Die San-Joaquin-Taschenmaus (Perognathus inornatus) ist ein im San Joaquin Valley und in angrenzenden Senken in Kalifornien endemisches Nagetier in der Gattung der Seiden-Taschenmäuse. Das Typusexemplar stammt aus der Umgebung von Fresno.

Taxonomie und Verbreitung Laut Untersuchungen der DNA bildet das Tier zusammen mit der Kleinen Taschenmaus und der Arizona-Taschenmaus eine Artengruppe innerhalb der Gattung. Bei einigen Populationen ist noch nicht ausreichend geklärt, ob sie zu dieser Art oder zur Kleinen Taschenmaus zählen. So wurde die Unterart mit dem Zusatz psammophilus lange Zeit der Kleinen Taschenmaus zugeordnet, bis sie in die hier beschriebene Art überführt wurde.

Es werden drei Unterarten unterschieden: P. i. inornatus, im zuvor genannten Tal und im Sacramento Valley. P. i. neglectus, an der Ostkante des San Joaquin Valley und in einem Verbindungstal zur Mojave-Wüste südlich der Sierra Nevada. P. i. psammophilus, im Tal des Salinas River und im zum San Joaquin Valley verbindenden Tiefland.

Merkmale Die für die Gattung mittelgroße San-Joaquin-Taschenmaus hat durchschnittlich eine Kopf-Rumpf-Länge von 73 mm, eine Schwanzlänge von 75 mm, etwa 20 mm lange Hinterfüße und ein Gewicht von 7 bis 12 g. Typisch sind ungefähr 8 mm lange und abgerundete Ohren ohne deutlich ausgebuchteten Antitragus. Das weiche Fell ist völlig frei von Borsten oder Stacheln und am Schwanz fehlt ein Haarkamm auf der Oberseite sowie eine Quaste. Zur besseren Fortbewegung im sandigen Gelände tragen die hinteren Fußsohlen einige Haare. Das oberseitige Fell hat eine Färbung, die ocker oder gelbbraun mit rosa Schattierungen ist. Es sind, je nach Unterart, mehrere oder wenige schwarze Deckhaare eingemischt. Eine gelbe Linie an den Flanken bildet die Grenze zur weißen Unterseite. Bei diesem Tier ist ein gelber Fleck hinter jedem Ohr vorhanden, der undeutlich sein kann. Der Schwanz ist wie der Rücken gefärbt oder unterseits leicht heller.

Die Anzahl der Chromosomen im diploiden Chromosomensatz variiert zwischen den Populationen. In zentralen und südlichen Bereichen des San Joaquin Valley liegt sie bei 50, im Gebiet, das Anschluss zur Mojave-Wüste hat, bei 52, im Nordwesten des San Joaquin Valley bei 56 und im Sacramento Valley bei 60.

Lebensweise Die bewohnten Hügelländer und Senken liegen auf 420 bis 600 Meter Höhe. Diese Taschenmaus hält sich auf Gras- und Buschflächen sowie in Wüsten auf. Zum Habitat zählen ausgetrocknete Seen mit salzliebenden Sträuchern, Regionen, die von den Pflanzengattungen Melden und Meerträubel dominiert werden, im Lake County teilweise felsige Landschaften oder Gebiete, in denen Reiherschnäbel, Raublattgewächse, Arten der Gattung Astragalus und Trespen vorherrschen. Andere Pflanzen, die im Verbreitungsgebiet gefunden wurden, sind beifußähnliche Mitglieder der Gattung Artemisia, Salbei, Hafer, Adenostoma-Arten und Säckelblumen.

Die nachtaktive San-Joaquin-Taschenmaus ruht am Tage in ihrem unterirdischen Bau. In kalten Nächten und bei Nahrungsmangel kann sie einen torpiden Zustand einnehmen, doch das Tier kann selbst in den Wintermonaten außerhalb des Baues nach Nahrung suchen. Es wurde so im Oktober, Januar und März registriert. Der Bau liegt unterhalb der Grasnarbe in sandiger Erde und hat zwei bis drei Ausgänge nahe an Sträuchern sowie eine Nistkammer. Die Ausgänge werden vor dem Tag verstöpselt. Manchmal übernimmt diese Taschenmaus Teile eines Baus von Heermanns Kängururatte. Die Nahrung besteht überwiegend aus Samen von Gräsern, Kräutern und Sträuchern, die mit grünen Pflanzenteilen und Insekten komplettiert werden. Von den Körnern wird der ungenießbare Teil abgebissen und der Rest in den Backentaschen zum Bau transportiert, wo Vorräte angelegt werden. Die benötigte Flüssigkeit entsteht bei der Verdauung oder ist in der Nahrung enthalten.

Außerhalb der Paarungszeit lebt jedes erwachsene Tier für sich. Die Populationsdichte liegt bei 0,4 bis 7,3 Exemplaren pro Hektar. Allgemein findet die Fortpflanzung zwischen März und Juli statt. Dabei hat jedes Weibchen zwei Würfe mit 4 bis 6 Neugeborenen.

Gefährdung Die Umwandlung der ursprünglichen Landschaft in Ackerland wirkt sich vor allem im Norden des bewohnten Gebietes negativ aus. Dadurch gingen etwa 90 Prozent des ursprünglichen Habitats verloren. Die verbleibenden Gebiete sind jedoch ausreichend groß und dort ist das Tier nicht selten. Die IUCN listet die San-Joaquin-Taschenmaus als nicht gefährdet (least concern).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Taschenmäuse Kategorie:Endemisches Tier Kaliforniens