Die Kunstgeschichtliche Gesellschaft zu Berlin ist ein wissenschaftlicher, nicht eingetragener Verein,Website der Gesellschaft, abgerufen am 6. Mai 2026. der sich der Erforschung und Vermittlung von Kunstgeschichte widmet.
Geschichte Gründung Die Kunstgeschichtliche Gesellschaft zu Berlin wurde im Jahr 1887 durch Wilhelm von Bode, damals Assistent der Gemäldegalerie, ab 1890 deren Direktor, gegründet. Ihm zur Seite standen dabei Friedrich Lippmann, Direktor des Kupferstichkabinetts, und Robert Dohme, Hausbibliothekar Kaiser Wilhelms I., gleichzeitig Direktor der Kunstsammlungen des preußischen Königshauses.
1933–1945 Ihre besondere Prägung erfuhr sie in der Zeit bis 1933 durch Gelehrte wie Heinrich Wölfflin, Wilhelm Vöge, Max J. Friedländer und Adolph Goldschmidt. Ein Höhepunkt in der Geschichte der Gesellschaft war die am 17. Januar 1933 veranstaltete Festsitzung anlässlich des 70. Geburtstags von Adolph Goldschmidt. Unter den besonders hervorzuhebenden Personen gehört insbesondere die Berliner Kunsthistorikerin Grete Ring, die spätestens 1919 Mitglied wurde und während ihrer gesamten Zeit in Berlin blieb. Sie schloss ihr Studium der Kunstgeschichte 1912 mit der Promotion bei Heinrich Wölfflin in München ab. Als Mitarbeiterin der Berliner Nationalgalerie erwarb sie umfangreiche Sammlungen von etwa Carl Gustav Carus, Anselm Feuerbach, Caspar David Friedrich, Friedrich Overbeck, Adolph Menzel und Max Liebermann. Zu Beginn der 1920er-Jahre wechselte sie zum renommierten Berliner Kunstsalon Cassirer, wo sie bis 1935 Ausstellungen kuratierte, Katalog- und Fachartikel verfasste und mit Kunst handelte. 1926, nach dem Freitod Paul Cassierers, übernahm sie gemeinsam mit Walter Feilchenfeldt die Leitung der Kunsthandlung, bevor sie 1935 als Jüdin über Amsterdam nach London emigrierte. Sie starb 1952. Es gereicht der Kunstgeschichtlichen Gesellschaft zu Berlin zur Ehre, dass es ihr in der Folgezeit bis in die Kriegsjahre hinein gelang, ihr wissenschaftliches Programm in Distanz zur herrschenden Ideologie fortzuführen.
Neugründung Anfang 1952 wurde die Kunstgeschichtliche Gesellschaft in West-Berlin durch Ernst Kühnel, Direktor der Islamischen Sammlung, Friedrich Winkler, Direktor des Kupferstichkabinetts, und Edwin Redslob, Reichskunstwart in der Weimarer Republik und Mitbegründer der Freien Universität, erneut ins Leben gerufen. Auch in der Nachkriegszeit wurde sie bis heute in ihrer wissenschaftlichen Ausrichtung von hervorragenden Persönlichkeiten der Berliner Kunstgeschichte geprägt – zu nennen wären hier insbesondere, neben den erwähnten Neugründern, Paul Ortwin Rave, Hans Kauffmann, Cornelius Müller Hofstede, Peter Bloch, Fedja Anzelewsky, Helmut Börsch-Supan, Reiner Haussherr und Hartmut Krohm.
Die Kunstgeschichtliche Gesellschaft zu Berlin, die sich nach wie vor den zahlreichen musealen Institutionen der deutschen Hauptstadt eng verbunden fühlt, aber auch immer wieder Brücken zu den Hochschulen schlägt, bietet derzeit vier Kuratorenführungen durch Sonderausstellungen, die Vorstellung hochrangiger Neuerwerbungen für die Museen sowie wissenschaftliche Vorträge im Jahr an.
Aufgaben und Ziele Das Ziel war die Schaffung einer wissenschaftlichen Gesellschaft in enger Verbindung mit den Königlichen Museen, die damals nicht zuletzt aufgrund der Tätigkeit von Bodes Weltgeltung erlangten. „Kunsthistoriker, Kunstfreunde und Sammler Berlins“ sollten sich in der Gesellschaft in regelmäßig stattfindenden Sitzungen zu „kunstgeschichtlichen Vorträgen, Mitteilungen über Kunstversteigerungen und allerlei aktuelle Fragen“ versammeln. Die Kunstgeschichtliche Gesellschaft zu Berlin, der schon bald alle Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker von Rang sowie zahlreiche Sammler und kunstinteressierte Laien angehörten, informierte neben Vorträgen über die Kunstgeschichte der Nachantike einschließlich der islamischen Reiche auch über Neuerwerbungen der Museen und Neuerscheinungen auf dem Publikationssektor. Des Weiteren veranstaltete sie um 1900 bedeutende Ausstellungen.
Publikationen Die Kunstgeschichtliche Gesellschaft zu Berlin veröffentlichte von 1890 bis 1998 die Schriftenreihe Sitzungsberichte der Kunsthistorischen Gesellschaft sowie die von 1918 bis 1926 bei E. A. Seemann verlegte und von Gustav Kirstein herausgegebene Zeitschrift Kunstchronik und Kunstmarkt. Wochenschrift für Kenner uns Sammler, die bereits vollständig digitalisiert bei der Universitätsbibliothek Heidelberg zur Verfügung steht. Die Sitzungsberichte werden derzeit (Stand: 5. Mai 2026) durch die Gesellschaft digitalisiert und über ihre Website kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Weblinks Website
Einzelnachweise
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