Tahrunnesa Ahmed Abdullah (; * 21. April 1937 im Distrikt Jessore, Britisch-Indien) ist eine bangladeschische Sozialarbeiterin, Autorin und Bürgerrechtlerin, die besonders für ihre Forschung und Entwicklungsarbeit mit Frauen im ländlichen Bangladesch bekannt wurde. 1978 erhielt sie als erste Person aus Bangladesch den Ramon-Magsaysay-Preis in der Kategorie Community Leadership.
Leben Abdullah wurde in Jessore in dem Teil des damaligen Britisch-Indiens geboren, der später zu Bangladesch wurde. Ihr Vater Rafiuddin Ahmed war Anwalt am High Court, und ihre Mutter Anwari Ahmed förderte wie er die Ausbildung der Tochter. 1958 schloss sie am Eden Girls’ College der Universität Dhaka einen Bachelor of Arts ab; 1960 erwarb sie am College of Social Welfare and Research Centre einen Master of Arts. 1962 erhielt sie an der American University in Beirut mit Förderung der US International Cooperation Administration ein Diplom in Public Health mit Auszeichnung, 1968 an der Michigan State University einen Master of Science in Agriculture Extension Education. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst als Executive Officer des East Pakistan Council for Child Welfare in Dhaka und organisierte 1960/1961 das Crippled Children’s Centre. Von Mitte 1961 bis 1963 war sie District Health Education Officer des Bureau of Health Education.
Wirken Im Jahr 1963 trat Abdullah als Instructor in die Pakistan Academy for Rural Development in Comilla ein und leitete dort das Women’s Education and Home Development Programme, nachdem die ländlichen Entwicklungsprogramme zuvor auf Männer ausgerichtet gewesen waren. Während ihrer neun Jahre in Comilla organisierte sie auf Dorfebene Ausbildungsprogramme zu Alphabetisierung, Gesundheit, Hygiene, Ernährung, landwirtschaftlicher Beratung und Genossenschaften zur Förderung von Heimgewerbe und Einkommen schaffenden Tätigkeiten. Eine Aufgabe dieses Programms beschrieb sie in ihrem 1966 auf Bengalisch veröffentlichten Bericht, der später auf Englisch unter dem Titel Village Women As I Saw Them erschien. 1972 wurde sie Director (Training) des National Board der Bangladesh Women’s Rehabilitation and Welfare Foundation und gründete das Women’s Career Training Institute, das erste ausschließlich der beruflichen Ausbildung von Frauen gewidmete Institut in Bangladesch. 1974 wurde sie Joint Director des Women’s Programme im Integrated Rural Development Program, wo sie sich besonders mit Frauengenossenschaften und Familienplanung befasste. Bis zur Verleihung des Ramon-Magsaysay-Preises arbeiteten 180 ländliche Frauengenossenschaften in 19 Thanas mit annähernd 5000 Anteilseignerinnen. 1982 veröffentlichte sie zusammen mit Sondra Zeidenstein die für die Internationale Arbeitsorganisation erarbeitete Studie Village Women of Bangladesh – Prospects for Change: A Study. Insgesamt verfasste sie mehr als 15 Aufsätze und Artikel zu ihrer Arbeit. Der Ramon-Magsaysay-Preis würdigte 1978 ihre Rolle dabei, ländliche muslimische Frauen in Bangladesch aus den Beschränkungen der Purdah zu gleichberechtigterer Bürgerschaft und umfassenderer Familienverantwortung zu führen. Sie war die erste bangladeschische Trägerin dieses Preises. 2016 zeichnete The Daily Star sie im Rahmen seiner Lifetime Achievement Awards für Women’s Development aus. Sie war Mitglied des Governing Body der Palli Karma-Sahayak Foundation und erste Empfängerin ihres Life-time Achievement Award. 2015 trat sie als Ramon-Magsaysay-Preisträgerin bei der Eröffnung der IUB-Saima Hall in Baridhara auf.
Einzelnachweise
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