nachdem im Jahr 1990 entschieden wurde, das KKR zurückzubauen, prüfte man ebenfalls, ob auch das ALfR zurückgebaut werden solle. Da nach bundesdeutschem Recht lediglich tiefengeologische Endlager zulässig sind, entschied man sich für den Rückbau.

Die festen Anteile der Abfälle wurden in der Folge mittels eines Dekanters von den Flüssigkeiten getrennt und bis Oktober 1998 in das Zwischenlager Nord verbracht. Der Abtransport der flüssigen Abfälle erfolge wahlweise ebenfalls nach Lubmin oder zwischen 1994 und 1998 in das Endlager Morsleben.

Anschließend begann der Abriss der Gebäude. Bis zum 6. Januar 2006 wurde der Abschluss des für Feststoffe vorgesehenen Gebäudeteils (ALfR-fest) fertiggestellt. Der Abriss der unterirdischen Baustrukturen des ALfR-flüssig dauert noch an (Stand: Mai 2026). Nach dem Abschluss soll die zugehörige Baugrube radiologisch erkundet und wieder verfüllt werden.

Daten Das ALfR-fest bestand aus 13, circa 10 m unter der Erde liegenden Betonkammern, die mit Betonriegeln verschlossen waren. In vier Kammern wurden im Laufe des Betriebs etwa 600 m³ schwachradioaktive Mischabfälle eingelagert.

Zwischenfälle In den 1970er Jahren geriet aus einem Kanal, der zur Abfuhr von radioaktiven Rückständen aus dem Wassersystem in einen Lagerbehälter diente, Flüssigkeit in ein Lüftungsrohr sowie in Kontakt mit dem Erdreich. Messungen an der betroffenen Stelle konnten erst nach dem Abriss der ersten Gebäude durchgeführt werden und ergaben eine stärkere Kontamination als zunächst vermutet. Allerdings liegen nach Angaben der Betreiberin die grenzwertüberschreitenden Werte über dem Grundwasserspiegel; wo das Grundwasser fließe, läge die Belastung unterhalb der Grenzwerte.

2024 stellte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung dar, dass außerhalb der Schutzeinhausung für die Abbrucharbeiten kontaminiertes Erdreich im Grundwasserbereich geborgen wurde.

Weblinks Bildergalerie zum ALfR bei Museum-digital Brandenburg

Einzelnachweise

Rheinsberg Kategorie:Bauwerk in Rheinsberg Kategorie:Energiewirtschaft (DDR)