mini|Verbreitungsgebiet des Erlenschnäppertyranns, rot=Brutgebiet, gelb=Durchzugsgebiet, blau=Überwinterungsgebiet mini|Vogelgesang aufgenommen im Big Bay State Park in Ashland (Wisconsin) (4:30 min) Der Erlenschnäppertyrann (Empidonax alnorum) ist ein Insekten fressender Vogel aus der Familie der Tyrannen.P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel brütet in Alaska und großen Teilen Kanadas sowie im Nordosten der USA. Während des Vogelzuges überquert er den Osten der USA, Mexiko und Zentralamerika, um im Westen Südamerikas zu überwintern.P. E. Lowther: Alder Flycatcher (Empidonax alnorum), version 1.0. In: A. F. Poole und F. B. Gill (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus albocinctus
Bis zum Jahre 1973 wurde die Art als konspezifisch mit dem Weidenschnäppertyrann (Empidonax traillii) angesehen und als „Trail-Fliegenschnäpper“ () bezeichnet.
Die beiden Schnäppertyrannen sehen sehr ähnlich aus, unterscheiden sich jedoch durch unterschiedliche Ausbreitungsgebiete und bevorzugte Lebensräume, ebenso durch die Lautäußerungen, es sind praktisch keine Hybride zwischen den beiden Arten nachgewiesen worden. Daher wurden die beide jeweils als eigenständige Arten abgegrenzt.E. Eisenmann, D. Amadon, R. C. Banks et al.: Thirty-second Supplement to the American Ornithologists’ Union Check-List of North American Birds. In: The Auk, 1973, Band 90, S. 411–419, SoraJ. Areta, G. Mangini, F. Gandoy, F. Gorleri, D. Gomez, E. Depino und E. Jordan: Ecology and behavior of Alder Flycatchers (Empidonax alnorum) on their wintering grounds in Argentina. In: The Wilson Journal of Ornithology, Band 128, Nummer 4, S. 830–845, 2016, Bioone
Der Lebensraum umfasst während der Brutzeit feuchte, dichte Gebüsche von jungen Erlen, Ahorn- und Birkenbäumen bis 1300 m. ü. M. Während des Zuges werden feuchte und halbtrockene Habitate einschließlich Waldränder und Felder bis zu 2500 m Höhe aufgesucht, überwintert wird in aufwachsenden buschigen Flächen, Waldrändern, auf jungen Flussinseln, Galeriewald, bevorzugt in Wassernähe unterhalb von 1200, gelegentlich bis 3200 m. Höhe.Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O’Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, 2007, ISBN 978-0-691-04915-1
Der Artzusatz bezieht sich auf Erlen (Alnus).J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Der Vogel misst 13–17 cm und wiegt 12–14 g. Merkmale sind der schmale weißliche Augenring, die relativ langen Handschwingen und der einfarbige Steiß. Die Oberseite ist matt grünlich olivfarben, die Kopfkappe etwas dunkler. Die Flügelbinden und Ränder der innersten Handschwingen sind weißlich, deutlich gegen das schwärzliche Gefieder der Schwingen abgesetzt. Die weiße Kehle hebt sich vom Brustband ab, besonders im frischen Gefieder. Der Schnabel ist breit und ziemlich lang, an der Oberseite dunkelgrau, der Unterschnabel gelblich oder rosafarben, die Iris ist dunkelbraun, die Füße sind schwärzlich. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel haben etwas gelbbraunere Flügelbinden.
Die Art ähnelt dem Östlichen Waldtyrann (Contopus virens) und dem Weißbauch-Phoebetyrann (Sayornis phoebe) sowie dem nahezu identisch aussehendem Weidenschnäppertyrann (Empidonax traillii), ist aber etwas kleiner und dunkler, weniger grau.
Anders als Vertreter der Gattung Contopus schlägt die Art oft ihren Schwanz nach oben.
Das beste Unterscheidungsmerkmal ist der Gesang.M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0
Geografische Variation Die Art ist monotypisch.IOC World Bird List 15.2 Tyrant flycatchersAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
Stimme Der charakteristische Gesang des Männchens wird als „Fee-bee-o“ beschrieben und unterscheidet sich vom „fitz-bew“ des Weidenschnäppertyranns.
Lebensweise Die Art ist ein Langstreckenzieher, der im Norden der USA und in Kanada brütet und im Nordwesten Südamerikas überwintert. Das Brutgebiet wird Ende Frühling erreicht und im Herbst wieder verlassen, gezogen wird überwiegend nachts. In Peru ist die Art von September bis April nachweisbar, in Kolumbien von November bis April Für einige Wochen ist der Vogel auch in Guatemala während des Durchzuges im April und Mai beobachtet worden.Birding Antigua
Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus Insekten, die im Fluge gefangen oder von Blättern abgelesen werden. Im Winter kommen Früchte hinzu.
Die Brutzeit liegt im Juni und Juli. Das Gelege besteht aus 3 bis 4 Eiern, jeweils wird ein Ei pro Tag gelegt. Beide Elternvögel brüten und versorgen die Küken. Brutparasitismus durch den Braunkopf-Kuhstärling (Molothrus ater) hat Einfluss auf den Bruterfolg.
Gefährdungssituation Der Erlenschnäppertyrann gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur W. Brewster: Empidonax traillii alnorum. In: The Auk, Band 12, Nummer 2, S. 161, 1895, Digitalcommons
Weblinks
Macaulay Library
Traill’s Fliegenschnäpper Audubon guide to North American birds [Internet]. N.d. National Audubon Society; Audubon.org Illinois.gov
Einzelnachweise
Kategorie:Tyrannen