mini|hochkant|Wappen derer von Helpenstein gemäß Blasonierung bei Ernst von Oidtman Die Edelherren von Helpenstein (auch: Helpensteyn, Elpinstein o. ä.) waren ein rheinländisches Dynastengeschlecht mit Stammsitz auf der Burg Helpenstein. Eng verwandt waren die Edelherren mit den Grafen von Liedberg, den von Wickrath und den von Dyck.

Die Edelherren von Helpenstein sind zu unterscheiden von den wappenverschiedenen schwäbischen Grafen von Helfenstein zu Burg Helfenstein (Geislingen an der Steige) und den wappenverschiedenen Kurtrierer Ministerialengeschlecht Helfenstein zu Burg Helfenstein (Koblenz).Laut Martin Kluth, Heimatforscher und Ortschronist von Neuss-Weckhoven, waren die in der Stammfolge aufgeführten Eheleute Wilhelm I. von Helpenstein und Benigna die Stammeltern des Kurtrierer Ministerialengeschlechts Helfenstein zu Burg Helfenstein (Koblenz). Diese Stammesverwandtschaft hält Fritz Michel: Die Herren von Helfenstein, Ein Beitrag zur Familien- und Landesgeschichte Kurtriers, Trier 1906, S. 2 f. (Google Bücher) für „höchstunwahrscheinlich“.

Geschichte Das Geschlecht ging wohl aus fränkischen Freien hervor. So sind die Edelherren ab 1059 mit dem Propst des Aachener Münster- oder Marienstifts Wilhelm von Helpenstein belegt. Der erste Herr von Helpenstein, Harper von Helpenstein, erschien jedoch erst 1148. Womöglich war dieser schon der dritte Träger seines Namens. Folgende Stammliste lässt sich rekonstruieren:

Außerdem erschienen: Ludolf von Helpenstein, Neffe Gerhards von Helpenstein, erschien von 1326 bis 1328 als Pfarrer von Glehn; Wilhelm von Helpenstein, verzichtete mit seiner Frau am 10. Oktober 1435 zugunsten Dietrichs und Ewerts von Overheide, seiner Schwäger, auf einige Güter ⚭ Ida von Overheide.

Persönlichkeiten Wilhelm von Helpenstein, Propst des Marienstifts zu Aachen Rudolf von Helpenstein († 1113), Abt von Werden Everwin von Helpenstein († 1152), Heiliger, Propst des Prämonstratenserklosters Steinfeld Hildegunde von Helpenstein († 1188), Heilige Anna von Helpenstein, Selige Wilhelm von Helpenstein († 1322), Abt von Gladbach, Domdekan von Köln, Stiftsherr zu Xanten, zeitweilig Herr von Helpenstein und Vogt der Burg Hülchrath Adelheid von Helpenstein († 1348), Äbtissin des Klosters Dalheim

Besitzungen Die Herren von Helpenstein waren so reich und begütert, dass ihre Untertanen keine Steuern zahlen mussten. Diese Güter bzw. Besitzungen waren bzw. befanden sind an den folgenden Orten: Glehn, Schlich, Hof Schlickum, Bakkehof, Horrem, Nievenheim, Kleinenbroich, Scherhausen, Schwendehof in Speck, Krawinkel, Korschenbroich, Burgel, Mortersmer, Scharanthof, zwei Schanzerhöfe in Glehn, Hockstein, Rosellen, Norf, Grevenbroich, Schlicherum, Hoisten, Weckhoven, Holzheim, Grimlinghausen, Wehl, Mühlrath, Mülfort, Winderode, Gohr, Haus Horr, Rüblinghoven (untergegangener Ort, vor Weckhoven gelegen), Hof in Sevenig, curia in Büttgen, Volkrather Hof, Blumenhof in Lüttenglehn, Eckum, Gorbroich, Danne, Neukirchen, Omagen, Hackstein, Wickrath, Land auf dem Ham, Hof Robrychen bei Neuenberg (Rosellerheide), Arsbeck, Steinkirchen, Dalheim, Wassenberg, Rödgen, Wildenrath, Hees, Helpensteiner Hof und ein Haus in Neuss.

Wappen Blasonierung: Im goldenen mit roten Lilien belegten Schild (teilweise mit einem ausgezackten roten Schildrand) ein schwarzer goldgekrönter Löwe. Auf dem Helm ein wachsender schwarzer Löwe, der vom Kopf den Rücken herunter eine rote ausgezackte Decke trägt, auf den Spitzen befindet sich jeweils ein goldener Knauf mit Straußenfeder.Schleicher (1995), S. 93. Verweis auf gemaltes Wappenbuch von ca. 1700 im Besitz des Vereins Der Deutsche Herold in Berlin, Band 2, Nr. 214 des Katalogs (dort aber Kugeln anstatt Lilien).

Damit besteht eine Wappenverwandtschaft mit dem Wappen der Grafen und Herzöge von Jülich:

Eine andere Wappendarstellung in einem Wappenbuch im Historischen Archiv der Stadt Köln soll dagegen im roten, mit silbernen Lilien bestreuten Schild einen doppelgeschweiften silbernen Löwen zeigen. Auf dem Helm zwei rote spitze Hörner mit silbernen Lindenblättern belegt, mit denen auch die Helmdecken verziert sind.Schleicher (1995), S. 93. Verweis auf HistAStK, Inventar-Nr. W 339.

Literatur Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 8 (Mappe 585–665; Heimbach–Hoven) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 74), Köln 1995, S. 93–97.

Weblinks Martin Kluth: Die Herrschaft Helpenstein auf helpenstein.com, abgerufen am 30. April 2026.

Einzelnachweise

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