Gerlinde Stiller-Leyer (* 29. August 1919 in Sofular, Dobrudscha; † 1. Juli 2003 in Bad Soden am Taunus) war eine Dobrudschadeutsche Vertriebenenfunktionärin.

Leben Gerlinde Stiller-Leyer war eine zentrale Persönlichkeit der Dobrudschadeutschen und widmete ihr Leben der sozialen Betreuung und der Bewahrung des kulturellen Erbes dieser Volksgruppe.

Geboren 1919 erlebte sie die wechselvolle Geschichte der deutschen Siedler am Schwarzen Meer. Nach der Volksschule besuchte sie das Mädchenlyzeum in Constanza und erlernte in Hermannstadt die Handweberei. Knapp 20 Jahre alt, heiratete sie den Lehrer Albert Stiller.

Die einschneidende Erfahrung der Umsiedlung im Jahr 1940 unter dem Motto „Heim ins Reich“ prägte ihren weiteren Lebensweg und ihr Verständnis für die Nöte der Heimatvertriebenen.

Werk Wirken in der Landsmannschaft Ihr Engagement innerhalb der Landsmannschaft der Dobrudscha- und Bulgariendeutschen war vielschichtig. Über Jahrzehnte hinweg fungierte sie als Sozialreferentin. Für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Betreuung von Landsleuten wurde ihr am 28. April 1986 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Von 1976 bis 1987 und von 1989 bis 1992 war sie 2. stellvertretende Vorsitzende der Landsmannschaft der Dobrudschadeutschen. Nach dem Tod von Otto Rösner übernahm sie von 1987 bis 1989 den Vorsitz der Landsmannschaft der Dobrudscha- und Bulgariendeutschen. In dieser Phase sicherte sie die Kontinuität des Vereins und förderte den Zusammenhalt der Gemeinschaft nach der Ära der Gründungsgeneration.

Sie war eine der tragenden Säulen des „Dobrudschaboten“ der von Dezember 1977 bis September 2008 in insgesamt 96 Heften erschien. Schon in der ersten Ausgabe, im Dezember 1977, setzte sie als Autorin Akzente und blieb bis zu ihrem Tod eine geschätzte Verfasserin von Berichten und Chroniken.

Als Mitherausgeberin des Heimatbuch der Dobrudscha-Deutschen, einem Standardwerk zur Geschichte des Siedlungsgebietes Dobrudscha, trug sie maßgeblich dazu bei, die Geschichte der Siedlungen am Schwarzen Meer für die nachfolgenden Generationen lebendig zu halten.

Innerhalb der Landsmannschaft setzte sie sich besonders für die Rolle der Frauen ein, die oft die Trägerinnen der kulturellen Traditionen und des familiären Zusammenhalts in der Diaspora waren.

Werke Die Küche der dobrudschadeutschen Bäuerin 1840–1940. Heilbronner Stimme 1977 Von unseren Kasten und Kisten. Jahrbuch der Dobrudschadeutschen 1976/1977. Heimatbuch der Dobrudschadeutschen 1840 - 1940. Heilbronn 1987 Lebensweg der Dobrudschadeutschen in Bildern 1840-1940. Heilbronn 1992

Literatur Nachruf auf Frau Irmgard Gerlinde Stiller, geb. Leyer. in: Der Dobrudschabote 27. Jahrgang Nr. 86 Dezember 2003

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