mini|Fassade der Buvette de la Renaissance, Rue Beauvoir 21, Blois.

Die Buvette de la Renaissance ist ein Fachwerkhaus vom Ende des 15. Jahrhunderts in der Rue Beauvoir 21 im Stadtviertel Bourg-Neuf von Blois, im Département Loir-et-Cher, Frankreich. Die Fassade verbindet eine spätgotische Ornamentik mit Engoulants (tierischen Wasserspeierköpfen) und Krabben besetzten Fialen mit Elementen der frühen früh-französischer Renaissance, wie korinthischen Pilastern und einer skulptierten Kartusche. Das Gebäude ist seit dem 23. November 1946 als Monument historique eingetragen.

Lage Die Buvette de la Renaissance liegt im historischen Stadtviertel Bourg-Neuf von Blois, zwischen der Ruelle Saint-Lubin und der Rue de la Chaîne, am linken Ufer der Loire. Die Rue Beauvoir beherbergt mehrere mittelalterliche und Renaissance-Häuser: Nummer 5 stammt aus dem 15. Jahrhundert, Nummer 13 aus dem 14. Jahrhundert, Nummer 15–18 aus dem 15. Jahrhundert. Die Buvette in Nummer 21 ist das am reichsten verzierte Haus der Straße.

Geschichte Bau und frühe Geschichte Das Gebäude stammt aus dem späten 15. Jahrhundert und gehört zum blésoiser Typ des Stadtbaus mit einer Fassade zwischen zwei gemauerten Giebelwänden, ohne Auskragung und in einer für Blois charakteristischen Bauflucht. Die Ornamentik der Fassade greift Motive des Ludwig-XII.-Flügels des Schlosses Blois auf und steht in der reichen Tradition der Fachwerkhäuser des Loiretal.

Umbauten und Restaurierungen Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Erdgeschoss für gewerbliche Nutzungen umgebaut, was die ursprüngliche Struktur teilweise veränderte. Die Obergeschosse bewahren jedoch das originale Fachwerk. Das Gebäude wurde 1946 unter Denkmalschutz gestellt. 2018 erstellte der Fotograf Klaus Freckmann eine neue Fotodokumentation, die in der Mérimée-Datenbank unter der Referenz AP16R001170 verzeichnet ist.

Architektur Fachwerk und Aussteifung Die beiden Obergeschosse zeigen ein charakteristisches Diagonalfachwerk: Die Strebenpaaare kreuzen sich rautenförmig auf der Fassade und bilden ein dekoratives Rautennetz. Dieses ornamentale Motiv taucht ebenfalls am Ludwig-XII.-Flügel des Schlosses Blois auf.

Fenster und Türen Die Fenster sind paarweise pro Geschoss angeordnet, mit dekorierten Hölzernen Mittelpfosten. Die Fenster im ersten Obergeschoss zeigen skulptierte korinthische Kapitelle. Das Eingangsportal mit Rundbogen ist von Pilastern mit Blattwerk-Dekor gerahmt.

Skulpturaler Dekor Das Gebäude besitzt einen reichen Holzschnitzdekor. Engoulants (phantastische Tierköpfe) rahmen die Schwellen der Fassade, während Kragsteine (culs-de-lampe) und Krabbenfialen noch der gotischen Tradition angehören und mit korinthischen Pilastern und einer skulptierten Kartusche im ersten Obergeschoss koexistieren. Dieses Nebeneinander von Spätgotik und Frührenaissance ist typisch für das blésoiser Bauschaffen des ausgehenden 15. Jahrhunderts.

Grundriss und Materialien Der rechteckige Grundriss wird beidseitig von gemauerten Giebelwänden begrenzt. Das Eichenholzskelett ruht auf einem Sockel aus lokalem Tuffstein. Die Gefäche sind mit Ziegelsteinen oder Mischmauerwerk gefüllt. Das Satteldach endet an der Straßenseite in einem Giebeldreieck.

Stilistische Bedeutung Die Buvette de la Renaissance veranschaulicht den architektonischen Übergang im Loiretal zwischen dem ausgehenden 15. und dem frühen 16. Jahrhundert. Die lokalen Handwerker übernahmen rasch die Motive der italienischen Renaissance, die über die königlichen Bauhütten (Blois, Amboise, Chambord) verbreitet wurden, und verbanden sie mit dem traditionellen Fachwerkbau. Das Fachwerk mit Renaissancedekor ist eine Besonderheit des mittleren Loiretals, und Blois bewahrt eine der dichtesten Sammlungen solcher Häuser.

Erhaltungszustand Das Gebäude steht seit 1946 unter Denkmalschutz. Das Fachwerk der Obergeschosse ist allgemein gut erhalten. Das Erdgeschoss wurde im 19. und 20. Jahrhundert für Geschäftslokale verändert, doch ist die ursprüngliche Holzkonstruktion noch sichtbar.

Ikonografie Die Mérimée-Datenbank des französischen Kulturministeriums verwahrt zwei Fotografien des Gebäudes: eine Straßenansicht von 1945 unter der Referenz AP12R080615 sowie eine zweite Aufnahme von Klaus Freckmann aus dem Jahr 2018 unter der Referenz AP16R001170.

Denkmalschutz Die Buvette de la Renaissance wurde am 23. November 1946 in die Liste der Monuments historiques eingetragen, unter der offiziellen Bezeichnung „Mailson dite Buvette de la Renaissance“. Ihre Referenznummer in der Mérimée-Datenbank lautet PA00098361. Die Klassifizierungsakte wird in den Nationalarchiven unter der Signatur D/1/41/5-25 aufbewahrt.

Literatur

Weblinks

Mérimée-Eintrag PA00098361 auf der POP-Plattform des französischen Kulturministeriums Inventardossier IA00141046 des Inventaire général, Région Centre-Val de Loire Klassifizierungsakte bei FranceArchives

Einzelnachweise

Kategorie:Fachwerkhaus in Frankreich Kategorie:Monument historique in Blois Kategorie:Erbaut im 15. Jahrhundert