mini|Hutunterseite mit Lamellen mini|Sporen unter dem Mikroskop Der Stink-Blasssporrübling, ältere Bezeichnungen Gemeiner Stinkschwindling oder Stinkender Zwergschwindling (Gymnopus foetidus, Syn. Marasmiellus foetidus, Micromphale foetidum) ist eine Pilzart aus der Familie der Omphalotaceae.

Merkmale Makroskopische Merkmale Der Hut hat einen Durchmesser von 1,5–3,5 cm. Die Hutoberseite ist faltig gefurcht und am Rand gerieft; sie ist feucht rotbraun und trocken beige. Die fleisch- bis rötlichbraunen, entfernt stehenden Lamellen sind meist angewachsen. Der filzige, oft abgeplattete, 1,5–4 cm lange Stiel wird abwärts zunehmend dunkler bis schwarz. Die Fruchtkörper riechen unangenehm nach Fisch, Schimmel oder faulenden Rüben, hervorgerufen durch die enthaltene Lentin- und Epilentinsäure. Der Geschmack ist faulig, fischig und knoblauchartig.Winkler/Keller, Pilze Mitteleuropas, S. 321f.Gminder/Karasch, Handbuch Pilze, S. 214.

Mikroskopische Merkmale Das Sporenpulver ist weißlich;Winkler/Keller, Pilze Mitteleuropas, S. 322. die Sporen sind elliptisch mit einem Durchmesser von 8–10 × 3–4 µmGerhardt, Pilzführer, S. 196. und inamyloid. Die Hyphen haben Schnallen; Zystiden sind nicht vorhanden.

Ökologie und Phänologie Der saprobiontische Folgezersetzer erscheint von August bis November gesellig auf morschen Laubholzästen oder -strünken, besonders von Hasel oder Rotbuche; er mag naturnahe, kalkreiche Buchenwälder.

Verbreitung Der Pilz kommt zerstreut in Mitteleuropa vor; sonst ist er selten.

Artabgrenzung Der ebenfalls stinkende Nadel-Blasssporrübling unterscheidet sich durch sein Vorkommen in Nadelwäldern. Ebenfalls auf Nadelholz wachsend und stärker nach faulem Kohl riechend ist der Kohl-Stinkschwindling.

Etymologie Das Art-Epitheton foetidus ist lateinisch für „stinkend“.Cetto, Enzyklopädie der Pilze Bd. 2, S. 437.

Literatur Bruno Cetto: Enzyklopädie der Pilze, Band 2, München: BLV Verlagsgesellschaft 1988, ISBN 3-405-13475-7, S. 436f. Ewald Gerhardt: Der große BLV Pilzführer, 6. Aufl. München: Gräfe und Unzer 2022, ISBN 978-3-96747-012-3, S. 196f. Andreas Gminder, Peter Karasch: Das Kosmos-Handbuch Pilze, Stuttgart: Kosmos 2023, ISBN 978-3-440-17027-4, S. 214f. Rudolf Winkler, Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas. 3800 Pilzarten schrittweise bestimmen. Bern: Haupt 2023, ISBN 978-3-258-08101-4, S. 321f.

Weblinks

Der Gemeine Stinkschwindling auf 123pilze

Einzelnachweise

Kategorie:Omphalotaceae (Familie) Kategorie:Ungenießbarer Pilz