Kneiart (auch: Kneyart, Kuneyart o. ä.) ist der Name eines erloschenen Kölner Uradels- und Patriziergeschlechts. Es stammt aus dem gleichnamigen Haus in der Kolumbapfarre, dem es den Namen gab.
Geschichte Hermann Kneiart, Sohn des Heinrich († vor 1323),Joseph Hansen: Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, Band 12, M. DuMont-Schauberg’sche Buchhandlung, Köln 1902, S. 144 (upload.wikimedia.org). war Priester und wohl auch der prominenteste Spross der Familie. So erschienen erstmals im Jahre 1286 auf der Breite StraßeHansen (1902), S. 144 und schenkte 1323 das Backhaus auf der Breite Straße an zwölf Beginen; deshalb gilt er als Gründer des Beginenkonvents Graloch, das später als St. Anna zum oberen Lämmchen bekannt war. 1304 trat Hermann auch als Capellarius und Rektor der Kapelle St. Quintini auf.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0418 / Merten, Urkunden AA 0418, Nr. 10, abgerufen am 4. Mai 2026.
Neben ihnen ist folgende Stammliste überliefert:
Außerdem:
Ein Gerlach gt. Kneiart erschien am 25. Juni 1342 als Zeuge in einer Urkunde des Dietrich von Kerpen.Günter Aders (Bearb.): Urkunden und Akten der Neuenahrer Herrschaften und Besitzungen Alpen, Bedburg, Hackenbroich, Helpenstein, Linnep, Wevelinghoven und Wülfrath sowie der Erbvogtei Köln, (= Inventare Nichtstaatlicher Archive Band 21), Rheinland-Verlag, Bonn 1977, S. 300 (afz.lvr.de). Vor 1344 waren Hermann und Heinrich Kneiart Amtleute von St. Kolumba. Matthias Kneiart war 1375, 1393, 1396 und 1397 im weiten Rat vertreten. 1513 verkaufte Kreuzbruder Hermann Kneyart zwei Häuser („zum großen und kleinen Kneyart“; Schildergasse 74–76) an die wohlhabende Goldschmiede- und Kaufmannsfamilie Adolf Rinck (1472–1541), die auf dem Areal den bürgerlichen Prachtbau „zum goldenen Ring“ mit einer großen gewölbten Halle errichteten, den die Patrizierfamilie Rinck zu ihrem Stammsitz machte.
Literatur Cybele Crossetti de Almeida: Führende Kölner Familien im Spätmittelalter: eine prosopographische Untersuchung, Cuvillier Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-95404-966-0 (PDF; 3,3 MB auf cuvillier.de). Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 227 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht