mini|200px|Alojzy Karkoszka (1973) Alojzy Karkoszka (* 15. Juni 1929 in Roczyny, Woiwodschaft Krakau; † 20. August 2001 in Warschau) war ein Politiker der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PZPR), der unter anderem zwischen 1971 und 1975 Minister für Bauwesen und Baustoffindustrie sowie von 1975 bis 1976 Stellvertretender Ministerpräsident der Volksrepublik Polen war. Er fungierte zudem zwischen 1970 und 1971 als Erster Sekretär der Parteikomitees der Woiwodschaft Danzig und von 1976 bis 1980 der Woiwodschaft Warschau. Er war als solcher zwischen 1976 und 1980 auch Mitglied des Sekretariats des Zentralkomitees sowie 1980 noch kurzzeitig Mitglied des Politbüros des ZK der PZPR.
Leben mini|200px|Alojzy Karkoszka (Mitte), Jerzy Zasada (rechts) und Edward Pindur bei einem Besuch von Energopol 7 in Posen (1973). mini|200px|Grabstätte von Alojzy Karkoszka auf dem Powązki-Militärfriedhof in Warschau. Alojzy Karkoszka, Sohn von Antoni Karkoszka und dessen Ehefrau Katarzyna, absolvierte ein Studium im Fach Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Warschau und engagierte sich zwischen 1945 und 1949 als Mitglied des Verbandes der Jugendgewerkschaften ZWM (Związek Walki Młodych) sowie von 1949 und 1951 als des Verbandes der Polnischen Jugend ZMP (Związek Młodzieży Polskiej). Er trat 1951 trat er der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei PZPR (Polska Zjednoczona Partia Robotnicza) bei und leistete von 1951 bis 1954 Militärdienst in der Volksarmee. Er war kurzzeitig Mitarbeiter des Kraftfahrzeugherstellers Fabryka Samochodów Osobowych (FSO) und wurde 1954 hauptamtlicher Funktionär im Parteikomitee der damaligen Woiwodschaft Warschau, in dem er zuletzt zwischen 1960 und 1970 Sekretär war. Während dieser Zeit wurde er auf dem IV. Parteitag (15. –20. Juni 1964) zunächst Kandidat des Zentralkomitees (ZK) der PZPR und fungierte zwischen dem 2. Juli 1970 und dem 23. Dezember 1971 als Erster Sekretär des Parteikomitees der PZPR der Woiwodschaft Danzig.„Produktionstaten als Antwort auf PVAP-Appell. Wojewodschaftskomitee Gdarisk unterstützt ZK-Beschlüsse“, in: Neues Deutschland vom 23. Dezember 1970„Hauptbedingung für Erfolg ist angestrengte Arbeit. Edward Cierek und Piotr Jaroszewicz in Gdansk“, in: Neues Deutschland vom 27. Januar 1971
Auf dem VI. Parteitag (6. –11. Dezember 1971) wurde Karkoszka zum Mitglied des ZK der PZPR gewählt und gehörte diesem Parteigremium fast zehn Jahre lang bis zum IX. (außerordentlichen) Parteitag (14. –20. Juli 1981) an. Als Nachfolger von Andrzej Giersz wurde er am 22. Dezember 1971 als Minister für Bauwesen und Baustoffindustrie (Minister budownictwa i przemysłu materiałów budowlanych) in die erste Regierung von Ministerpräsident Piotr Jaroszewicz berufen. Er bekleidete dieses Ministeramt bis zum 28. Mai 1975 und wurde daraufhin von Adam Glazur abgelöst.„Sejm billigte Volkswirtschaftsplan der VR Polen für das Jahr 1972. Oberste Volksvertretung stimmte Veränderungen im Ministerrat zu“, in: Neues Deutschland vom 23. Dezember 1971„Enge Zusammenarbeit im Bauwesen“, in: Neues Deutschland vom 29. Januar 1972„Der neue Ministerrat“, in: Neues Deutschland vom 30. März 1972„DDR und VR Polen schlossen Vereinbarung im Bauwesen“, in: Neues Deutschland vom 25. September 1972„Engere Zusammenarbeit mit polnischen Bauleuten“, in: Neues Deutschland vom 14. November 1972 Er selbst übernahm daraufhin am 28. Mai 1975 in der zweiten Regierung Jaroszewicz das Amt eines stellvertretenden Ministerpräsidenten der Volksrepublik Polen (Wiceprezes Rady Ministrów) und behielt dieses vom 27. März bis zu seiner Ablösung durch Jan Szydlak am 2. Dezember 1976 auch in der dritten Regierung Jaroszewicz.„Sejm billigte Verwaltungsreform. Polens Parlament nahm Veränderungen im Ministerrat vor“, in: Neues Deutschland vom 29. Mai 1975
Am 25. März 1976 wurde Alojzy Karkoszka für die PZPR Mitglied des Parlaments Sejm und gehörte diesem bis zum 31. Juli 1985 an, wobei er in dieser siebten Legislaturperiode (1976 bis 1980) den Wahlbezirk „Nr. 62 Szczecin“ sowie in der achten Legislaturperiode (1980 bis 1985) den Wahlbezirk „Nr. 62 3 Warszawa-Wola“ vertrat. Als Nachfolger von Józef Kępa übernahm er am 7. Dezember 1976 die Funktion als Erster Sekretär des Parteikomitees der PZPR der Woiwodschaft Warschau und behielt diese bis zum 14. Dezember 1980, woraufhin Stanisław Kociołek neuer „Parteichef“ von Warschau wurde.„Sejm behandelte Planentwürfe“, in: Neues Deutschland vom 3. Dezember 1976„Neuer 1. Sekretär des Parteikomitees Warschau“, in: Neues Deutschland vom 8. Dezember 1976„Ehrendes Gedenken an Helden des Warschauer Aufstandes. Polens Hauptstadt beging 35. Jahrestag des Beginns der Aktion“, in: Neues Deutschland vom 2. August 1979„Treffen mit Parteiaktiv der Warschauer Stadtorganisation. Volle Unterstützung für die Beschlüsse des 6. Plenums“, in: Neues Deutschland vom 8. September 1980 Er war kraft seiner Parteifunktion auch Vorsitzender des Nationalrates von Warschau und fungierte darüber hinaus zwischen dem 2. Dezember 1976 und dem 14. Februar 1980 als Sekretär des ZK der PZPR.„Beschlüsse des Parteitages werden verwirklicht“, in: Neues Deutschland vom 3. Dezember 1976 Er wurde außerdem auf dem VIII. Parteitag (11.–15. Februar 1980) zum Mitglied des Politbüros des ZK gewählt und gehörte diesem obersten Führungsgremium der PZPR bis zum 7. Plenum des ZK am 19. November 1980 an.„Der Parteitag der PVAP in Warschau beendet. Edward Gierek zum Ersten Sekretär des ZK wiedergewählt. Generallinie der polnischen Bruderpartei wurde bestätigt“, in: Neues Deutschland vom 3. Dezember 1980„7. Plenum des ZK der PVAP beendet“, in: Neues Deutschland vom 16. Februar 1980 Zum Ende seiner Parlamentszugehörigkeit gehörte er in der achten Legislaturperiode von 1980 bis 1985 dem Sejm-Ausschuss für Planung, Haushalt und Finanzen als Mitglied an.
Für seine Verdienste in der Volksrepublik Polen wurde Karkoszka mehrfach ausgezeichnet und erhielt unter anderem den Orden des Banners der Arbeit Erster und Zweiter Klasse, das Komturkreuz des Ordens Polonia Restituta sowie Verdienstkreuz in Silber. Nach seinem Tode wurde er auf dem Powązki-Militärfriedhof in Warschau beigesetzt.
Literatur Tadeusz Mołdawa: Naczelne władze państwowe Polski Ludowej 1944–1979, Warschau 1979 Tadeusz Mołdawa: Ludzie władzy 1944–1991. Władze państwowe i polityczne Polski według stanu na dzień 28 II 1991 („Machthabende Personen 1944–1991. Staatliche und politische Autoritäten in Polen am 28. Februar 1991“), Warschau 1991
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Einzelnachweise
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