mini|Bilquis Edhi (2015) Bilquis Bano Edhi (; * 14. August 1947 in Bantwa, Gujarat; † 15. April 2022 in Karatschi) war eine pakistanische Krankenschwester und Philanthropin. Sie prägte die Arbeit der Edhi-Stiftung für Arme, Frauen, Kinder und andere Bedürftige in Pakistan. Im Jahr 1986 erhielt sie den Ramon-Magsaysay-Preis.
Leben Bilquis Edhis Familie kam nach der Teilung Britisch-Indiens nach Pakistan; ihre Mutter Rabia wurde früh Witwe, nahm eine schlecht bezahlte Arbeit an und lebte mit der Familie im Karatschier Stadtteil Kharadar. Im Alter von 16 Jahren wurde Bilquis Edhi von einer Tante zur Arbeit in die Edhi-Poliklinik gebracht und trat dort in eine neu eingerichtete Krankenpflegeausbildung ein. Abdul Sattar Edhi lernte sie in diesem Umfeld kennen, und am 9. April 1966 heirateten beide, nachdem er eine Mitgift abgelehnt hatte. Während des Indisch-Pakistanischen Krieges von 1965 versorgten beide zivile Opfer in Karatschi und organisierten Beerdigungen, wobei Bilquis Edhi die Körper verstorbener Frauen reinigte. Sie lebte lange in den Räumen der Einrichtung, in der sie auch arbeitete, und brachte ihr Familienleben mit dem Alltag der Stiftung in Einklang. Nach einer Erkrankung mit Herz- und Lungenproblemen starb sie am 15. April 2022 im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus in Karatschi. Ihre Trauerfeier fand in der New Memon Mosque in Karatschi statt, anschließend wurde sie auf dem Mewa-Shah-Friedhof beigesetzt.
Wirken Bilquis Edhi leitete die Bilquis-Edhi-Stiftung und verantwortete innerhalb der Edhi-Strukturen vor allem Mutterschaftsversorgung, Adoptionsdienste, Familienplanung, Notfallhilfe, Ambulanzen, Obdachlosenhilfe und die Betreuung ausgesetzter Kinder. Besonders bekannt wurde sie durch die Jhoola-Wiegen an Edhi-Zentren, in denen Neugeborene anonym abgelegt werden konnten, statt ausgesetzt oder getötet zu werden. Die Edhi-Stiftung zog viele dieser Kinder selbst auf oder vermittelte sie an Adoptivfamilien. In den Edhi-Heimen kümmerte sie sich auch um behinderte Kinder sowie um verwaiste und mittellose Mädchen, deren Ausbildung, Lebensunterhalt und Eheschließungen sie persönlich begleitete. Viele der von der Stiftung aufgenommenen Kinder nannten sie „Mummy“ oder „bari ammi“, und ehemalige Schützlinge beschrieben sie nach ihrem Tod als Mutterfigur. Nach dem Tod Abdul Sattar Edhis im Jahr 2016 führte sie die Arbeit der Stiftung mit ihrem Sohn Faisal Edhi weiter. Zu ihren Auszeichnungen gehörten neben dem Ramon-Magsaysay-Preis der Hilal-i-Imtiaz, der Lenin-Friedenspreis und der Internationale Mutter-Teresa-Preis für soziale Gerechtigkeit.
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Pflege, 20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Ramon-Magsaysay-Preises Kategorie:Pakistaner Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Frau