Kirstin Casemir, oft auch fälschlich Kristin (geboren am 6. Mai 1968 in Lüneburg; gestorben am 4. Mai 2026), war eine deutsche Germanistin und Linguistin.

Leben Casemir besuchte das Gymnasium im Schloss in Wolfenbüttel, das sie 1987 mit dem Abitur abschloss. Sie studierte bis 1994 allgemeine und historisch-vergleichende Sprachwissenschaften und Indogermanistik bei Jürgen Udolph an der Georg-August-Universität Göttingen. Ab 1989 war sie zunächst bis 1995 als Hilfskraft und anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsstelle Göttingen an der Neubearbeitung des Deutschen Wörterbuchs von Jacob und Wilhelm Grimm beteiligt. Im Jahr 2002 wurde sie promoviert und begann ihre Tätigkeit als Lehrbeauftragte an der Universität Göttingen. Seit 2007 war sie Leiterin des Arbeits- oder Akademieforschungsunternehmens „Ortsnamen zwischen Rhein und Elbe – Onomastik im europäischen Raum“ und Lehrbeauftragte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie befasste sich insbesondere mit historischer Kartographie und Sprachwissenschaft sowie Lexikographie und Onomastik im europäischen Raum.Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen: Casemir adw-goe.de, abgerufen am 1. Mai 2026. (Mit Porträtfoto) Sie erstellte mehrere Beiträge zum Niedersächsischen Ortsnamenbuch (NOB). Casemir war Mitarbeiterin der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Sie wurde am 24. Juni 2020 zum zweiten Mal zur Vorsitzenden des Personalrates der Göttinger Akademie gewählt.Personalrat neu gewählt / Interview mit der Vorsitzenden Kirstin Casemir. In: Akademie heute. 2, 2020, S. 5 (adw-goe.de PDF).

Mitgliedschaften Historischer Verein für Göttingen und Umgebung Verein für niederdeutsche Sprachforschung Gesellschaft für Namenkunde Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen Leitungskommission des Akademieprojektes „Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm“ Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens

Schriften (Auswahl) Mit Uwe Ohainski: Niedersächsische Orte bis zum Ende des ersten Jahrtausends in schriftlichen Quellen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. II, 34); Hahn, Hannover 1995. Die Ortsnamen auf -büttel (= Namenkundliche Informationen. Beiheft 19). Universitätsverlag, Leipzig 1997 (Magisterarbeit Göttingen 1995). Zur Digitalisierung des Deutschen Wörterbuchs von Jacob und Wilhelm Grimm. In: Sprachwissenschaft. 25, 2000, S. 77–102. Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter (= Niedersächsisches Ortsnamenbuch. Teil 3 = Veröffentlichungen des Instituts für historische Landesforschung der Universität Göttingen. Band 43). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2003 (adw-goe.de PDF = Hochschulschrift Göttingen 2002). Mit Uwe Ohainski, Franziska Menzel: Die Ortsnamen des Landkreises Helmstedt und der Stadt Wolfsburg (= Niedersächsisches Ortsnamenbuch. Teil 7 = Veröffentlichungen des Instituts für historische Landesforschung der Universität Göttingen. Band 53). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-89534-823-5 (adw-goe.de PDF). Die topographisch-militärische Karte des Bistums Hildesheim von 1798. Wallstein, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1667-6. Mit Herbert Blume, Uwe Ohainski: Die Ortsnamen der Stadt Braunschweig (= Niedersächsisches Ortsnamenbuch. Teil 9 = Veröffentlichungen des Instituts für historische Landesforschung der Universität Göttingen. Band 61). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2018, ISBN 978-3-7395-1161-0, doi:10.26015/adwdocs-1763 (adw-goe.de PDF). Mit Uwe Ohainski: Die Ortsnamen des Landkreises Gifhorn. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2023, ISBN 978-3-7395-1512-0.

Mitherausgeberin Mit Hans-Martin Arnoldt, Uwe Ohainski: Die Gerlachsche Karte des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel von 1760 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. 234). Hahn, Hannover 2006.

Redaktion Ernst Eichler, Heinrich Tiefenbach, Jürgen Udolph (Hrsg.): Völkernamen – Ländernamen – Landschaftsnamen (= Onomastica Lipsiensia. 2) Leipzig 2004.

Literatur

Jonas Maatsch: Nachrufe [sic] auf Dr. Kirsten Casemir. In: Akademie heute. Hrsg. Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Heft 2/2026, S. 31. (Digitalisat auf adw-goe.de, abgerufen am 8. Juli 2026)

Weblinks Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen: In memoriam Dr. Kirstin Casemir † und Veröffentlichungsverzeichnis (PDF; 0,1 MB)

Einzelnachweise

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