Anton Rörig (* 24. Dezember 1852 in Leiberg; † 9. März 1915 in Paderborn) war ein deutscher Arzt und früher Anwender der Röntgentechnik. Er gilt als einer der ersten Mediziner im Raum Westfalen, die Röntgenstrahlen diagnostisch einsetzten, und zählt zu den sogenannten „Röntgenopfern“, da er an den Folgen seiner Forschung starb.

Leben Anton Rörig wurde als Sohn eines Müllers in der Leiberger Mühle geboren. Seine Mutter starb kurz nach seiner Geburt. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete er zunächst in der väterlichen Mühle. Erst auf Drängen von Lehrern und Geistlichen erhielt er die Möglichkeit, ein Gymnasium zu besuchen. Anschließend studierte er Medizin in Münster und Bonn und promovierte.

Nach Abschluss seines Studiums ließ sich Rörig in Paderborn als Arzt nieder, wobei er unter anderem homöopathische Methoden anwandte.

Die Entdeckung der Röntgenstrahlen im Jahr 1895 weckte Rörigs Interesse an neuen diagnostischen Möglichkeiten. Er erkannte früh das Potenzial, mit dieser Technik Einblicke in das Innere des menschlichen Körpers zu gewinnen. Daraufhin richtete er in seiner Praxis in Paderborn eine eigene Röntgenanlage ein. Da ihm zunächst kein Zugang zu elektrischer Versorgung gewährt wurde, erzeugte er den benötigten Strom selbst mithilfe eines Gasmotors. Seine Röntgenaufnahmen galten als präzise und fanden auch überregional Beachtung.

Tod Die gesundheitlichen Risiken der Röntgenstrahlung waren zu dieser Zeit noch weitgehend unbekannt. Rörig setzte sich über Jahre hinweg ungeschützt der Strahlung aus. Die Folgen äußerten sich zunächst in Schmerzen und Gewebeschäden, die sich zunehmend verschlimmerten. Schließlich starb er 1915 an den Auswirkungen der Strahlenexposition.

Er wurde auf dem Ostfriedhof in Paderborn beigesetzt.

Ehrungen Erst Jahrzehnte nach seinem Tod wurde Rörigs Beitrag zur medizinischen Entwicklung gewürdigt. 1959 wurde sein Name in das „Ehrenbuch der Röntgenologen aller Nationen“ aufgenommen. Zudem wurde er auf einem Gedenkstein für Opfer der Röntgenstrahlung im Allgemeinen Krankenhaus St. Georg in Hamburg verewigt.

In Paderborn erinnert eine Straße an ihn, ebenso wie ein Weg in seinem Geburtsort Leiberg.

Persönliches und Umfeld Rörig war für seine bodenständige und direkte Art bekannt. Er sprach häufig Plattdeutsch und pflegte einen einfachen, volksnahen Umgang mit seinen Patienten. Zahlreiche Anekdoten berichten von seinem unkonventionellen Auftreten.

Ein enger Mitarbeiter Rörigs war Heinrich Sprenger (1861–1922), der ihn als Kutscher und Laborant unterstützte. Sprenger war an den Röntgenuntersuchungen beteiligt und setzte sich dabei ebenfalls über längere Zeit ungeschützt der Strahlung aus. Auch er starb später an den Folgen dieser Belastung. Beide gelten heute als frühe Opfer der medizinischen Strahlenforschung.

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