Meine nicht ganz wahre Geschichte (englischer Originaltitel The Slightly True Story of Cedar B. Hartley (Who Planned to Live an Unusual Life)) ist ein Jugendroman der australischen Autorin Martine Murray, der 2002 mit Murrays eigenen Illustrationen beim australischen Zweig des Verlags Allen & Unwin veröffentlicht wurde. Die deutsche Erstausgabe in einer Übersetzung von Cornelia Krutz-Arnold erschien 2004 beim Ravensburger Buchverlag. Murray setzte Cedars Geschichte in dem 2005 erschienenen Buch The Slightly Bruised Glory of Cedar B. Hartley (Who Can't Help Flying High and Falling in Deep) fort.
Inhalt Die zwölfjährige Cedar B. Hartley, die gerne Lana Monroe heißen würde, lebt zusammen mit ihrer Mutter in einer einfachen Wohnung in Brunswick. Ihr Vater starb, als Cedar ein Jahr alt war, und ihr älterer Bruder Barnaby wurde nach einem vermeintlichen Diebstahl in ein Internat geschickt, aus dem er sich jedoch davongemacht hat und seither quer durch Australien streift. Die Mutter schuftet in ihrem Job, um sich eines Tages ein eigenes Haus leisten zu können, hat dafür aber dementsprechend wenig Zeit für die eigene Familie.
Zu Cedars Freunden zählen Caramella Zito, ein benachbartes, pummeliges und schüchternes Mädchen, sowie ihr Hund Stinky. Als dieser eines Tages davonläuft, startet Cedar eine Suchaktion. Daraufhin meldet sich der seltsame Junge Kite, der Stinky gefunden hat. Kite ist der Sohn eines Akrobaten-Ehepaars, der bei dessen früheren Auftritten im Zirkus oft Teil der Aufführungen war. Seit einem Unfall des Vaters leben Kites Eltern getrennt voneinander. Während die Mutter weiterhin bei einem umherziehenden Zirkus als Trainerin arbeitet, ist der Vater mittlerweile Bibliothekar in Brunswick und lebt dort mit Kite zusammen. Der Junge bietet Cedar an, ihr akrobatische Übungen beizubringen. Die Garage von Kites Vater ist zu einem idealen Gymnastik-Trainingsplatz umfunktioniert und schon bald beweist Cedar unter Kites Anweisungen Talent als Akrobatin.
Als ein Nachbarshund einen teuren medizinischen Eingriff benötigt, den sich seine Besitzerin nicht leisten kann, beschließen Cedar und Kite, eine Zirkusshow zu veranstalten, mit deren Einnahmen sie die Operation ermöglichen wollen. An der Show nehmen noch weitere Personen teil: Caramella, die in erster Linie für das Bühnenbild verantwortlich ist, sowie der durch einen Unfall geistig beeinträchtigte Oscar, der durch das Programm führt, und Kites Vater, der bei der Unterstützung der jungen Leute regelrecht aufblüht.
Am Tag vor der großen Aufführung taucht Barnaby auf, der von Cedars Show zufällig aus einer Lokalzeitung erfahren hat. Durch ihren Bruder erfährt Cedar schließlich, woran ihr Vater tatsächlich gestorben ist. Und sie hat mittlerweile selbst herausgefunden, wer das Skateboard gestohlen hat, mit dessen Diebstahl Barnaby damals beschuldigt worden war. Die Zirkusnummer wird zu einem Riesenerfolg, der nicht nur dem Nachbarshund die notwendige Operation ermöglicht, sondern (wahrscheinlich) auch Cedar einen ersten Kuss von Kite beschert.
Hintergrund Martine Murray studierte Kunst und Tanz und war selbst Akrobatin. All diese Aspekte finden sich in ihren Kinder- und Jugendbüchern wieder.
Rezeption Belle Alderman schreibt in ihrer Buchrezension: „Es geht um die kleinen, alltäglichen Dinge des Lebens, und Murray behandelt auch ernste Themen mit großer Leichtigkeit. Ihre Besetzung, eine Ansammlung marginalisierter junger Leute, ist unwiderstehlich: […] Cedar ist mitten in der Pubertät, stellt alles in Frage – ihre Gefühle, Familienbeziehungen und Freundschaften. Murray erzählt, wie Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund zusammenarbeiten und Probleme lösen. Ihre treffenden Illustrationen begleiten den Leser durch die ganze Geschichte.“ Lynn Beckwith schreibt für BookPage: „Die Geschichte wirkt wie ein langes Gespräch mit einem nachdenklichen, aufgeschlossenen und belesenen Teenager; es war schade, als ich die letzte Seite umblätterte und merkte, dass das Gespräch zu Ende war. Ein großes Lob an Cedar B. Hartley, den Star ihres eigenen Zirkus!“ Das School Library Journal urteilt: ‚Strahlt Authentizität aus.‘ Und das Wochenmagazin Newsweek befindet: ‚Cedars witzige, ironische Art wird selbst die größten Zyniker in ihren Bann ziehen‘. Die US-amerikanische Zeitschrift Publishers Weekly schreibt: „Die Erzählstimme schwankt, und Cedar wirkt an manchen Stellen fast schon altklug, an anderen hingegen wenig überzeugend naiv. Doch in ihren besten Momenten entfaltet Murray eine verblüffende Kraft, wie in dieser Beschreibung einer Erleuchtung: «Man weißt nicht mehr, wie etwas ist. Statt Wissen gibt es nur noch die Muster der Sterne; das Atemgeräusch der Nacht; die kleine, schmerzende Stelle, an der dein Fuß die Erde berührt … Und du warst ihr niemals näher. Wenn es ein Es gibt, dann habt ihr euch fast berührt, du und das Es.»“
Auszeichnungen Der Roman wurde 2006 mit dem Queensland Premier's Literary Award in der Kategorie ‚Kinder- und Jugendbücher‘ ausgezeichnet.
Referenzen Meine nicht ganz wahre Geschichte wird in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 12+ Jahre empfohlen.
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Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Australische Literatur Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literarisches Werk