Florenz Busch (* 8. Mai 1933 in Münster; † 30. Juli 2025 ebenda) war ein deutscher Maler, Grafiker und Objektkünstler.
Leben Florenz Busch verbrachte Kindheit und Jugend in Münster. Nach seinem Abitur am Ratsgymnasium 1953 studierte er bis 1957 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Otto Pankok, Otto Coester und Robert Pudlich. Parallel begann er ein künstlerisches Lehramtstudium, das er ab 1957 durch ein Geographiestudium an der Universität Münster ergänzte und 1959 mit Examen abschloss.Gerhard H. Kock: Mal-Lust mit kräftigem Pinselstrich. Retrospektive für den ehemaligen „Schanze“ – Kanzler Florenz Busch im Haus der Niederlande, in: Westfälische Nachrichten, 8. März 2013.Begeisterung für die Kunst weitergegeben. Steingymnasium verabschiedet Studiendirektor Florenz Busch: Ruhestand, Westfälische Nachrichten, 9. Juli 1993. Von 1959 bis 1961 absolvierte er in Herne den Vorbereitungsdienst für das höhere Lehramt und arbeitete ab 1961 zunächst im Ruhrgebiet und dann in Münster als Lehrer. Später wurde er Lehrbeauftragter für das Fach Kunst an der Pädagogischen Hochschule und der Universität Münster sowie Fachleiter für Kunst am Studienseminar Münster II.Steingymnasium verabschiedet Studiendirektor in Ruhestand. „Kunst bei Busch macht Spaß“. In: Münstersche Zeitung vom 9. Juli 1993.
Nach seiner Pensionierung 1993 widmete er sich ausschließlich dem künstlerischen Arbeiten auf den Gebieten Malerei, Graphik und Objektkunst. Busch war Mitglied im Bochumer Künstlerbund und in der Freien Künstlergemeinschaft Schanze in Münster, deren Kanzler er 1988 bis 1992 war.Elke Serve: Neuer Kanzler für die Schanze. Florenz Busch übernimmt Vorsitz. Künstlervereinigung hat Nachwuchssorgen. In: Münsterischer Anzeiger, 11. März 1989.F. K. Schneider. In: Generalanzeiger der Stadt Wuppertal vom 18. März 1965. 1954 nahm Busch erstmals an einer Ausstellung teil. Seine erste Einzelausstellung fand 1965 statt.
Werk Buschs in den 1950er Jahren entstandenen Werke zeigen Bezüge zu Malervorbildern wie Ernst Wilhelm Nay, Fritz Winter und Georg Meistermann und sind geprägt durch harmonische Farbakkorde sowie verschwimmende, aber noch gegenständliche Gestalten. Ende der 1950er Jahre und Anfang der 60er Jahre wurde er durch Begegnungen mit der Künstlergruppe CoBrA, dem „Action Painting“ Willem de Koonings und der Malerei Emil Schumachers beeinflusst und seine Arbeiten wurden stark durch die Informelle Kunst geprägt. In den 1980er und frühen 1990er Jahren überwiegen assoziative Zitate von Gegenständlichem, Antiker Mythos und persönliches Erleben in seinen Bildern. Die Trauer um seine 1991 verstorbene Frau findet in nuancenreichem Grau in Grau ebenso Platz wie sein Humor Ausdruck im intensiven Farbenleuchten. Auch Picasso-Anklänge und surreale Max-Ernst-Zitate finden Platz in seinem Werk. Busch war ein Maler, der die künstlerische Entwicklung des 20. Jahrhunderts intensiv miterlebte und sie in seiner Malerei spiegelt.Heidi Möcklinghoff: Bei Clasing: Maler Florenz Busch zum 60. Ließ sich inspirieren., in: Westfälische Nachrichten, 22. Juli 1993.
Die Farbkompositionen seiner Gemälde sind „grell und üppig, dunkel und wild, der Pinselstrich ist expressiv, beinahe aggressiv, kühne Schwünge treffen auf strenge Winkel.“Heiko Ostendorf: Am Wegesrand aufgelesen. Ausstellung: Haus der Niederlande zeigt Werke von Florenz Busch zum 80. Geburtstag. In: Münstersche Zeitung, 8. März 2013. Das malerische Werk Buschs wird vorbereitet und ergänzt durch eine Fülle graphischer Arbeiten, meist Holzschnitte, bei denen der Künstler im Gegensatz zu seinen Bildern auf jegliche Farbgebung verzichtet.G. K. Westfälische Nachrichten, 26. Oktober 1972. Seine grafischen Arbeiten orientieren sich vorwiegend an dem großen Vorbild aus dem Mittelalter Albrecht Dürer, den er sehr verehrte.Junger Künstler und Erzieher von kritischer Jury beachtet. In: WAZ Herne, 16. Februar 1965.
Neben der Malerei widmete sich Busch zeitlebens der Objektkunst. Er sah in Müll und Fundstücken am Wegesrand mehr. Den Moment, in dem er in einem solchen weggeworfenen Gegenstand ein Kunstwerk sah, nannte er „sprunghafte Assoziation“. In seinen Assemblagen finden sich unterschiedlichste Materialien und Objekte aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang entnommen: Holzbruchstücke, Nähgarnspulen, Federbälle, abgewetzte Schuhsohlen, Sägeblätter, rostiger Draht oder Blech wurden gebogen, verschraubt verzwirnt und neu miteinander verbunden und werden so zu Teilen eines völlig neuen Erscheinungsbildes.Nachdenklichkeit im Dialog. Ausstellung „IV“ beim Skulpturensommer im Kunstkontor. In: Westfälische Nachrichten, 22. August 2007.
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1965: Galerie Porta, Wuppertal-BarmenModerne Maler – zarte Poesie. W. Brattig und F. Busch stellen in der Galerie „Porta“ aus. In: Generalanzeiger der Stadt Wuppertal, 18. März 1965. 1966: Schloss Strünkede, Heimathaus des Emschertal-Museums, HerneGeorg Kierdorf: Symbiose verschiedener Ideen. In: Westfälische Nachrichten, 8. Januar 1966. 1972: Kleine Formate, Galerie Steinrötter, MünsterRandzone legt sich um den Bildkern. Die Galerie Steinrötter zeigt Malerei und Graphik von Florenz Busch. In: Westfälische Nachrichten Münster, 26. Oktober 1972. 1988: Caféteria der LVM, MünsterLMV-Aktuell. Bilder in der Caféteria, in: KoldeRing21, Hrsg. LVM-Versicherungen, 24. März 1988. 1993: Zum 60. Geburtstag. Kleiner Raum Clasing, MünsterJohann Hasenkamp: Strenge und Farbgefühl. Florenz Busch und Dennis Eubanks bei Clasing. In: Westfälische Nachrichten, 9. Juli 1993. 1994: Variationen. Volkshochschule, EssenTornado führt zu Variationen. VHS zeigt Serien von Florenz Busch. In: WAZ vom 18. Oktober 1994. 2013: Unterwegs. Zum 80. Geburtstag. Haus der Niederlande im Krameramtshaus, MünsterGerhard H. Kock: Mallust mit kräftigem Pinselstrich. Retrospektive für den ehemaligen „Schanze“-Kanzler Florenz Busch im Haus der Niederlande. In: Westfälische Nachrichten, 7. März 2013. 2023: Zum 90. Geburtstag. Galerie Clasing, Münster
Gruppenausstellungen 1963, 1966: Deutscher Kunstpreis der Jugend, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Kunsthalle Mannheim und Kunstmuseum BochumDeutscher Kunstpreis der Jugend: Graphik 1963 (DNB Katalog)Deutscher Kunstpreis der Jugend, Malerei 1966 (DNB Katalog) 1964: Junge westfälische Maler, Gent, Brügge und Flandern, BelgienFörderung junger Künstler. In Münster: Flandrische und westfälische Maler / Preis des Kunstvereins 1961–1966: Ausstellungen zum Förderpreis „Jung-Westfalen“ des Kunstvereins, Landesmuseum MünsterKlaus Gruna: Malerei der Jungen in Westfalen. In: Westfälische Rundschau, 1964. 1964, 1967: Jahresausstellungen Westfälischer Künstlerbund, Landesmuseum MünsterKünstlerlexikon für Münster und Umgebung, Hrsg.: Helmut Ebert, Münster 1996, S. 25 1965: Winterausstellung Düsseldorfer Künstler, Kunstpalast DüsseldorfArchive in NRW: (0-1-18-2241.0000) Kataloge kleinerer Ausstellungen 1919–1987, 31 Kataloge und Schriften des Städt. Kunstmuseums, 1947–1970, desgl. 17 der Kunsthalle, 1940–1970, desgl. 16 des Kunstvereins, 1922–1970, außerdem einige Werbeschriften der Stadt, 1965–1972Bochumer 1965: Kunstausstellung der Fritz-Berg-Stiftung, Karl-Ernst-Osthaus-Museum Hagen 1966, 1971, 1975, 1984–1994: Bochumer Künstler, Städtische Kunstgalerie BochumBochumer Künstler 1966. Eine Ausstellung des Bochumer Künstlerbundes in der Städtischen Kunstgalerie Bochum vom 12. November bis 30. Dezember 1966., Bochum 1966, S. 5 und Abb.Bochumer Künstler 1971 (Katalog zur Ausstellung, Bochum 1971), S. 4 und Abb.Bochumer Künstler `75 (Katalog zur Ausstellung, Bochum 1975), S. 5 und Abb., (DNB Katalog)Bochumer Künstler `84 (Katalog zur Ausstellung, Bochum 1984), S. 20Bochumer Künstler `87 (Katalog zur Ausstellung, Bochum 1987), S. 13Gabriele Elger: Bochumer Künstler `88 (Katalog zur Ausstellung, Bochum 1988), S. 15Bochumer Künstler `90 (Katalog zur Ausstellung, Bochum 1990), S. 13Bochumer Künstler `92 (Katalog zur Ausstellung, Bochum 1992), Hrsg.: Bochumer Künstlerbund e.V., S. 13Bochumer Künstler `94 (Katalog zur Ausstellung, Bochum 1994), S. 22–23, (DNB Katalog) 1966–1975: Winterausstellungen der bildenden Künstler von Rheinland und Westfalen, Kunstpalast DüsseldorfWinterausstellung der bildenden Künstler von Nordrhein-Westfalen 70, Hrsg.: Verein der Düsseldorfer Künstler, Düsseldorf 1970, (DNB Katalog)Winterausstellung der Künstler von Nordrhein-Westfalen 72, Hrsg.: Verein der Düsseldorfer Künstler, Düsseldorf 1972 ( DNB Katalog)Winterausstellung der bildenden Künstler von Nordrhein-Westfalen 71, Hrsg.: Verein der Düsseldorfer Künstler, Düsseldorf 1971, (DNB Katalog)Winterausstellung der Künstler von Nordrhein-Westfalen 73, Hrsg.: Verein der Düsseldorfer Künstler, Düsseldorf 1973, S. 38 (DNB Katalog)Winterausstellung der Künstler von Nordrhein-Westfalen 74, Hrsg.: Verein der Düsseldorfer Künstler, Düsseldorf 1974, (DNB Katalog) 1968, 1972: Ausstellungen Westdeutscher Künstlerbund, Südwestfälische Industrie- und Handelskammer Hagen15. Ausstellung Westdeutscher Künstlerbund, Hrsg.: Westdeutscher Künstlerbund e.V.Hagen 1972, S. 18, (DNB Katalog) 1972: Westfälische Kunst, Westfälisches Landesmuseum Münster 1973: Westfälische Grafik, Westfälischer Kunstverein Münster 1980–1985: Große Düsseldorfer Kunstausstellung, Kunstpalast DüsseldorfGroße Düsseldorfer Kunstausstellung 1981, Hrsg.: Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e.V., Düsseldorf 1981, S. 55, (DNB Katalog) 1985–1989, 1991–1996, 2001, 2003: Jahresausstellungen der Schanze, Stadthaus Münster 1987: Große Kunstausstellung NRW, Kunstpalast DüsseldorfGroße Kunstausstellung NRW Düsseldorf 1987, Hrsg.: Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e.V., Düsseldorf 1987, S. 42, Abb. 109, 1988: Les Artistes de Münster – Kunst für Orleans, Orléans, FrankreichKünstler aus Münster stellen in Orléans aus. Münstersche Zeitung, 17. September 1988. 1991: Ständige Ausstellung im Bochumer Rathaus, Rathaus BochumStändige Kunstausstellung im Bochumer Rathaus. In: Stadtspiegel Wattenscheid, 9. Januar 1991. 1994: 75 Jahre Schanze 1919–1994, Stadthausgalerie Münster75 Jahre Schanze 1919–1994. Hrsg.: Freie Künstlergemeinschaft Schanze e. V., Münster 1994, S. 21, 28–29. 1996: 50 Jahre Bochumer Künstlerbund. Museum Bochum50 Jahre Bochumer Künstlerbund. Hrsg.: Bochumer Künsterlerbund e. V., Bochum 1996, S. 108, 198. 2003: Die Schanze präsentiert: Dieter van Offern, Florenz Busch, Helga Brockpähler, Rolf Jancak, Uwe Schüllenbach. Haus der Niederlande (Krameramtshaus), Münster 2007: Skulpturensommmer, Kunstkontor MünsterNachdenklichkeit im Dialog. Ausstellung „IV“ beim Skulpturensommer im Kunstkontor. In: Westfälische Nachrichten, 22. August 2007. 2020: Ausstellung 100 Jahre Schanze, Haus der Niederlande (Krameramtshaus) Münster100 Jahre Freie Künstlergemeinschaft Schanze. Hrsg.: Freie Künstlergemeinschaft Schanze e.V., Münster 2019, ISBN 978-3-89126-100-2, S. 113.
Veröffentlichungen Florenz Busch: Mappe mit 6 Holzschnitten vom Künstler von Hand gedruckt, Text: Helga Fritsche. Jedes Blatt signiert und nummeriert. 25 Ex. 1966, Hake Verlag. Friedel Thiekötter: Geschichten und Figuren, Grafiken von Florenz Busch. Ardey-Verlag, 2000, ISBN 3-87023-176-9. Graphik-Kalender des Bochumer Künstlerbundes 1990, 1991Künstler gestalten Kalender. In: Bochumer Anzeiger vom 9. Oktober 1990.
Literatur Bildende Künstler im Land Nordrhein-Westfalen. Hrsg.: Wirtschaftsverband Bildender Künstler Nordrhein-Westfalen e.V., Recklinghausen 1966, ISBN 3-7647-0212-5, S. 32. Les Artistes de Münster. Hrsg.: Der Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Münster 1988, S. 16. Helmut Ebert: Lexikon der Bildenden und Gestaltenden Künstlerinnen und Künstler in Westfalen-Lippe. Aschendorff 2001, ISBN 978-3-402-05458-1. Künstlerlexikon für Münster und Umgebung. Hrsg.: Helmut Ebert, Münster 1996, ISBN 3-89323-050-5. Künstlerkatalog Münster 1984. Hrsg.: Westfälischer Kunstverein und BBK Münsterland, Fahle GmbH 1984.