Ceratizit Challenge by La Vuelta 2020 war ein dreitägiges Etappenrennen für Frauen, das vom 6. bis 8. November des Jahres rund um die spanischen Städte Toledo und Madrid stattfand. Es zählte zur UCI Women’s WorldTour 2020 und war deren Abschlussveranstaltung.
Vorgeschichte
Die ursprüngliche Planung der WorldTour, die im Vorjahr veröffentlicht worden war, hatte das Rennen noch unter dem Namen Ceratizit Madrid Challenge by La Vuelta vorgesehen, und zwar am 5. und 6. September. Es hätte damit wie in den beiden Vorjahren zwei Tage gedauert. Wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie wurden Mitte März 2020 zunächst sämtliche internationalen Radrennen ausgesetzt. Im revidierten und verkürzten Rennkalender der UCI, der Anfang Mai veröffentlicht wurde, erhielt das Rennen seinen Platz vom 6. bis 8. November. Es war damit einen Tag länger als ursprünglich vorgesehen, womit die Organisatoren nach eigenen Angaben dem Wachstum des Frauenradsports Rechnung trugen. Da sich das Rennen damit erstmals auch außerhalb des Gebiets der Autonomen Gemeinschaft Madrid abspielen sollte, änderte man den Namen von Madrid Challenge in Ceratizit Challenge nach dem Hauptsponsor, der Firma Ceratizit.
Wegen der Planungsunsicherheiten während der Corona-Krise wurden lange Zeit keine Details über die Streckenführung bekannt, was Zweifel an der tatsächlichen Durchführung des Rennens weckte. Die Mannschaft von FDJ Nouvelle-Aquitaine zog sich zurück. Erst vier Tage vor dem Rennen wurde der Streckenverlauf bekanntgegeben. So kurzfristig war es nicht mehr möglich, die für WorldTour-Rennen eigentlich geforderte Fernsehübertragung zu organisieren; diese gab es nur während der letzten Etappe, die in gemeinsamem Rahmen mit der Schlussetappe der Vuelta a España 2020 stattfand.
Streckenführung
Die erste Etappe war führte über gut 80 km von der Provinzhauptstadt Toledo in die Kleinstadt Escalona, auf relativ flachem Profil. Die zweite und dritte Etappe waren quasi identisch zu den beiden Etappen des Vorjahrs: ein 9,3 km langes Einzelzeitfahren in Boadilla del Monte westlich von Madrid, gefolgt von einem knapp 6 km langen Rundkurs im Zentrum der Hauptstadt, der 17 Mal zurückgelegt wurde. Dieser bestand aus den Straßen Paseo de Recoletos und Paseo del Prado rund um die Plaza de Cibeles.
Bei den Zielankünften der ersten und dritten Etappe betrugen die Zeitgutschriften 15, 10 bzw. 5 Sekunden für die ersten drei. Während der dritten Etappe gab es jede zweite Runde 5, 2 bzw. 1 Bonussekunde. Für die Punktewertung erhielten die ersten drei jeder Etappe jeweils 10, 5 bzw. 2 Punkte. Außerdem gab es bei 13 Zwischensprints der dritten Etappe jeweils 5, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt für die ersten fünf Fahrerinnen.
Rennverlauf
1. Etappe
Wegen Rückenwind war das Tempo sehr hoch. Erst nach etwa 30 km gab es mit Mireia Benito eine Ausreißerin. Sie und das Hauptfeld kamen vom Kurs ab, als die Begleitmotorräder vor ihnen falsch abbogen; mitursächlich war der starke Wind, der mehrere Richtungsanzeiger fortgeweht hatte. Das Rennen wurde unterbrochen und mit 40 Sekunden Vorsprung für Benito wiederaufgenommen, doch bereitete eine Reifenpanne ihren Bemühungen ein Ende. Das Feld kam letztlich geschlossen zum Ziel in Escalona, wo Lorena Wiebes klar den Bergaufsprint vor Elisa Balsamo und Lisa Brennauer gewann.
2. Etappe
Das teilweise bei Regen in Boadilla del Monte ausgetragene Zeitfahren gewann Lisa Brennauer um eine Sekunde vor Elisa Longo Borghini, weitere drei Sekunden dahinter lag Ellen van Dijk. Da Lorena Wiebes 28 Sekunden auf Brennauer verlor, übernahm letztere die Gesamtführung um 10 Sekunden vor Longo Borghini.
3. Etappe
Auf der letzten Etappe in Madrid konnten die Fahrerinnen durch die vielen Zwischensprints bis zu 55 Bonussekunden gewinnen, so dass die Gesamtwertung noch offen war. Während der ersten Hälfte kämpften vor allem Lisa Brennauer und Lorena Wiebes um diese Boni. In der zweiten Rennhälfte startete Elisa Longo Borghini eine Soloattacke und sicherte sich drei Sprintwertungen. Durch die Arbeit von Brennauers Mannschaft Ceratizit-WNT wurde sie wieder eingeholt und Brennauer festigte ihre Position mit dem Gewinn des letzten Zwischensprints. Der Etappensieg am Ende ging an Elisa Balsamo, die sich knapp vor Wiebes durchsetzte.
Brennauer gewann wie im Vorjahr die Gesamtwertung, dazu auch die Punktewertung. Bestes Team war Trek-Segafredo, dem auch die Gesamtzweite Elisa Longo Borghini angehörte. Wiebes war die beste Nachwuchsfahrerin mit dem dritten Platz im Gesamtklassement.
Teilnehmende Teams
Weblinks
Parcours auf La Flamme Rouge
Einzelnachweise
#2020 Kategorie:Radrennen 2020