Die Percival-Stachelmaus (Acomys percivali) ist ein in Ostafrika verbreitetes Nagetier in der Gattung der Stachelmäuse. Die Population wurde zeitweilig als Synonym der Kemp-Stachelmaus betrachtet, die ihrerseits oft als Unterart der Ägyptischen Stachelmaus gelistet wurde. Studien im späten 20. Jahrhundert stellten fest, dass die Art genetisch und von der Morphologie mehr der Wilson-Stachelmaus ähnelt.
Das Tier ist nach dem britischen Jagdaufseher Arthur Blayney Percival benannt.
Merkmale Diese kleine Stachelmaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 82 bis 111 mm, eine Schwanzlänge von 39 bis 92 mm und ein Gewicht von 18 bis 48 g. Es kommen 9 bis 15 mm lange Hinterfüße und Ohren von 11 bis 15 mm Länge vor. Auf dem Rücken und an der Basis des Schwanzes sind Stacheln ins graue bis graubraune Fell eingemischt. Das weiße Fell der Unterseite besitzt keine Stacheln. Es sind 36 Chromosomen im diploiden Chromosomensatz vorhanden (2n=36). Am hinteren Teil des Schwanzes befinden sich wenige unscheinbare Borsten. Bei erwachsenen Männchen kann eine Stelle am Bauch durch eine Drüse gelb gefärbt und ölig sein. Hinter den dunklen Ohren befinden sich keine andersfarbigen Flecke und ein weißlicher Punkt davor kann fehlen. Der Schwanz fällt bei Unfällen leicht ab.
Bei der Wilson-Stachelmaus sind im oberen Fell deutliche zimtfarbene oder kastanienbraune Schattierungen enthalten. Sie hat einen im Verhältnis zum Körper längeren Schwanz.
Verbreitung und Lebensweise Dieses Tier lebt im südlichen Südsudan, nordöstlichen Uganda, zentralen und nordwestlichen Kenia sowie im südwestlichen Äthiopien. Es hält sich im Flachland und in mittelhohen Gebirgen bis 1000 Meter Höhe auf. In Kenia erstreckt sich die südliche Population entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruchs. Als Habitat dienen Savannen, Buschflächen und felsige Landschaften mit spärlichem Bewuchs. In den Savannen treten oft Akazien auf und bewohnte Flusstäler sind gewöhnlich baumfrei. Im Umfeld von Kopjes kann die Percival-Stachelmaus das dominante Nagetier sein. Sie ersetzt im zentralen Kenia die Kemp-Stachelmaus.
Die Percival-Stachelmaus sucht nachts nach Nahrung und sie kann gut im felsigen Gelände klettern sowie ein Meter hohe Sprünge ausführen. Dabei macht die Stachelmaus eine Umdrehung und landet mit dem Kopf nach unten auf einer abwärts geneigten Fläche. Das Tier ist im Gegensatz zu einigen anderen Stachelratten selten aggressiv. Nur bei großer Populationsdichte kommen Kämpfe vor. Ansonsten liegen die Exemplare eng beieinander und putzen sich gegenseitig das Fell. Die durchschnittliche Populationsdichte ist 100 bis 300 Individuen pro Hektar. Die Tiere verweilen lange an Kopjes, so dass markierte Exemplare nach zwei Jahren nicht weit vom ursprünglichen Fundort registriert wurden. In der Trockenzeit besteht die Nahrung zu 60 bis 95 Prozent aus Gliedertieren. In der Übergangszeit und in der Regenzeit nimmt der Anteil an Pflanzensamen, Blättern und Kräutern auf 45 bis 65 Prozent zu.
Tiere, die sich bedroht fühlen, pressen sich in eine Felsspalte, so dass nur noch der Schwanz und die daran befindlichen Stacheln sichtbar sind. Für einen Fressfeind bleibt nur der Schwanz als Beute übrig. Bei der Jagd beißt das Tier von Heuschrecken erst die Beine ab, sodass diese nicht entkommen können.
Alle Weibchen, die ein Kopje bewohnen, gebären ihre Nachkommen innerhalb weniger Tage. Die Periodizität kann selbst zwischen Kopjes variieren, die nur ein bis zwei Kilometer voneinander entfernt sind. Geburten können zu allen Jahreszeiten erfolgen und es ist keine Kopplung an Regenfälle bekannt. Nach etwa 35 Tagen Trächtigkeit enthält ein Wurf ein bis zwei Neugeborene. Diese sind bei Geburt recht gut entwickelt mit einem Gewicht von ungefähr 5 g, weichen Haaren und dem Vermögen feste Nahrung aufzunehmen. Nach etwa 5 Wochen, wenn die Jungtiere 8 bis 20 g wiegen, entwickeln sich die Stacheln.
Gefährdung Im Verbreitungsgebiet dominiert die natürliche Weidewirtschaft, die keine Bedrohung für die Art darstellt. Siedlungen sind weit verstreut. Der Populationsrückgang ist, wenn überhaupt vorhanden, sehr gering. Die IUCN listet die Percival-Stachelmaus als nicht gefährdet (least concern).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Deomyinae (Unterfamilie)