mini|Seychellenpapagei im Vallée-de-Mai-Naturpark

Der Seychellenpapagei (Coracopsis barklyi), früher auch als Seychellen-Vasapapagei oder Praslin-Rabenpapagei bezeichnet,Zootierliste: Seychellenpapagei ist eine endemisch auf den Seychellen vorkommende Papageienart aus der Gattung der Vasapapageien (Coracopsis). Der Artname ehrt den britischen Politiker und Wissenschaftler Henry Barkly. Der Seychellenpapagei ist der Nationalvogel der Seychellen.

Systematik Ehemals wurde der Seychellenpapagei als Unterart des Rabenpapageis (Coracopsis nigra) angesehen. Im Jahr 2014 durchgeführte molekulargenetische Untersuchungen ergaben, dass es sich beim Seychellenpapagei um eine eigenständige Art handelt.Frank Gill, David Donsker & Pamela Rasmussen: Parrots, cockatoos, IOC World Bird List Version 15.1, eingesehen am 1. Mai 2026, The Black Parrot – National Bird of the Seychelles, Seychelles Inland Foundation (sif), Juli – September 2014, Issue No. 4

Merkmale Der Seychellenpapagei ist ein mittelgroßer Papagei. Er erreicht eine Körpergröße von 35 bis 40 Zentimetern und ein Gewicht von 132 bis 153 Gramm. Die Geschlechter ähneln sich farblich. Kopf und Oberseite sind dunkelgrau bis dunkelbraun. Die Unterseite ist ein wenig heller graubraun. Der Schnabel ist schwarzgrau, während der Brutzeit heller, die Wachshaut gelblich. Die Iris der Vögel ist schwarzbraun, Beine und Füße sind grauschwarz oder blaugrau.

Verbreitung und Lebensraum Seychellenpapageien kommen nur auf den Seychellen-Inseln Praslin und Curieuse vor. Ihr bevorzugter Lebensraum sind hügelige Wälder, die von endemischen Palmengewächsen dominiert werden, sowie Flusstäler mit hohen Bäumen. Zuweilen suchen sie Hotelgärten auf, um Nahrung zu finden. Die Höhenverbreitung reicht vom Meeresspiegel bis auf 367 Meter.

Lebensweise Seychellenpapageien leben meist gesellig in kleinen Gruppen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Samen und Früchten endemischer Palmen und anderer Laubbäume. Die Früchte eingeführter Baumarten werden ebenfalls gern angenommen. Dazu zählen Mangos, Guaven und Papaya. Die Brutsaison beginnt im September/Oktober, die Eier werden von Oktober bis Januar gelegt und die Jungvögel werden mindestens bis März versorgt. Die monogamen Vögel bebrüten nur ein Gelege pro Saison, selbst im Falle eines Brutverlustes. Sie nisten in Baumhöhlen, meist in Palmen, typischerweise 2,5 bis 9,0 Meter über dem Erdboden. Bevorzugt wird dabei die Seychellenpalme (Lodoicea maldivica). Die Höhlentiefe beträgt 1,2 bis 3,6 Meter. Ein Gelege besteht aus einem, zwei oder drei weißen Eiern, die Brutzeit beträgt 14 bis 18 Tage und wird vom Weibchen allein übernommen. Die Nestlingszeit ist mit 36 bis zu 61 Tagen sehr variabel. Die Pflege der Jungvögel nach dem Flüggewerden kann noch mehrere Monate andauern.

Bestand, Gefährdung und Schutzmaßnahmen Status Aufgrund des sehr kleinen Verbreitungsgebietes und der geringen Populationsdichte wird der Seychellenpapagei von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als „vulnerable = gefährdet“ geführt. Der Bestand in freier Wildbahn wird auf nur noch 500–900 Exemplare geschätzt.

Bedrohungen Der Rückgang dieser Art vor den 1960er Jahren wird hauptsächlich auf die Prädation durch eingeschleppte Ratten und die Jagd durch Siedler und Landwirte zurückgeführt. So kam er bereits im 19. Jahrhundert nur noch auf der Insel Praslin vor und war auf den Nachbarinseln „seiner Plündereien in den Maisfeldern halber“ ausgerottet. Die Art galt daher schon damals als in ihrer Existenz bedroht:

Weitere Ursachen für die erhöhte Sterblichkeit waren der Fang für den Haustierhandel und der Beifang bei der Jagd auf andere Arten, insbesondere Flughunde und Fledermäuse. Zu den größten aktuellen Bedrohungen für die Art zählen die anhaltende Nesträuberei durch eingeschleppte Ratten und Katzen. Die Prädation von Jungvögeln durch Katzen und Hunde stellt hingegen nach dem Flüggewerden kein großes Problem dar, da die meisten Jungvögel im Jahr nach dem Flüggewerden wieder beobachtet werden konnten. Folgenschwer sind die Wilderei nach Coco-de-Mer-Nüssen an ihrem wichtigsten Nistbaum, der Seychellenpalme, sowie die Zerstörung ihres Lebensraums durch Brände. Waldbrände sind generell eine große Bedrohung für die Art. Aufzeichnungen seit den frühen 1980er Jahren zeigen, dass etwa alle zehn Jahre ein großer Waldbrand auftritt, wodurch die Verfügbarkeit der benötigten Nisthöhlen stark vermindert wird. Eine potenzielle Bedrohung stellt außerdem die geringe genetische Vielfalt des Seychellenpapageis dar. Ein weiterer Risikofaktor für die Art sind die erheblichen und bisher unerklärten Schwankungen ihrer Brutaktivität, wobei etwa alle vier Brutsaisons nur minimale oder gar keine Bruten stattfinden.

Schutzmaßnahmen Die seitens der Regierung erfolgten Maßnahmen gegen die Wilderei von Coco-de-Mer-Nüssen sind einigermaßen erfolgreich. Eingeschleppte Halsbandsittiche (Alexandrinus krameri), die einst eine große Bedrohung darstellten, wurden von der Seychelles Islands Foundation auf den Seychellen vollständig ausgerottet. Die Auswirkungen anderer eingeschleppter Arten durch Nesträuberei und Konkurrenz um Nistplätze sind noch nicht gravierend genug, um die Population maßgeblich einzudämmen, allerdings breiten sich die Hirtenmainas (Acridotheres tristis) auf Praslin aus, was eine neue Gefährdung bedeutet und intensiv beobachtet werden muss. Invasive Gelbe Spinnerameisen (Anoplolepis gracilipes), deren Anzahl in Praslins Palmenwaldgebiet zwischen 2015 und 2018 deutlich zugenommen hat, stellen eine weitere wachsende Bedrohung auch für andere Arten dar. Gelbe Spinnerameisen werden nun im Vallée de Mai und anderen Teilen des verbliebenen Palmenwaldes von Praslin mit einem Köderprogramm bekämpft. Seit 1983 werden künstliche Nistkästen für die Seychellenpapageien bereitgestellt. Um das Kernbrutgebiet im Vallée de Mai wurde außerdem ein Brandschutzstreifen angelegt, dessen hundertprozentige Wirksamkeit im Falle eines Großbrandes jedoch nicht garantiert werden kann.

Weblinks

Literatur Josep del Hoyo, Nigel Collar und Guy M. Kirwan: Seychelles Parrot (Coracopsis barklyi), version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana, Editors), Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. 2020

Einzelnachweise Josep del Hoyo, Nigel Collar und Guy M. Kirwan: Seychelles Parrot (Coracopsis barklyi) , version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana, Editors), Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. 2020 Seychelles Parrot, Rote Liste, eingesehen am 1. Mai 2026

Kategorie:Altweltpapageien Kategorie:Endemisches Tier der Seychellen