Zilies von Sayn († um 1300) war ein fahrender Sänger, der in der Jenaer Liederhandschrift mit 7 Strophen belegt ist und dort als meister (Bl. 20v) bezeichnet wird.

Bedingt durch die spärliche Überlieferung sind Aussagen über Zilies von Sayn kaum möglich: Ob die in den ihm zugeschriebenen Strophen entworfenen Lebensumstände tatsächlich auf reale Gegebenheiten verweisen, wird als spekulativ angesehen. Sein Werk wird in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert. Eine „zumindest räumliche Zuordnung zum Grafengeschlecht von Sayn (bei Koblenz)“ wird angenommen.

Werk und Bewertung Matthias Kirchhoff und Stefanie Köpf führen aus: „In J werden auf Bl. 20v-21v unikal sieben Strophen zu je acht Versen in zwei Tönen (Ton 1: Str. I und II; Ton 2: Str. III–VII) mit Melodie überliefert. Der formale Aufbau beider Töne ist ähnlich, viele Verse weisen aber große metrische Freiheiten auf.“

In seinen Sangsprüchen kritisiert der Autor die Zustände bei Hofe im Kontrast zum Anspruch der feudalen Gesellschaft, wobei „etwa Geiz, Ehrlosigkeit und der Wert des äußeren Scheins“ kritisiert werden.

Hatte die ältere Forschung das Werk eher abqualifiziert, so etwa der Alt-Germanist Gustav Roethe (1859–1926), so betonen Kirchhoff und Köpf eher die Originalität einzelner Bilder bzw. poetologische Überlegungen des Autors, die „an eine positivere Bewertung denken“ ließen.

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