Krisana Kraisintu (; * 1952Krisana Kraisintu. In: Gerald W. Fry: Historical Dictionary of Thailand. Rowman & Littlefield, Lanham 2025, ISBN 978-1-5381-5744-2, S. 254 (online).) ist eine thailändische Pharmazeutin und pharmazeutische Chemikerin, welche durch die Entwicklung erschwinglicher Generika gegen HIV/Aids sowie durch den Aufbau lokaler Arzneimittelproduktion in afrikanischen Ländern bekannt wurde. Sie forderte zur Ermöglichung eines breiteren Zugang zu Aids-Medikamenten Regierungsstellen und multinationale Pharmaunternehmen heraus. Im Jahr 2009 erhielt sie für ihren Einsatz, pharmazeutische Forschung in den Dienst ärmerer Menschen zu stellen, den Ramon-Magsaysay-Preis.

Leben Kraisintu wuchs in einem medizinisch geprägten Umfeld auf: Ihr Vater arbeitete auf Ko Samui als Arzt, ihre Mutter als Krankenschwester und ihr Großvater nutzte traditionelle pflanzliche Heilmittel. Sie studierte Pharmazie an der Universität Chiang Mai und setzte ihre Ausbildung an den Universitäten Strathclyde und Bath fort. Im Jahr 1981 schloss sie an der Universität Bath eine Doktorarbeit über analytische Untersuchungen an Gentamicinsulfat ab. 1983 trat sie in die thailändische Staatliche pharmazeutische Organisation ein und leitete später deren neu geschaffenes Forschungs- und Entwicklungsinstitut. Im Dezember 2003 trennte sie sich zur Ausrichtung ihrer Arbeit auf afrikanische Länder vollständig von der Organisation. 2009 verlieh ihr die Universität Bath einen Ehrendoktorgrad.

Wirken Ein Streit im Jahr 1992 über die gesellschaftliche Abwertung HIV-infizierter Menschen wurde für Kraisintu zum Anlass für ihren Einsatz für günstige antiretrovirale Medikamente in Thailand. Im Jahr 1995 entwickelte sie bei der Staatlichen pharmazeutischen Organisation eine generische Version von Zidovudin, die zur Behandlung von HIV und zur Verringerung der Mutter-Kind-Übertragung eingesetzt wurde. In den folgenden Jahren formulierte sie weitere antiretrovirale Wirkstoffe; nachdem Ärzte ohne Grenzen im Jahr 1999 Präparate der Organisation bestellte und ein Audit des Finanzministeriums 2000 Gewinne nachwies, stimmte die Organisation einer großskaligen Produktion zu.

Im April 2002 brachte Kraisintu mit GPO-VIR eine Fixkombination aus Lamivudin, Stavudin und Nevirapin auf den Weg, die Menschen die regelmäßige Einnahme erleichtern sollte. Die Ramon-Magsaysay-Preisstiftung bezeichnete GPO-VIR als achtzehnmal günstiger als frühere Mehrtabletten-Regime und sah Kraisintus Arbeit als zentral für Thailands öffentliche HIV/Aids-Behandlung an. Ab 2002 übertrug Kraisintu ihr Konzept lokaler Generikaproduktion nach Subsahara-Afrika, zunächst in die Demokratische Republik Kongo, nach Eritrea und Tansania. Diese Strategie zielte auf Hilfe zur Selbsthilfe durch lokale Herstellung preisgünstiger Generika in Eritrea, Tansania und Kongo. In Tansania half sie 2004 bei der Herstellung von Artesunat gegen Malaria und plante danach eine lokale Produktion der drei Wirkstoffe von GPO-VIR. In den Jahren nach 2002 vermittelte sie in zahlreichen afrikanischen Ländern technisches Wissen zur Produktion von HIV/Aids- und Malariamedikamenten.

2005 erhielt Kraisintu den Reminders Day Award.Conny Becker: HIV-Infektionen. Ignoranz birgt Gefahr. In: Pharmazeutische Zeitung. 22. August 2005. Abgerufen am 27. Mai 2026. 2011 zählte man sie zu den einflussreichsten 65 thailändischen Frauen. 2023 wurde sie als Medical Scientist of the Year ausgezeichnet; die Auszeichnung würdigte ihre Arbeit an antiretroviralen und antimalarischen Medikamenten sowie an pflanzlichen Arzneien.

Einzelnachweise

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