Max Rödelsheimer (geboren 1. November 1884 in Baisingen; gestorben September 1942 im KZ Auschwitz) war ein deutscher Fotograf. mini|hochkant|Judenboykott 1933 vor Rödelsheimers Geschäft

Leben Max Rödelsheimer war ein Sohn des Schusters Simon Rödelsheimer und der aus Buttenhausen stammenden Charlotte Marx, die Familie war kinderreich. Im Jahr 1907 eröffnete er ein Fotoatelier in Horb. Er heiratete 1909 Sara Pappenheimer, sie hatten eine Tochter, die Ehe wurde 1915 geschieden, eine zweite Ehe blieb kinderlos. Im März 1911 eröffnete er eine Filiale in Haigerloch. Im März 1912 führte er Spielfilme im Horber Lindenhof vor. 1913 löste er sein Fotoatelier in Horb auf. Rödelsheimer war Soldat im Ersten Weltkrieg und zog dann nach Pforzheim, wo er am Schlossberg ein Fotofachgeschäft betrieb.

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten war er von Boykottaufrufen betroffen und versuchte sich dagegen zu wehren, indem er sich am 1. April 1933 mit seinen Ordensdekorationen in das Schaufenster setzteIsraelitische Religionsgemeinschaft Baden: Jüdische Kinder im Lager Gurs: Fluchthilfe tut not – eine notwendige Erinnerung. Vorgeschichte 1933 - 1940 (Suchfunktion). Im Jahr 1936 wurde sein Geschäft arisiert. Im Jahr 1939 musste er in ein Judenhaus in der Pforzheimer Erbprinzenstraße 20 umziehen. In der Wagner-Bürkel-Abschiebeaktion wurde er 1940 nach Frankreich in das Camp de Gurs deportiert. Im August 1942 wurde er in das Sammellager Drancy verlegt und von dort in das KZ Auschwitz, wo er ermordet wurde.

Gedenken Am 13. März 2008 wurde vor Rödelheimers Wohnhaus am Schloßberg 11 in Pforzheim ein Stolperstein des Künstlers Gunter Demnig verlegt.

Weblinks

Sechs Fotografien zum Warenhaus Wronker / Schocken in Pforzheim von Max Rödelsheimer (1884-1942), bei Jüdisches Museum Berlin (JMB) Die frühen Jahre des Fotografen Max Rödelsheimer, in: Stadtarchiv Horb, Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen: Vom Leben in Horb am Neckar : die Geschichte der jüdischen Gemeinde und die Dokumentation ihres Friedhofs. Ubstadt-Weiher: Verlag Regionalkultur, 2019, S. 111f. Rödelsheimer Max. In: Leo-BW Max Rödelsheimer, bei stolpersteine-pforzheim Glaser, Luise (Kriegsgegnerin, „Rundfunk-Verbrechen“), Stadtgeschichte Pforzheim Timo Roller: Max Rödelsheimer, in: Thorsten Trautwein (Hrsg.): Jüdisches Leben im Nordschwarzwald. J. S. Klotz Verlagshaus, Neulingen 2022, S. 277–279

Einzelnachweise

Kategorie:Fotograf (Deutsches Reich) Kategorie:Fotograf (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Horb am Neckar) Kategorie:Unternehmer (Pforzheim) Kategorie:Todesopfer im KZ Auschwitz Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Person, für die in Baden-Württemberg ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1884 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Mann