Wilhelm Heinrich Ludwig Arend Graf von Perponcher-Sedlnitzky (* 17. Juli 1819 in Berlin; † 24. Juni 1893 in Neudorf) war ein deutscher Diplomat.

Herkunft und Familie Er entstammte dem niederländischen Adelsgeschlecht Perponcher-Sedlnitzky. Er war der Sohn des niederländischen Generals und Diplomaten Heinrich Georg Graf von Perponcher-Sedlnitzki (1771–1856) und dessen Ehefrau Wilhelmine Friederike Adelheid Gräfin van Reede tot Ginkell (1792–1861). Er hatte zwei jüngere Brüder, darunter den preußischen General Friedrich von Perponcher-Sedlnitzky (1821–1909).

Wilhelm von Perponcher-Sedlnitzky war ab 1853 mit Antoinette Louise Emilie Julie von Maltzahn (1824–1899), Tochter von Mortimer von Maltzahn, verheiratet. Sie war Hofdame von Königin Elisabeth, Oberhofmeisterin von Kronprinzessin Victoria und Oberhofmeisterin von Kaiserin Augusta. Sie hatten fünf gemeinsame Kinder: Alexander Heinrich Georg Wilhelm von Perponcher-Sedlnitzky (1854–1937) Georg Wilhelm Louis von Perponcher-Sedlnitzky (1856–1863) Elisabeth Victoria Adelaide Charlotte von Perponcher-Sedlnitzky (1858–1894) ⚭ 1889 Gebhard Leberecht Blücher von Wahlstatt (1836–1916) August Victor Friedrich Wilhelm von Perponcher-Sedlnitzky (1861–1900) Wilhelm Ernst Robert Heinrich von Perponcher-Sedlnitzky (1862–?)

Werdegang Wilhelm von Perponcher-Sedlnitzky legte 1839 das Abitur am Joachimsthalschen Gymnasium ab. Von 1835 bis 1940 besuchte er Vorlesungen an der Berliner Universität. 1840 begann er den Vorbereitungsdienst für den Auswärtigen Dienst. Ab 1841 war er Auskultator bei der Regierung in Potsdam. 1843 bestand er das Diplomaten-Examen.

Ab 1844 war Wilhelm von Perponcher-Sedlnitzky preußischer Legationssekretär in Konstantinopel. 1849 ging er, ebenfalls als Legationssekretär, nach London. Ab 1852 war er Geschäftsträger in Turin, der Hauptstadt des Königreichs Sardinien. Daraufhin war er von 1853 bis 1857 diplomatischer Vertreter mit dem Rang eines Ministerresidenten im Herzogtum Nassau, im Großherzogtum Hessen und der Freien Stadt Frankfurt mit Sitz in Darmstadt. Von 1859 bis 1861 war er Gesandter in Neapel, der Hauptstadt des Königreichs beider Sizilien. Anschließend war er von 1862 bis 1863 Gesandter in München. Von 1863 bis 1874 folgte eine lange Amtszeit in Den Haag; dieses Amt füllte er zunächst als preußischer Gesandter, dann ab 1867 als Gesandter des Norddeutschen Bunds und ab 1871 als Gesandter des Deutschen Reichs. Schließlich war er von 1874 bis 1875 deutscher Gesandter in Brüssel. 1875 bat er um seine Entlassung aus dem Auswärtigen Dienst; dem Antrag wurde stattgegeben.

Außerdem hatte Wilhelm von Perponcher-Sedlnitzky verschiedene Hofämter am preußischen Königshof inne. Ab 1846 war er Kammerherr, von 1858 bis 1859 diensttuender Kammerherr bei Kronprinzessin Victoria. Von 1879 bis 1888 war er Oberschlosshauptmann von Berlin und Leiter der Königlichen Gartenintendantur.

Wilhelm von Perponcher-Sedlnitzky war Besitzer von Schloss Neudorf, wo er neue neogotische Wirtschaftsbauten errichtete. Dort verbrachte er seinen Lebensabend und starb. Nach seinem Tod erbte sein ältester Sohn Alexander das Schloss. Außerdem war er Besitzer von Schloss Gladishof, das er von Augusta von Redern erwarb und das nach seinem Tod sein dritter Sohn August erbte.

Auszeichnungen 1857: Roter Adlerorden 3. Klasse mit Schleife 1869: Großkreuz des Ordens der Eichenkrone 1872: Wirklicher Geheimer Rat

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