mini|Piet Kuiters (1965) Petrus „Piet“ Kuiters (* 25. Dezember 1934 in Amsterdam; † 3. Juli 2005) war ein niederländischer Jazzmusiker (Piano, auch Tenorsaxophon, Komposition), der zu den Pionieren des freien Jazz in Europa gehörte.
Leben und Wirken Kuiters, der in Amsterdam in der Eisdiele seiner Großeltern aufwuchs, begann mit sieben Jahren Boogie-Woogie zu spielen; als Jugendlicher entdeckte er den Bebop. In dem Kurzfilm Jazz and Poetry (1962) von Louis van Gasteren trat er am Klavier, mit Herman Schoonderwalt am Saxophon, Ruud Jacobs am Bass und Cees See am Schlagzeug zur Rezitation des Jazzpoeten und Trompeters Ted Joans auf. Nach Ansicht von Kees Hazevoet konnte er wie Bud Powell spielen, näherte sich damals aber dem Stil von Cecil Taylor an. Mitte der 1960er Jahre gehörte er zu den ersten Musikern, die in den Niederlanden in den Free Jazz vorstießen, und gründete sein Quintett Free Jazz Inc., das seine Basis in einem besetzten Haus im Zentrum Amsterdams hatte. Das Quintett verfasste 1965 in Berlin die Filmmusik für den experimentellen Kurz-Spielfilm Flowers ist sein Name von Wolfgang Ramsbott und Peter Bergmann. Im selben Jahr nahm Piet Kuiters & Free Jazz Inc., zu der nach dem Ausscheiden von Willem Breuker weiterhin Francois Content an der Taschentrompete, vermutlich Wouter van Bommel als Bassist und Glenn van Wind am Schlagzeug gehörten (er selbst spielte nun Saxophon und Klavier), eine Single auf; auf der Rückseite war „Het Wilhelmus“, eine Interpretation der niederländischen Nationalhymne nach Free-Jazz-Art, die für große Kontroversen sorgte.
Kuiters verließ 1966 die Niederlande; in Kopenhagen schloss er sich der Cadencia Nova Danica um John Tchicai an, mit der er 1967 u. a. beim Molde Festival auftrat. Als Pianist war er auch an John Tchicais Album Beautiful United Harmony Happening/The Education of an Amphibian beteiligt. Dann arbeitete er mit dem Living Theatre in Paris und New York.
Erst 1977 kehrte er in die Niederlande zurück, wo er beim International Jazz Festival in Laren als Pianist auftrat. 1993 nahm er mit seinem Quartett, zu dem Benjamin Herman gehörte, das Album Roll ’M High auf. Im Folgejahr stellte er es im Bimhuis vor. Dabei fiel er alkoholisiert von der Bühne; beim Sturz büßte er angeblich seine Vitalität ein.
2005 starb Kuiters an den Folgen eines Herzinfarkts. Ein Teil seines Nachlasses befindet sich im Niederländischen Jazzarchiv in Amsterdam. mini|Free Jazz Inc. (1965, v. l. n. r. Wouter van Bommel, Glenn van Windt, Francois Content, Piet Kuiters und Willem Breuker vor dem Flug nach Berlin)
Diskographische Hinweise Piet Kuiters & Free Jazz Inc.: Het Wilhelmus / The Trend (1966) Tantalus: Money Man (1971) Piet Kuiters Kwartet Featuring Ben Herman: Roll ’M High (1993, mit Hans Ruigrok, Ben Schröder)
Literatur
Weblinks
Eintrag (RKD)
Einzelnachweise
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