mini|Katholische Kirche St. Barnabas in Kalkar-Niedermörmter St. Barnabas in Niedermörmter, einem Stadtteil von Kalkar am unteren Niederrhein in Nordrhein-Westfalen, ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrgemeinde Heilig Geist (Kalkar). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Barnabas und gehört zum Kreisdekanat Kleve im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist eine zweischiffige Staffelhalle mit großem Fassadenturm und hat 250 Sitzplätze.
Geschichte Für Niedermörmter urkundlich erwähnt wurden schon 1206 ein „Pastor“ und Mitte des 13. Jahrhunderts die Pfarrkirche mit dem Patrozinium St. Maria Magdalena. Im 15. Jahrhundert wählte man stattdessen den seltenen Schutzherrn St. Barnabas, der ein Apostel des Urchristentums war, aber nicht zum innersten Kreis der zwölf Jünger Jesu gehörte. 1438 wurde Hönnepel mit St. Regenfledis abgepfarrt. Ab 1557 wirkte in Niedermörmter der reformierte Prediger Jacob Michael van der Horst, der sämtliche Bildwerke aus dem Gotteshaus entfernen ließ. Erst 1618 gab es dort wieder einen katholischen Geistlichen. Im Zweiten Weltkrieg sprengten deutsche Soldaten auf dem Rückzug das Kirchengebäude, so dass nur wenige Figuren erhalten blieben.
Nach den Plänen des Architekten Toni Hermanns (Kleve) wurde 1954 St. Barnabas als zweischiffige Staffelhalle mit gegiebelter Decke unter einem Satteldach wieder gebaut. Der eingezogene Chor im Osten hat einen geraden Schluss. Der mächtige Fassadenturm mit einem Pyramidendach steht im Westen. Die eingeschossige Sakristei im Nordosten besitzt ein Walmdach. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk mit Dächern aus Naturschiefer. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1958, das Pfarrheim von 1984 sowie der Kindergarten von 1970. St. Barnabas steht seit dem 21. September 1984 wegen seiner historischen Ausstattung (nach § 3 des Denkmalschutzgesetzes NRW) in der LVR-Liste der Baudenkmäler in Kalkar.Liste Baudenkmäler Kalkar (alphabetisch) (PDF), auf kalkar.de
Am 28. November 2004 fusionierten die Pfarreien St. Barnabas (Niedermörmter), St. Nicolai (Kalkar), St. Pankratius (Altkalkar), St. Lambertus (Appeldorn) sowie St. Hubertus (Kehrum). Die neue Hauptkirche war St. Nicolai. Die Pfarrgemeinde Heilig Geist (Kalkar) wurde 2010 der Nachfolger, sodass St. Barnabas seitdem nur noch eine Filialkirche dieser Großpfarrei ist.
Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarrgemeinde Heilig Geist in Kalkar sowie zehn benachbarte Pfarreien im Kreisdekanat Kleve zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Bedburg-Hau-Kalkar-Kleve-Kranenburg“.
Glocken Im Fassadenturm von St. Barnabas in Niedermörmter hängen die folgenden drei Kirchenglocken aus Bronze, wobei das Exemplar von 1509 eine der ältesten Glocken am Niederrhein ist:
Glocke 1: Schlagton: des1; Ø 149 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1878 Glocke 2: Schlagton: f1; Ø 109 cm; Gießerei: Wolter Westerhues (Münster); Gussjahr: 1509 Glocke 3: Schlagton: as1; Ø 96 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1980.
Orgel Die Firma Franz Breil (Dorsten) baute 1964 für St. Barnabas eine Pfeifenorgel mit 17 Registern und mechanischen Trakturen.
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website von St. Barnabas (Niedermörmter) Website vom Kreisdekanat Kleve
Einzelnachweise
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