August Kühler (* 30. Dezember 1901 in Zedlitzheide, Kreis Waldenburg, Provinz Schlesien; † 29. Juli 1972 in Bergkamen-Rünthe) war ein Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, deutscher Kommunalpolitiker (KPD/SPD), und Bürgermeister der Gemeinde Rünthe. mini|Stolperstein von August Kühler
Werdegang Erste Lebensjahre in Niederschlesien August Kühler wurde am 30. Dezember 1901 in der Gemeinde Zedlitzheide im Kreis Waldenburg in Niederschlesien geboren. Im Alter von 21 Jahren heiratete er Marta Zeipert. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.
Werdegang im Ruhrgebiet und Verfolgung im Nationalsozialismus Kühler kam mit seiner Familie 1924 ins Ruhrgebiet und lebte in der Bergbaugemeinde Rünthe. Er fuhr als Hauer auf der Zeche Werne ein und war ein örtlicher Funktionär der KPD. Die kleine Gemeinde war eine Hochburg der Arbeiterbewegung. Anfang der 1930er Jahre lieferten sich Kommunisten und Sozialdemokraten regelrechte Straßenschlachten mit Mitgliedern der NSDAP in den Zechenkolonien von Rünthe.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde August Kühler am 10. März 1933 in sogenannte Schutzhaft genommen. Die Stationen seiner Haft sind durch alte Entschädigungsakten aus der Nachkriegszeit dokumentiert: Gerichtsgefängnis Hamm, KZ Schönhausen, Gefängnis Wittlich/Mosel und das Konzentrationslager Neusustrum sowie die Emslandlager KZ Börgermoor und KZ Esterwegen. Während der Haft erlitt er schwere Folter. Am 15. Mai 1934 wurde Kühler entlassen, blieb jedoch bis zum Oktober 1936 mit einem Berufsverbot belegt.Akten des Amtes für Wiedergutmachung, Kreisarchiv Unna, Bestand 11-911
Politische Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach Krieg und Diktatur wurde August Kühler 1946 in den Gemeinderat der Altgemeinde Rünthe gewählt. Außerdem wurde er zu jener Zeit Betriebsratsvorsitzender der Zeche Werne. Im Jahr 1951 schied er aus dem Gemeinderat aus. Bei der Kommunalwahl von 1956 trat er dann als Kandidat der SPD erneut für die Gemeindevertretung an. Im Jahre 1963 übernahm er das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Rünthe, das er bis zur Gründung der Stadt Bergkamen drei Jahre später innehatte. Mit der kommunalen Neuordnung wurde Rünthe ein Stadtteil von Bergkamen, August Kühler wurde nun Ortsvorsteher. Aus Krankheitsgründen schied er 1969 aus der Kommunalpolitik aus. Er starb am 29. Juli 1972 in seinem Zechenhaus in der Kolonie Rünthe-Süd. Er gilt heute als einer der Gründerväter der Stadt Bergkamen.August Kühler, Stolperstein NRW auf stolpersteine.wdr.de
Ehrungen
Für August Kühler wurde im Jahre 2021 an der Beverstraße 89 in Bergkamen-Rünthe ein Stolperstein verlegt, der an seine Verfolgung im Nationalsozialismus erinnert.
Im März 2023 wurde ein öffentlicher Platz in der früheren Kolonie Rünthe-Süd nach August Kühler August-Kühler-Platz benannt.
Weblinks
August Kühler auf Stolpersteine NRW
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus) Kategorie:Häftling im KZ Börgermoor Kategorie:Häftling im KZ Esterwegen Kategorie:Person, für die in Nordrhein-Westfalen ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:Person (Bergkamen) Kategorie:Bürgermeister (Kreis Unna) Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:KPD-Mitglied Kategorie:SPD-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1901 Kategorie:Gestorben 1972 Kategorie:Mann