Die Geschichte von dem Mann mit dem Fellgewand ist ein indisches Märchen und ein buddhistisches Jataka (324: Cammasaṭaka-Jātaka).Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 356–357, 525–526. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig.

Handlung Als der Bodhisattva einmal in Benares in einer Kaufmannsfamilie wiedergeboren worden war, beobachtete er einen Bettelmönch, der in ein Fellgewand gekleidet war und in die Nähe von zwei miteinander kämpfenden Widdern geriet. Einer der beiden Widder ging dabei rückwärts, um Anlauf zu holen, woraufhin der Mönch sich freute, dass ihm das Tier eine solche Ehre erweise. Er meinte es kenne seine Würde und trat nicht beiseite. Da stürmte der Widder auf ihn zu und brachte ihn um.

Hintergrund Das Märchen entspricht dem Jataka 324 (Cammasaṭaka-Jātaka) und erhielt in Johannes Mehligs Buddhistische Märchen (Wiesbaden 1982) den deutschen Titel Die Geschichte von dem Mann mit dem Fellgewand. Ähnlicher Inhalt findet sich in dem Jātaka 481 (Takkāriya-Jātaka, dt.: Die Geschichte von Takkāriya), in dem ein Sperling zwischen zwei kämpfende Stiere gerät. Im Panchatantra (I. Buch, 4. Erzählung), in der Geschichte vom Widderkampf, gerät ein Schakal zwischen zwei kämpfende Widder und stirbt.

Weitere Varianten finden sich in Philipp Wolffs Das Buch der Weisen des indischen Philosophen Bidpai (Stuttgart 1839, S. 29), Johann von Capuas Directorium Humanae Vitae (c., I, a., Latein), Agnolo Firenzuolas Discorse degli Animali (1548, S. 29, Italienisch), Anton Francesco Donis La Filosofia Morale (1552, S. 11, Italienisch), Husain ben Ali el Vāiz U’l-Kāshifīs Anvār-i-Suhailī (Ende des 15. Jh., S. 103, Persich) und David Sahids Livre des Lumières (Paris 1644, S. 77, Französisch). Die Fabel ist auch in Varianten des Reineke Fuchs enthalten, so in Roberts Fables inédites (CXXVI vgl. XCVIII, Fabel 10), Loiseleur-Deslongchamps, Essai 33; ferner auch in Josephus Mones Reinhardus Vulpes (Stuttgart / Tübingen 1832, I, fab. III), Rothes Les romans du rénard (148) und Grimms Reineke Fuchs (CCLXXVI). In Else Lüders’ Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien (Düsseldorf / Köln 1961) bekam das Märchen den Titel Der Brahmane und der Schafbock.Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 321–323.

Literatur Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 356–357, 525–526. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig. Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 321–323.

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Indische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Märchen Kategorie:Jātaka