mini|150px|Flagge der FLA mini|Das von der FLA beanspruchte Azawad nimmt den gesamten nordöstlichen Teil Malis ein Die Befreiungsfront von Azawad (Tamascheq: ⵜⴰⴶⴰⵉⵜ ⵢⵏ ⵢⵙⵢⵍⵢⵍⵓ ⴰⵣⴰⵓⴰⴷ; Arabisch: جبهة تحرير أزواد; Französisch: Front de libération de l'Azawad, Abk. FLA) ist eine separatistische militärische Organisation der Tuareg in der Region Azawad im Norden Malis. Sie wurde am 30. November 2024 gegründet und wird vom Militärkommandanten Alghabass Ag Intalla angeführt.
Die FLA ist aus dem Zusammenschluss mehreren Vorgängerorganisationen hervorgegangen, darunter der Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad (MNLA). Die Organisation wurde auf der Grundlage ihrer Forderungen nach der Unabhängigkeit oder Autonomie von Azawad gegründet.
Geschichte Die Gründung der Befreiungsfront von Azawad wurde in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, nachdem sich vom 26. bis 30. November 2024 etwa 180 Funktionäre und Mitglieder des Strategischen Rahmens zur Verteidigung des Volkes von Azawad (CSP-DPA) getroffen hatten. Die Gruppe erklärte, ihr Ziel sei „die vollständige Befreiung von Azawad und die Bildung einer Azawad-Regierung“. Die Gruppe führte eine neue Flagge ein und forderte die „Selbstbestimmung“ von Azawad.
Die Organisation entstand aus dem Zusammenschluss von vier Bewegungen der CSP zu einer einzigen Einheit – der Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad (MNLA), dem Obersten Rat für die Einheit von Azawad (HCUA) sowie Rebellengruppen der Arabischen Bewegung von Azawad (MAA) und der Imghad-Tuareg-Selbstverteidigungsgruppe und Verbündeten (GATIA).
Am Tag nach der Gründung der FLA wurden sieben oder acht ihrer Anführer bei einem Bayraktar TB2 Drohnenangriff in der Nähe von Tinzaouaten getötet, darunter Fahad Ag Almahmoud, der Anführer des Rebellenflügels der GATIA, und Choguibe Ag Attaher, ein Amenukal des Tuareg-Stammes der Idnanes.
Am 25. April 2026 startete die FLA eine Offensive gegen die malische Armee und erklärte, die Kontrolle über Kidal und Teile von Gao übernommen zu haben. Russische Söldner mussten sich aus nordmalischen Städten zurückziehen. Die Offensive wird in Abstimmung mit der Dschamaat Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) durchgeführt, die auch in anderen Teilen des Landes Angriffe verübt hat.
Internationale Beziehungen Mali hat Algerien wiederholt vorgeworfen, die Befreiungsfront von Azawad, die JNIM und andere „terroristische Gruppen“ in der Sahelzone zu unterstützen. Mauretanien wurde von Bamako zudem vorgeworfen, der FLA Unterschlupf zu gewähren.
Libyen ist eine wichtige Quelle für Waffen, die für und von militanten Gruppen in der Sahelzone geschmuggelt werden.
Bamako hat den französischen Behörden vorgeworfen, die FLA zu unterstützen und Treffen ihrer Führung in Europa zu ermöglichen, als Vergeltung dafür, dass Mali die Franzosen des Landes verwiesen und durch russische Truppen ersetzt habe.
Dem FLA-Führer, Alghabass Ag Intalla, werden enge Verbindungen zur katarischen Königsfamilie nachgesagt, für die er Jagdausflüge in die Sahara organisiert hat.
Einzelnachweise
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