mini|Stempel des Stalag I B Das Stammlager I B (Stalag I B Hohenstein) war ein Stammlager des Wehrkreises I (Königsberg) für Kriegsgefangene der Wehrmacht bei Hohenstein in Ostpreußen (heute: Olsztynek in der Woiwodschaft Ermland-Masuren). Das Kriegsgefangenenlager existierte von 1939 bis 1945 und war das größte auf dem Gebiet Ostpreußens.Memorialmuseums: Ehemaliges Kriegsgefangenenlager Stalag I B Hohenstein. Abgerufen am 8. Mai 2026
Lage Das Stammlager I B existierte während des Zweiten Weltkrieges im südlichen Ostpreußen und lag zwei Kilometer westlich von Hohenstein, im Ort Königsgut. Das Lager befand sich in unmittelbarer Nähe zum Tannenberg-Denkmal.
Geschichte Im Sommer 1939 wurden am Reichsehrenmal Tannenberg Vorbereitungen zur Feier des 25. Jahrestages der Schlacht bei Tannenberg getroffen. Letztlich fand die Feier jedoch nicht mehr statt; die für etwa 10.000 Veteranen errichtete Baracken- und Zeltstadt wurde in ein Internierungslager für Kriegsgefangene umgewandelt. mini|Kriegsgefangene aus Französisch-Westafrika im Stalag I B, 1944 Zu Kriegsbeginn wurden im Lager ausschließlich polnische Kriegsgefangene interniert. Ab 1940 kamen Kriegsgefangene aus Belgien und Frankreich hinzu, die französischen Kriegsgefangenen stammten teilweise auch aus den französischen Kolonien in Afrika. Ab 1941 wurden sowjetische Kriegsgefangene im Stalag I B festgehalten und ab 1943 auch italienische Militärinternierte.
Harte Bedingungen, Unterernährung, Misshandlungen und wiederkehrende Typhusepidemien führten unter den Gefangenen zu zahlreichen Todesfällen.Bohdan Koziełło-Poklewski, Bohdan Łukaszewicz, ed. (1985). Ze znakiem "P": relacje i wspomnienia z robót przymusowych w Prusach Wschodnich w latach II wojny światowej (polnisch). Olsztyn: Ośrodek Badań Naukowych im. Wojciecha Kętrzyńskiego w Olsztynie. S. 11–13. Alle Gefangenen waren zur Zwangsarbeit verpflichtet. Über das Stalag I B existieren nur wenige Informationen, sodass heute vieles noch unklar ist. Es wird vermutet, dass während des Krieges ungefähr 650.000 Soldaten das Lager durchliefen. Spätestens Ende Januar 1945, als die Rote Armee Ostpreußen erreichte, wurde das Lager aufgelöst. Die Anzahl der Todesfälle im Lager wird auf 55.000 geschätzt, darunter geschätzte 50.000 Sowjetsoldaten.
Gedenken Nahe dem heutigen Olsztynek (bis 1945 Hohenstein) existieren sowohl ein Gedenkstein als auch ein Ehrenfriedhof für die Opfer des Lagers Stalag I B. Im Jahr 2015 wurde im Zentrum der Stadt ein Museum zur Geschichte des ehemaligen Lagers eröffnet.
Siehe auch
Liste der Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht
Einzelnachweise
Stammlager #:1B Kategorie:Internierungslager Kategorie:Gedenkstätte für NS-Opfer