Ērihs Jānis Pētersons (* in Riga; † 29. Juni 1987 in Paw Paw), auch in der Schreibweise Erich Jahn Petersohn und Ēriks Pētersons, war ein lettischer Fußball- und Eishockeyspieler. Er war für die lettische Fußballnationalmannschaft und Eishockeynationalmannschaft aktiv.

Leben Ēriks Pētersons wurde als jüngstes von vier Kindern des Schuhmachers Kārlis Pētersons und seiner Frau Franciska (geb. Lizete) geboren. 1937 heiratete er seine Frau Alla; aus dieser Ehe ging die Tochter Ilze hervor. In zweiter Ehe heiratete er Mirdza (geb. Pleca, 1920–2007). Aus dieser Ehe stammte sein gleichnamiger Sohn (1957–1980). Außerdem nahm die Familie eine Adoptivtochter auf. Während des Ersten Krieges lebte er mit seiner Familie als Flüchtling in Tartu. Nach dem Krieg kehrte die Familie nach Lettland zurück. Pētersons besuchte die Städtische Grundschule und das Städtische Gymnasium in Riga. Ab 1930 studierte er zeitweise Volkswirtschaftslehre der Fakultät für Volkswirtschaftslehre und Recht der Universität Lettlands. Neben seinem Studium arbeitete er Anfang der 1930er Jahre als Büroangestellter in der Verwaltung des Nationaltheaters. Von 1933 bis 1934 leistete er seinen Wehrdienst in der Lettischen Armee als Telefonist ab. Nach seinem Wehrdienst arbeitete er als Tagelöhner. Ab 1934 war er bei der Lettischen Eisenbahn als Warensteuerprüfer, später als Buchhalter tätig. Anfang der 1940er Jahre schloss er sein Studium ab. Während der NS-Besatzung arbeitete er weiterhin in der Eisenbahnverwaltung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte er in das frühere Schweidnitz das nun unter polnischer Verwaltung stand. Danach lebte er in verschiedenen Flüchtlingslagern in Deutschland, darunter Esslingen am Neckar und Karlsruhe. Ende der 1940er Jahre wanderte er in die USA aus und lebte in Chicago. In Esslingen hatte Pētersons den Maurerberuf erlernt, den er auch in den USA ausübte, wo er später als Bauunternehmer tätig war.

Karriere Verein Seine Vereinskarriere begann Pētersons im Jahr 1927 seiner Heimatstadt Riga im Kader des RFK Riga. In den ersten drei Jahren wurde er mit der Mannschaft Vizemeister.Virslīga 1927 (lettisch)Virslīga 1928 (lettisch)Virslīga 1929 (lettisch) Erst 1930 gewann er, an der Seite von Jānis Lidmanis und Stürmer Arkādijs Pavlovs, seinen ersten Meistertitel. Dieser konnte ein Jahr später erfolgreich verteidigt werden.Virslīga 1930 (lettisch)Virslīga 1931 (lettisch) In den folgenden zwei Spielzeiten belegte er mit der Mannschaft einen dritten Platz 1932 und gewann eine weitere Vizemeisterschaft 1933.Virslīga 1932 (lettisch)Virslīga 1933 (lettisch) Erst 1934 gewann Pētersons seinen dritten Landestitel und konnte ein Jahr später das Double mit Meisterschaft und nationalem Pokal feiern.Virslīga 1934 (lettisch)Virslīga 1935 (lettisch) Seinen letzten Titel gewann er 1940 an der Seite von Ēriks Raisters und Torschützenkönig Fricis Kaņeps.Virslīga 1940 (lettisch)

Im Zuge der sowjetischen Besetzung Lettlands im Zweiten Weltkrieg wurde der RFK Riga aufgelöst. Ein großer Teil der Mannschaft wechselte daraufhin zum FK Dinamo Riga. Pētersons hingegen spielte bis 1941 bei Studenti Rīga und Lokomotive Rīga. Einen Titel gewann er in dieser Zeit jedoch nicht, weil die Saison 1940/41 nach fünf Spieltagen wegen der Invasion der Roten Armee abgebrochen wurde. Auch die Übergangssaison 1941 wurde nach der Besetzung durch die Wehrmacht eingestellt. Pētersons emigrierte in den 1940er Jahren in die Vereinigten Staaten und spielte dort für den von schwedischen Einwanderern gegründeten Verein Viking Athletic in Chicago. Über den weiteren Verlauf seiner Karriere und den Zeitpunkt seines Rücktritts vom aktiven Fußball sind keine verifizierbaren Informationen bekannt.

Nationalmannschaft Sein Debüt für Lettland gab Pētersons am 14. August 1929, im Rahmen des Baltic Cup 1929 gegen die Auswahl von Litauen (3:1), im Alter von 19 Jahren.Latvia vs Lithuania 14 August 1929 (englisch) Hier belegte er an der Seite von Voldemārs Grāvelis, Alberts Šeibelis und Torjäger Voldemārs Plade den zweiten Platz des Turniers.Baltic Cup 1929 (englisch) Sein erstes Länderspieltor erzielte er noch im gleichen Jahr im Freundschaftsspiel gegen Finnland (3:1).Finland vs Latvia 15 September 1929 (englisch) Im Rahmen des Baltic Cup 1930 erzielte er in den Gruppenspielen gegen Estland und Litauen vier Tore für Lettland und wurde damit Torschützenkönig des Turniers.Baltic Cup 1930 (englisch) Zwei Jahre später gewann Pētersons mit dem Baltic Cup 1932 seinen ersten Internationalen Titel, welcher 1933 auch erfolgreich verteidigt werden konnte.Baltic Cup 1932 (englisch)Baltic Cup 1933 (englisch) In den Jahren 1936 und 1937 gelang es ihm, mit der Mannschaft den Titel ebenfalls erfolgreich zu verteidigen.Baltic Cup 1936 (englisch)Baltic Cup 1937 (englisch) Seinen letzten internationalen Titel gewann Pētersons im Rahmen des Baltic Cups im Jahr 1940.Baltic Cup 1940 (englisch) Er nahm zudem an Qualifikationsspielen zur Weltmeisterschaft 1938 teil, konnte jedoch keine nennenswerten Erfolge erzielen. Seinen letzten Einsatz im Trikot der Vilki absolvierte er, unter Trainer Rudolf Stanzel, am 24. September 1939 im Rahmen eines Freundschaftsspiels gegen die Auswahl von Finnland (0:3).Finland vs Latvia 24 September 1939 (englisch) Insgesamt absolvierte er 63 Länderspiele, in denen ihm 24 Tore gelangen. Von 1931 bis 2009 hielt Pētersons den Rekord der lettischen Nationalmannschaft für die meisten Tore und die meisten Länderspiele.

Eishockey Ēriks Pētersons spielte von 1932 bis 1933 sechsmal für die Lettische Eishockeynationalmannschaft und nahm an der Europameisterschaft 1932 in Berlin sowie der Weltmeisterschaft 1933 in Prag teil. Er vertrat auf Vereinsebene den RFK Riga bei den lettischen Eishockeymeisterschaften von 1931 bis 1935.

Erfolge Verein Lettischer Meister (5): 1930, 1931, 1934, 1935, 1940 Lettischer Pokalsieger (3): 1935, 1937, 1939

Nationalmannschaft Baltic Cup (5): 1932, 1933, 1936, 1937, 1940

Persönliche Auszeichnungen Torschützenkönig des Baltic Cup: 1930 (4 Tore) 1933 (2 Tore)

Weblinks Lebenslauf bei kazhe.lv (lettisch)

Latvia - List of Champions (englisch) Latvia - List of Cup Winners (englisch)

Einzelnachweise

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