mini|Kirche St-Martin in Lamballe Die Église St-Martin (deutsch St.-Martins-Kirche) ist eine römisch-katholische Kirche in Lamballe im Département Côtes-d’Armor in Frankreich. Als ehemaliges Priorat der Abtei von Marmoutier ist sie der Ursprung des sie umgebenden Ortes. Ihr Bau begann im 11. Jahrhundert und dauerte bis ins 18. Jahrhundert. Sie weist mittelalterliche Statuen und Wandmalereien auf.
Geschichte Das Priorat Saint-Martin wurde 1084 von Gottfried I. Boterel, dem Grafen von Penthièvre, zugunsten der Abtei von Marmoutier gegründet (wahrscheinlich anlässlich eines Besuchs von Bernhard von Saint-Venant, dem Abt von Marmoutier). Mit dieser Gründung ging die Schenkung von Ländereien und Rechten an den Wäldern rund um Lamballe einher. Durch diese im frühen Mittelalter übliche Praxis hofften die Feudalherren, dass die Gründung eines Priorats den Anstoß zur Entwicklung eines Marktfleckens geben würde. Dies trat auch ein: Saint-Martin wurde im 13. Jahrhundert zur Pfarrei erhoben, und das Priorat wurde zu einem Prioratspfarrhaus, das es bis zur Revolution blieb.
Das Gebäude wurde 1907 als monument historique unter Denkmalschutz gestellt.
Architektur
Inneres Das Mittelschiff ist überwiegend romanisch und stammt vermutlich aus dem späten 11. oder dem 12. Jahrhundert. Es ist mit dem südlichen Seitenschiff durch vier Rundbögen im romanischen und einen Spitzbogen im gotischen Stil verbunden. Zum nördlichen Seitenschiff führen zwei Rundbögen und ein Spitzbogen. Der obere Teil des Kirchenschiffs ist mit kleinen Blindfenstern versehen, die von der ehemaligen vierfachen Dachkonstruktion zeugen; damals waren die Seitenschiffe mit eigenständigen Dächern bedeckt, und die heute verschlossenen Fenster beleuchteten das Kirchenschiff.
Ein Trennbogen trennt das Hauptschiff vom Querschiff. Der Chor und das Querschiff stammen in ihrer heutigen Form aus dem 16. und 18. Jahrhundert.
Der Chor und die angrenzenden Teile sollen im 13. Jahrhundert und dann im 16. Jahrhundert umgebaut worden sein. Das Südportal, ebenfalls ein Rundbogen, stammt wie das Kirchenschiff vermutlich aus dem späten 11. oder dem 12. Jahrhundert. Das gesamte Gebäude wurde im 16. und 18. Jahrhundert umgebaut (Wiederaufbau des Chors und des Querschiffs, Errichtung des Renaissance-Turms) und 1835 vollständig restauriert.
Außenseite
Ein Vorbau aus dem 16. Jahrhundert schützt den Südeingang der Kirche; er wird von einem Dachstuhl überspannt, auf dem die Inschrift „L’AN MIL CINQ CENT DIX NEUF JEAN LESNE ME FIT TOUT NEUF“ (Das Jahr 1599 macht mir, Jean Lesne, alles neu.) zu lesen ist. Skulpturen schmücken die Dachstuhlteile am Eingang des Vorbaus. Er beherbergt eine romanische Rundbogentür mit geschnitzten Kapitellen.
Die Kirche wird von einem Glockenturm im Renaissancestil flankiert, auf dem die Inschrift „Thomas Cornillet trésorier 1555“ (Thomas Cornillet Kämmerer 1555) zu lesen ist.
Wandmalereien Ein Bogen, ein Pfeiler und die Wand des Kirchturms weisen mittelalterliche Wandmalereien auf:
Mönch und Kelch auf einem romanischen Pfeiler in der Nähe des Chors; Christus umgegeben von Ranken auf einem romanischen Bogen; Die heilige Radegunde auf einer Mauer des alten Kirchturms (Die heilige Radegunde ist die Gründerin der Abtei Sainte-Croix in Poitiers, sie hält eine Miniaturausgabe der Abtei in ihrer rechten Hand).
Mobiliar Die Kirche besitzt einige Objekte, die als monuments historiques geschützt sind: Altaraufsatz der Südkapelle mit Bild der Anbetung der Könige von 1750. Der Altaraufsatz stammt aus dem von 1725 und ist ein Werk von René L’Hotellier, der als Bildhauer, Maler und Vergolder in Guingamp tätig war. Bild: Das Martyrium von St. Génefort, Öl auf Leinwand von Dominique Lefebvre-Desforges (1737–1769), entstanden im Jahr 1766 während seines Aufenthalts an der Académie de France in Rom. Bild: Anbetung des Heiligsten Herzes, Öl auf Leinwand von Dominique Lefebvre-Desforges (1737–1769), entstanden im Jahr 1766 während seines Aufenthalts an der Académie de France in Rom. Skulptur: Die Mildtätigkeit des Heiligen Martin, Marmor-Flachrelief aus dem 18. Jhdt. Skulptur: Marienbildnis, Terrakotta-Statuette aus dem 18. Jhdt. Skultptur: Heiliger Genefort aus dem 17. Jhdt. Die Bewohner der Region pilgerten nach Saint-Martin de Lambale, um diesen Heiligen anzurufen, der dafür bekannt war, kranke Kinder zu heilen. Taufbecken aus dem 13. Jhdt. Adlerpult aus dem 19. Jhdt.
Die Balustrade, die das Kirchenschiff vom Chorraum trennt und von Jean Richard, einem Schreinermeister und Bildhauer aus Lamballe, geschaffen wurde, stammt aus dem späten 17. oder dem frühen 18. Jahrhundert.
Der Altaraufsatz des Hauptaltars stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert, ist jedoch weder als Denkmal eingetragen noch unter Denkmalschutz gestellt. Er ist das Werk von Marc du Rufflay und Jean Hervé aus den Jahren 1667 und 1668.
Kirchenfenster Zwei große Glasfenster schmücken den Chor und die Südkapelle: im Norden: die Übergabe der Gründungsurkunde des Priorats durch Graf Gottfried Boterel an die Mönche von Marmoutier (links); der Heilige Martin (rechts). Die Glasmalerei trägt das Signum Laigneau 1892. im Süden: der Heilige Alexander, das Heiligste Herz Jesu, die Heilige Anna, der Heilige Genefort. Glasmalerei aus dem Jahr 1891.
Das südliche Seitenschiff ist mit einer Glasmalerei geschmückt, die den Heiligen Alexius darstellt, sowie mit einer Glasmalerei, die Jeanne d’Arc als Schäferin zeigt, die zum Heiligen Michael betet, dessen Stimme sie hört.
Das nördliche Seitenschiff wird von einem Glasfenster beleuchtet, das das Heiligste Herz Jesu zeigt, wie es der Heiligen Margareta Maria Alacoque erscheint.
Im hinteren Teil der Kirche befinden sich ein Glasfenster mit der Darstellung der Taufe Jesu und ein neueres Glasfenster mit dem Heiligen Martin. Entworfen wurden sie von Hubert de Sainte-Marie (1923–1991) aus Quintin.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Monument historique in Lamballe-Armor Lamballe Lamballe Lamballe Lamballe Lamballe Lamballe Kategorie:Romanische Kirche Kategorie:Bauwerk der Romanik in Frankreich