mini|hochkant|Richard England mini|Oberst Wood und Major Wortley aus dem Stab Richard Englands während des Krimkrieges; Foto von Roger Fenton Sir Richard England (* 1793 in Fort Detroit; † 19. Januar 1883 in St. Margaret’s, Titchfield, Hampshire) war ein britischer General. Er kämpfte in den Napoleonischen Kriegen, den Grenzkriegen, dem Ersten Anglo-Afghanischen Krieg und im Krimkrieg.

Leben Richard England war der Sohn von Lieutenant-General Richard G. England. Dieser war ein Veteran des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, Colonel des 5th Regiment of Foot, 1803–1812 Lieutenant-Governor von Plymouth und einer der ersten Siedler im westlichen Oberkanada. Seine Mutter war Anne O’Brien, Tochter von James O’Brien of Ennistyen, aus einer Nebenlinie der Familie des Marquess of Thomond. Richard England wurde 1793 in Fort Detroit, damals Teil von Oberkanada, geboren.

Richard England trat nach seiner Ausbildung am Winchester College und am Royal Military College in Great Marlow am 25. Februar 1808 als Ensign des 14th Regiment of Foot in die British Army ein. Er wurde am 1. Juni 1809 zum Lieutenant befördert und nahm im selben Jahr am Walcheren-Feldzug teil. 1810 und 1811 war er Generaladjutant in Sizilien. Am 11. Juli 1811 wurde er zum Captain des 60th (Royal American) Regiment of Foot befördert und am 1. Januar 1812 zum 12th Regiment of Foot versetzt. Im selben Jahr ging er nach Kanada, um sich seinem Vater anzuschließen. Nach dessen Tod kehrte er nach England zurück, heiratete 1814 Anna Maria Anderson, die Schwester von Sir J. C. Anderson, und stieß 1815 nach der Schlacht bei Waterloo in Paris wieder zu seinem Regiment.

Er blieb bis zum Abzug der Besatzungsarmee 1818 in Frankreich und diente anschließend von 1821 bis 1823 als Adjutant von Major-General Sir Colquhoun Grant, der das Kommando in Dublin innehatte. Am 4. September 1823 wurde er zum Major des 75th Regiment of Foot befördert und übernahm am 29. Oktober 1825 als Lieutenant-Colonel das Kommando über das Regiment anstelle des Duke of Cleveland. Er behielt dieses Kommando viele Jahre und führte das Regiment 1833 in die Kapkolonie. Beim Ausbruch der Grenzkriege 1836 ernannte Lieutenant-General Sir Lowry Cole, der zu dieser Zeit das Kommando am Kap innehatte, England zum Befehlshaber der Ostgrenze mit dem temporären Rang eines Brigadier-General. In diesem Rang diente er während der Feldzüge von 1836 und 1837. Für seine Verdienste erhielt er eine Medaille und wurde am 28. Juni 1838 zum Colonel befördert.

1839 wurde England zum Kommandeur des 41st (Welch) Regiment of Foot ernannt und zum Befehlshaber des Distrikts Belgaum der Präsidentschaft Bombay im Rang eines Brigadier-General befördert. Unmittelbar nach seiner Ankunft verlor er seine Frau.

1841 wurde England das Kommando über eine Division der Bombay Army übergeben. Diese wurde im Zuge des Ersten Anglo-Afghanischen Krieges zur Entlastung von Colonel Palmer in Ghuznee und General William Nott in Kandahar entsandt. England erreichte Ghuznee nicht rechtzeitig, kämpfte sich aber nach einem Rückschlag durch das Pishín-Tal und erreichte Kandahar, um sich Nott anzuschließen. Als dessen Stellvertreter trug er zur Niederlage Akbar Khans auf den Khojak-Höhen bei. England blieb bis Ende 1842 in Kandahar, als beschlossen wurde, die Stadt aufzugeben. Daraufhin übernahm er das Kommando über die Truppen, die sich durch den Bolan-Pass nach Sindh zurückzogen, während Nott mit 7000 ausgewählten Soldaten nach Ghuznee und Kabul marschierte.

England hatte sich in diesen Operationen nicht besonders hervorgetan. Nott beklagte sich heftig über ihn, und obwohl er seine Aufgabe erfüllte und Kandahar entsetzt hatte, galten seine Operationen nicht als so erfolgreich wie sie hätten sein können. Er hatte sowohl auf dem Vormarsch als auch auf dem Rückzug Rückschläge erlitten, die regelrechten Niederlagen gleichkamen.Daniel Jircik (2021), S. 93 Dennoch wurde er am 27. September 1843 zum Knight Commander des Order of the Bath ernannt, gab daraufhin sein Kommando auf, kehrte nach Hause zurück und ließ sich in Bath nieder. England blieb bis 1849 ohne Einsatz, als er das Kommando über die Curragh-Brigade erhielt und am 11. November 1851 zum Major-General befördert wurde.

1854 schien die Kritik an seinem Verhalten in Afghanistan vergessen, und er wurde mit dem Kommando über die 3. Division im Krimfeldzug betraut.Daniel Jircik (2021), S. 245 In der Schlacht an der Alma war seine Division nicht so stark in Kämpfe verwickelt wie die Garde- oder die Leichte Division. In der Schlacht bei Inkerman gehörte England zu den ersten Generälen am Kampfschauplatz. Obwohl er dort nie das tatsächliche Kommando innehatte, trug sein schnelles Handeln, als er im kritischen Moment seine Truppen zur Unterstützung der bedrängten Bataillone auf dem Inkerman Tusk entsandte, maßgeblich zum Erfolg des Tages bei.

Im harten Winter 1854/55 zeichnete sich England besonders aus. Er ertrug mit seinen Truppen die größten Entbehrungen, beantragte aber dennoch nie seine Heimkehr und war der letzte der ursprünglichen Generale, die die Armee auf die Krim begleitet hatten, der sie verließ. Bevor er zurückkehrte, leitete er am 18. Juni 1855 den Angriff auf die Redan, und es war nicht seine Schuld, dass die harten Kämpfe dieses Tages keinen großen Erfolg brachten. Im August 1855 musste er jedoch dem Rat des Arztes folgen und nach England zurückkehren. Für seine Verdienste wurde er zum Lieutenant-General befördert und zum Knight Grand Cross des Order of the Bath erhoben und als Großoffizier der französischen Ehrenlegion und mit dem osmanischen Mecidiye-Orden erster Klasse ausgezeichnet. England nahm nie wieder am aktiven Kriegseinsatz teil. Er wurde 1854 zum Colonel of the Regiment des 50th (Queen’s Own) Regiment of Foot ernannt und am 20. April 1861 als Colonel zum 41st (Welch) Regiment of Foot versetzt. Am 6. Juli 1863 wurde er zum General befördert und 1877 in den Ruhestand versetzt.

Er starb am 19. Januar 1883 in St. Margaret’s, Titchfield, Hampshire.

Literatur Winfried Baumgart: The Crimean War, 1853–1856. Arnold, London 1999, ISBN 0-340-61465-X. Trevor Royle: Crimea, The great crimean war 1854–1856. Abacus Books, London 2003, ISBN 0-349-11284-3. Orlando Figes: The Crimean War. A History. New York 2011, ISBN 978-0-8050-7460-4. Robert B. Edgerton: Death Or Glory: The Legacy Of The Crimean War. Basic Books, 2000, ISBN 0-8133-3789-5. Daniel Jircik: Noch 1.000 Flaschen Champagner bis Khartum. BoD – Books on Demand. 2021, ISBN 978-3-7543-0198-2. William Dalrymple: Return of a King. The Battle for Afghanistan. Bloomsbury, London u. a. 2013, ISBN 978-1-4088-2287-6.

Einzelnachweise

Kategorie:General (British Army) Kategorie:Person im Krimkrieg (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Knight Grand Cross des Order of the Bath Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Großoffizier) Kategorie:Träger des Mecidiye-Ordens Kategorie:Brite Kategorie:Engländer Kategorie:Geboren 1793 Kategorie:Gestorben 1883 Kategorie:Mann