Salomon Jüdel, auch Schlomo Jüdel, (geboren am 15. April 1804 in PeineReinhard Bein: Sie lebten in Braunschweig. Biografische Notizen zu den in Braunschweig bestatteten Juden (1797 bis 1983). S. 249.; gestorben am 4. März 1879 in Braunschweig) war ein deutscher Kaufmann, der ein Mode- und Manufakturgeschäft in Braunschweig betrieb.
Leben mini|Der Kohlmarkt um 1880, Eckhaus Nr. 16rechts vor der Straßeneinmündung Salomon war ein Sohn des Kaufmanns Markus Isaak oder Marcus Isaac Jüdel und der Sara Itzig (15. Juli 1765 – 25. Mai 1814) sowie ein Bruder von Julius Mühling (1793–1874). Er lebte seit seinem zehnten Lebensjahr in Braunschweig und war ein Mitglied der dortigen jüdischen Gemeinde. Später trat er in das väterliche Geschäft ein und führte seit 1837 als Mitinhaber die Modewarenhandlung und Manufaktur am Kohlmarkt Nr. 16 (Ass. Nr. 162), die 1778 als Handlung „en Detail mit Schnitt-, Putz- und anderen einschlagenden Waren“ in Halberstadt gegründet worden war und sich anfänglich als Kriegslieferant betätigte. Sein Vater kam 1813 aus Wolfenbüttel und hatte das Haus am Kohlmarkt Ecke Schützenstraße von Isaak Herz Samson (13. Januar 1778 – 5. April 1849), einem Sohn des Bankiers Herz Samson, erworben und seine Ellenwarenhandlung hierher verlegt. Das Haus, an dessen Stelle sich seit der Mitte des 14. Jahrhunderts eine Münzschmiede befunden hatte, wurde nun als „Jüdelsches Haus“ bezeichnet.
Das Haus in der Breiten Herzogstraße 9/10 in Wolfenbüttel hatte er in der Zeit der Befreiungskriege und der Zugehörigkeit zum Königreich Westphalen an seinen Landsmann, den Ellenwarenhändler Lippmann Wolff Reis, verkauft. Dieser Kauf wurde jedoch durch die Braunschweigische Verordnung vom 2. Januar 1818 für ungültig erklärt. Dies führte in den Jahren 1819 bis 1826 zu einem langwierigen Prozess um den Besitz des Hauses, an dem sich die Familie Jüdel beteiligte, die 1835 erneut erfolglos wegen dieses Grundstücks prozessierte. Reis erwarb stattdessen das gegenüberliegende Haus Nr. 22. Jüdel war 1861 Mitglied des Festkomitees der Tausendjahrfeier der Stadt Braunschweig.
Sein Sohn Max Jüdel trat nach der Ausbildung in das Geschäft ein und übernahm 1870, gemeinsam mit dem Prokuristen, dessen Leitung. Das Unternehmen bestand noch bis 1903. Der Kaufmann Hermann Saloschin (1870–1945) erwarb das Geschäftshaus von Max Jüdel und ließ es für seine Zwecke umbauen.
Familie Jüdel war mit Julie (geborene Baruch Oppenheimer, 7. Mai 1813 – 17. April 1895) verheiratet, mit der er mehrere Kinder hatte: Jizchak, Alexander/Alex Jüdel Segal (27. Mai 1833 – 23. September 1862) Issak Itzig Jüdel (28. Mai 1833) Therese Jüdel (1835–1837) Sara Jüdel (5. Oktober 1837 – 1886) ⚭ mit Leopold von Stern († 1886) Paul Jüdel (4. November 1841 – 1. April 1918) Vorsitzender des Aufsichtsrats der Eisenbahnsignal-Bauanstalt Max Jüdel & Co. seines Bruders Max sowie Mitglied der Victoria Versicherung AG in Berlin. Max Mordechai Jüdel (10. Oktober 1845 – 9. Oktober 1910) Kaufmann, Unternehmer und Mäzen. Jüdel hatte eine jüngere Schwester Johanna Jüdel (8. März 1805 – 21. April 1882), die 1831/1832 den Textilkaufmann, Lotterieagenten, Geldwechsler und Rabbiner Samson Raphael Hirsch (20. Juni 1808 – 31. Dezember 1888) heiratete.Hirsch, Samson Raphael Mendel Rabbiner Pseud.: Ben Usiel. In: Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 12: Hirs–Jaco. Κ. G. Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-22692-2, S. 5–11, hier S. 5.
Literatur Reinhard Bein: Ewiges Haus. Jüdische Friedhöfe in Stadt und Land Braunschweig. Braunschweig 2004, ISBN 3-925268-24-3, S. 179 f. Reinhard Bein: Sie lebten in Braunschweig. Biografische Notizen zu den in Braunschweig bestatteten Juden (1797 bis 1983). In: Mitteilungen aus dem Stadtarchiv Braunschweig. Nr. 1, Döring Druck, Braunschweig 2009, ISBN 978-3-925268-30-4, S. 249.
Weblinks Max Jüdel Biografie (PDF; 2,3 MB) ljg-brawo.de
Einzelnachweise
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