Felix Schuster (* 7. Oktober 1897 in Unterreichenstein/Rejštejn; † 15. Oktober 1982 in Augsburg) war ein Pädagoge und Maler.

Leben Felix Schuster wurde am 7. Oktober 1897 als Sohn des Postmeisters Josef Schuster in Unterreichenstein geboren, Vorfahren stammen aus Außergefild. Nach der Gymnasialzeit diente Schuster bei den Tiroler Kaiserjägern und kämpfte während des Ersten Weltkrieges an der Dolomitenfront. Er wurde mehrfach ausgezeichnet.

Im Herbst 1918 begann Schuster sein Studium an der philosophischen Fakultät in Prag, wobei er sich besonders der Kunstgeschichte widmete und gleichzeitig die Kunstgewerbeschule besuchte, um Zeichenlehrer zu werden. Anschließend studierte er bei August Brömse Graphik. Hier lernte er Emmi Lang (* 1905) kennen, die er 1926 heiratete. Im Jahr 1924 kam Schuster als Zeichenlehrer an das Gymnasium in Krummau. 1930 gründete er zusammen mit seiner Frau, die ebenfalls Landschaftsmalerin war und zeitweilig als Zeichenlehrerin arbeitete, und dem Maler Wilhelm Fischer die Künstlergilde Krummau an der Moldau. Unter anderen waren auch Lothar Sperl und Anton Peschka, der Schwager von Egon Schiele, an der Künstlergruppe beteiligt, die jährlich eine Ausstellung organisierte.

Felix Schuster schuf in erster Linie Landschaftsbilder, daneben auch Federzeichnungen und Linolschnitte. Hierher gehören die Monatsbilder für den Wäldlerkalender, Illustrationen für mancherlei Druckwerke, darunter für das Jugendbuch "Der Akazienbaum", vor allem aber die gemeinsam mit seiner Frau entworfenen Zeichnungen von 500 heimischen Pflanzen für das Buch Flora von Böhmen von Forstverwalter Anton Tannich, weiterhin Entwürfe für Plakate. Dazu gestaltete er die Professor-Amann-Plakette für den Gedenkstein beim Passionsspielhaus in Höritz, hielt Vorträge und Lehrgänge und widmete sich schließlich der Erneuerung der Tracht des Böhmerwaldes in Zusammenarbeit mit Professor Josef Hanika und anderen.E. F. Raffelsberger: Prof. Felix Schuster ein Siebziger. In Hoam!, 20. Jg. Oktober 1967

Während des Zweiten Weltkriegs entstanden zahlreiche Studien von Volkstypen und Landschaften, daneben auch Porträts. Nach der ersten Notzeit im Gefolge der Vertreibung war Schuster als Kunsterzieher am Gymnasium in Starnberg tätig, ging aber weiterhin seiner Künstlerschaft als Maler nach – nun in verschiedenen Techniken die Landschaften seiner neuen Heimat darstellend. Erwähnenswert sei noch die Starnberger Weihnachtskrippe, die er zusammen mit seiner Ehefrau in jahrelanger Arbeit gestaltete. Er wirkte lange Jahre als Kulturreferent des Deutschen Böhmerwaldbundes – Landesverband Bayern. 1961 wurde er Träger des Kulturpreises der Patenstadt Passau. Auch wurden ihm die Josef-Taschek-Medaille des Deutschen Böhmerwaldbundes – Landesverband Bayern und das goldene Ehrenzeichen des Deutschen Böhmerwaldbundes verliehen.Erich Hans: Professor Felix Schuster. In: Hoam!, 35. Jg. November 1982

Eine Ausstellung im Haus des Ostens in München, eröffnet am 13. Januar 1986, zeigte Werke von Felix Schuster und seiner Ehefrau Emmi Schuster-Lang.Heinz Präuer: Künstler aus dem Böhmerwald - Malerei und Zeichnungen von Franz Schöllhammer, Felix Schuster und Emmi Schuster-Lang. In: Hoam! 1986/140. Die Ausstellung Künstler aus dem Böhmerwald im Oberhausmuseum in Passau im Jahre 1993 zeigte u. a. auch Werke des Ehepaares.Künstler aus dem Böhmerwald. In: Hoam!, Jg. 1993 S. 850

Felix Schuster starb am 15. Oktober 1982, seine Frau folgte zwei Jahre später. Beide sind in Augsburg begraben.Die Künstlergilde von Krummau. In: Unsere Heimat – Die Stadt Krummau an der Moldau im Böhmerwald, Waldkirchen 1992, S. 462 ff.

Stil Felix Schuster malte gelegentlich auch Stillleben und Porträts, war aber in erster Linie Landschaftsmaler, und als solchen interessierten ihn vor allem Stimmungen. Felix Raffelsberger sieht darin eine „glückliche(n) Verbindung impressionistischer Farbenauffassung mit einer gemäßigten, an die neue Sachlichkeit zum Teile gemahnenden Formensprache“E. F. Raffelsberger: Felix Schuster, ein Maler des Böhmerwaldes. In: Waldheimat 7. Jg. Oktober 1930.. Schusters bevorzugte Motive waren Urwaldszenerien und Waldschläge, deren unruhige Linienführung er in der Abstufung von Beleuchtung und Farben wiedergab.

Literatur Die Künstlergilde von Krummau. In: Unsere Heimat – Die Stadt Krummau an der Moldau im Böhmerwald. Waldkirchen 1992, S. 462 ff. E. F. Raffelsberger: Felix Schuster, ein Maler des Böhmerwaldes. In: Waldheimat 7. Jg. Okt. 1930 Die Träger des Kulturpreises der Patenstadt Passau für Böhmerwäldler seit 1961. In: Hoam!, 54. Jg. Juli 2001, S. 15 E. F. Raffelsberger Prof. Felix Schuster ein Siebziger in Zs. „Hoam!“ 20. Jg. Okt. 1967 Felix Schuster: Rede nach der Preisverleihung der Stadt Passau. in Hoam!, 23. Jg. 1970/227 Felix Schuster: Eine heidnische Kultusstätte im Böhmerwalde. In: Budweiser Zeitung, 59. Jg. Nr. 100, 22. Dezember 1920

Weblinks Dokumente Felix Schuster: Pohanské obětiště na Šumavě (tschechisch) Bilddokument der Künstlergilde Krummau Gruppenfoto des Lehrkörpers des Realgymnasiums Krummau 1936 mit Wilhelm Fischer (5. v. l.) und Felix Schuster (6. v. l.):

Einzelnachweise

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