Grentzel war eine wüste Feldmark südwestlich von Beelitz.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 156) Die Fläche befindet sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Geografische Lage Die Lage entsprach den später sogenannten Grenzel Wiesen, die in Messtischblättern um 1902/1936 als Flurname verzeichnet waren.

Geschichte und Etymologie Der Ort wurde 1375 im Landbuch Karls IV. als Grentzel genannt. 1468 erschien die Bezeichnung dy Marg zu grentzel vor belitz, 1610 wurde von der Marcke zu Grennzell berichtet, und 1841 war im Urmesstischblatt die Freiheit Grenzel eingetragen. Der Name stammt aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie „Siedlung bei einem sumpfigen, schlammigen Gelände“Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 68, ISBN 3-937233-17-2..

Die Besitzverhältnisse wechselten mehrfach. Von Vor 1375 bis nach 1412 stand Grentzel im Besitz der Familie Wulff. Von vor 1468 bis 1700 gehörte die Feldmark den Sichter zu Brandenburg. Ab 1700 bis nach 1803 lag sie vollständig beim Domkirchenkollegium zu Berlin, das bereits 1375 über das ganze Dorf sowie ab 1472 über Ober und Untergerichtsbarkeit verfügte, wobei das Untergericht 1652 angeblich lehnsweise bei den Gebhardts zu Beelitz gelegen hatte.

Im Jahr 1375 wurden acht Hufen genannt, der Ort galt jedoch wahrscheinlich schon zu dieser Zeit als wüst. In den Jahren 1530 und 1541 erhielt der Pfarrer von Beelitz fünf Scheffel Roggen aus der wüsten Feldmark Grentzel. 1803 wurde eine unbebaute Feldmark beschrieben, die an die Stadtfeldmark von Beelitz stieß. Die Feldmark wurde nicht wieder besiedelt und von Beelitz genutzt.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 156)

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1375 Kategorie:Geographie (Beelitz)