Walter Shlomo Gross, auch Groß, (; geboren 7. November 1911 in Stettin; gestorben 19. September 1995 in Bad Reichenhall) war ein deutsch-israelischer Journalist.

Leben Walter Groß studierte ab 1929 Geschichtswissenschaft in Königsberg, Heidelberg, Berlin und Frankfurt am Main und wurde 1933 bei Karl Hampe und Ernst Kantorowicz mit der Dissertation Die Revolutionen in der Stadt Rom, 1219—1254 promoviert. Da die beruflichen Möglichkeiten nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 für Juden aus rassistischen Gründen stark eingeschränkt wurden, arbeitete er zunächst bei der Zionistischen Vereinigung für Deutschland (ZVfD) in Hannover, Hamburg und Berlin. 1935 wurde er Redakteur bei der Zeitung Jüdische Rundschau, bis diese nach den Novemberpogromen 1938 ihr Erscheinen einstellen musste. Er war 1938/39 im Palästina-Amt der Jewish Agency in Deutschland beschäftigt. Groß gelang 1939 die Flucht nach Palästina.

Gross wurde 1941 Mitglied der paramilitärischen Organisation Haganah. Nach der Gründung des Staates Israel erhielt er 1949 von seinem ehemaligen Kommilitonen Gershom Schocken ein Angebot zur Mitarbeit in der Tageszeitung Haʾaretz und wurde 1951 in die Leitung der Redaktion aufgenommen. Er war einer der Chefkolumnisten der Zeitung. In den 1950er- und 1960er-Jahren schrieb er auch als Nahost-Korrespondent für die britische Zeitung The Guardian.

Schriften (Auswahl) Die Revolutionen in der Stadt Rom, 1219–1254. Historische Studien. Berlin: Ebering, 1934, Heidelberg, Univ., Diss., 1933 Moses Calvary: Das neue Judentum fünf Aufsätze. Nachwort Walter Groß. Berlin: Schocken Verlag, 1936, S. 88–90 The Zionist Students' Movement. The Leo Baeck Institute Year Book, Volume 4, Issue 1, Januar 1959, S. 143–164

Literatur Gross, Walter, Dr., in: Joseph Walk: Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. München: Saur, 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 126 Eric Silver: Walter Gross: Zionist words of wisdom. Nachruf, in: The Guardian, 22. September 1995, S. 17 Katrin Diehl: Die jüdische Presse im Dritten Reich: zwischen Selbstbehauptung und Fremdbestimmung. Tübingen: Niemeyer, 1997, ISBN 3-484-65117-2 (Zugl.: München, Univ., Diss.). Kurzbiografie auf S. 349

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