Karl Heinz Bönner (* 6. Februar 1932 in Essen; † 23. September 2017 in Marburg) war ein deutscher Psychologe und emeritierter Professor für sonderpädagogische Psychologie an der Philipps-Universität Marburg.Nachruf auf Prof. em. Dr. Karl-Heinz Bönner auf Uni Marburg vom 28. September 2017, abgerufen am 27. April 2026.
Leben Er wurde als Sohn von Bernhard Theodor und Ida Helene (Freiburg) Bönner geboren. Nach dem Besuch des Staatlichen Gymnasiums in Mülheim an der Ruhr und der Ablegung des Abiturs studierte er ab 1954 Psychologie, Pädagogik, Medizinische Anthropologie, Soziologie, Philosophie und Volkswirtschaftslehre an der Pädagogischen Hochschule Essen sowie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Basel. 1956 legte er das Staatsexamen in den Fächern Erziehungswissenschaft und Psychologie ab und wurde im gleichen Jahr Lehrer im Volksschuldienst der Stadt Köln. 1959 folgte das zweite Staatsexamen und 1960 bis 1961 wurde er Lehrer und Schuljugendberater der Stadt München. Ab 1962 war er Lehrer im Volksschuldienst in Köln und ab 1963 Dozent an der Höheren Fachschule für Dolmetscher und Übersetzer der Stadt Köln. 1964 erwarb er den Titel Diplom-Psychologe. Ab 1964 bis 1967 wurde er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Sozialpsychologie der Universität Köln. Von 1967 bis 1973 wirkte er als freiberuflicher Psychotherapeut. 1970 promovierte er zum Dr. rer. pol. in den Fächern Sozialpsychologie, Philosophie und Volkswirtschaft. 1973 erfolgte die Ernennung zum Professor für Sonderpädagogik (Sonderpädagogische Psychologie, Schwerpunkt Psychotherapie) an der Philipps-Universität Marburg, 1978 wurde er zum Professor für Psychologie für Pädagogen im klinischen Anwendungsbereich ernannt. Ab 1980 war er Leiter der Forschungsstelle für Psychosoziale und Psychosomatische Prävention und Rehabilitation der Universität Marburg. 1997 erfolgte seine Emeritierung.
Werk Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörte unter anderem die Beschäftigung mit Abhängigkeitserkrankungen sowie Suchtprävention, zudem fungierte er als Berater von stationären und ambulanten Einrichtungen für Abhängigkeitskranke. Er beschäftigte sich intensiv mit der psychosozialen Betreuung und Therapie von Menschen mit Suchterkrankungen. Als Leiter der Forschungsstelle für psychosoziale und psychosomatische Prävention und Rehabilitation an der Universität Marburg arbeitete er an Konzepten zur Vorbeugung und Behandlung psychischer und psychosomatischer Belastungen. In der Lehre lag sein Fokus auf psychotherapeutischen Verfahren innerhalb der Sonderpädagogik, insbesondere für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten.
Ehrungen/Positionen 1992: Präsident im Deutschen Alkohol- und Suchtrat 1985–1996: Mitglied und Präsident der Weiterbildungsvereinigung Hessen für Klinische Verhaltenstherapie 1976–1988: Mitglied und Präsident der Gesellschaft Psychosomatische Therapie 1975–1988: Mitglied und Präsident der Deutsche Akademie für Suchttherapie Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologen
Privates Er war seit 1978 verheiratet mit Hildegard Scheitzbach; aus der Ehe stammten die Kinder Natascha, Bertine und Benjamin. Er ist im Alter von 85 Jahren verstorben.
Publikationen (Auswahl) Monografien Mit M. Waldow: Indikation und individualisierte Verweildauer in der stationären Behandlung Alkohol- und Medikamentenabhängiger (Forschungsstelle für Psychosoziale und Psychosomatische Prävention und Rehabilitation (Marburg) Bd. 5). Elwert Verlag, Marburg 1987. Mit Alexander Distel: Rollenspiel und Soziodrama bei verhaltensgestörten Kindern und Jugendlichen. Fernuniversität Gesamthochschule, Hagen 1984. Nichtautoritäre Erziehung: ein Handbuch für Eltern und Pädagogen. Goldmann Verlag, München 1974, ISBN 978-3-442-09524-7 (3. Aufl. Verlag Droste, Düsseldorf 1973; Erstauflage Droste-Verlag, Düsseldorf 1971, ISBN 978-3-7700-0264-1). Einstellungswandel in einem deutsch-französischen Jugendlager. Eine Untersuchung zur Wirksamkeit von Auslandskontakten Jugendlicher. Deutsches Jugendinstitut, München 1970 (zugleich Köln, Dissertation der Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät 1970). Deutschlands Jugend und das Erbe ihrer Väter: Wie skeptisch ist die junge Generation? Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1967.
Herausgeberschaften Die Geschlechterrolle: Elf Aufsätze (Nymphenburger Texte zur Wissenschaft 11). Nymphenburger Verlagshandlung, München 1973, ISBN 978-3485032117.
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge Karl Heinz Bönner: Das Leben des Dr. phil. habil. Max Simoneit. In: Geschichte der Psychologie, Ausgabe 9, 1986, , Abstract Karl Heinz Bönner: Sexualität. In: Veränderungen der Gesellschaft. Sechs konkrete Utopien, herausgegeben von Hendrik Bussiek, Fischer Bücherei, Frankfurt am Main, 1970, ISBN 3-436-01076-6, S. 82–93.
Weblinks
Karl Heinz Bönner auf Deutsche Digitale Bibliothek, abgerufen am 27. April 2026. Bönner, Karl-Heinz auf der Hessischen Landesbibliothek, abgerufen am 28. April 2026. Karl Heinz Bönner auf Prabook, abgerufen am 28. April 2026.
Einzelnachweise
Kategorie:Psychologe Kategorie:Hochschullehrer (Philipps-Universität Marburg) Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2017 Kategorie:Deutscher Kategorie:Mann