mini|Szabolcs Fazakas (2012) Szabolcs István Fazakas (* 26. Oktober 1947 in Budapest; † 31. März 2020) war ein ungarischer Diplomat und Politiker der Magyar Szocialista Párt (MSZP). Er war Beobachter (2003 bis 2004) und Mitglied des Europäischen Parlaments von 2004 bis 2009. Für kurze Zeit war er 1996 Botschafter Ungarns in der Bundesrepublik Deutschland.
Leben Nach der Schulzeit studierte Fazakas an der Karl-Marx-Universität für Wirtschaftswissenschaften, der heutigen Corvinus-Universität Budapest, und erwarb dort 1971 einen Abschluss im Außenhandel. Von 1971 bis 1973 war er Hochschulassistent. Nach seiner Promotion 1973 wurde er zunächst Referent im Außenhandelsministerium für den Außenhandel mit der Deutschen Demokratischen Republik und der damaligen Bundesrepublik Deutschland. In den 1980er rückte er zum Abteilungsleiter für die Angelegenheiten der OECD auf, sodass er schließlich stellvertretender Handelsminister von 1989 bis 1990 wurde.Frühere Mitglieder des Europäischen Rechnungshofs (englisch) Mit dem Wegfall des „Eisernen Vorhangs“ wechselte er und wurde von 1990 bis 1995 Repräsentant der Österreichische Industrieverwaltungs-AG in Budapest. Im September 1995 wurde er in der Regierung Horn zunächst Staatssekretär im Industrie- und Handelsministerium. Aus dieser Position schied er am 15. Juli 1996 aus, um am 30. August 1996 Botschafter Ungarns in der Bundesrepublik Deutschland zu werden. Doch schon am 29. Oktober 1996 wurde er wieder abberufen, um dann selbst Minister für Industrie, Handel und Tourismus zu werden. Als die MSZP bei den Parlamentswahlen 1998 ihre Mehrheit einbüßte, schied Fazakas aus und ging in die Privatwirtschaft. Er arbeitete von 1998 bis 2002 bei der ungarischen Niederlassung von DaimlerChrysler. 2002 konnte er bei den Parlamentswahlen ein Mandat über die Liste gewinnen. In dieser Zeit war er vor dem Beitritt Ungarns zur EU Beobachter im Europäischen Parlament. Bei der Europawahl in Ungarn 2004 wurde er dann direkt in das Europäische Parlament gewählt. Als Mitglied der MSZP gehörte er der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas an. Zuletzt war er Rechnungsprüfer. Bei der Europawahl in Ungarn 2009 verpasste er den Wiedereinzug in das Parlament, weil er den sechsten Listenplatz innehatte und die MSZP nur vier Sitze erzielte. Fazakas wurde dann im Mai 2010 ungarisches Mitglied am Europäischen Rechnungshof. Im August 2017 schied er dort turnusgemäß aus. Ihm folgte Ildikó Gáll-Pelcz nach. 2010 wurde Fazakas vom Fidesz-Mitglied Tamás Deutsch beschuldigt, in der kommunistischen Ära 13 Jahre lang Mitarbeiter des Geheimdienstes gewesen zu sein. Fazakas trat den Behauptungen entgegen und verklagte Deutsch.
Szabolcs Fazakas war mit Judit Benkő verheiratet, mit der er zwei Söhne hatte. 2000 erhielt er das Ehrenzeichen am Bande der Republik Österreich, 2004 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Weblinks
Frühere Website von Szabolcs Fazakas Frühere Website der MSZP zu Szabolcs Fazakas
Einzelnachweise
Kategorie:Ungarischer Botschafter in Deutschland Kategorie:Mitglied des Europäischen Parlaments für Ungarn Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Person (Europäischer Rechnungshof) Kategorie:MSZP-Mitglied Kategorie:Ungar Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Träger des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (1952) Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann