Das Naturfreundehaus Duisburg (bis nach 1997 Studio der Heimat) ist ein privates Naturkundemuseum in der nordrhein-westfälischen Stadt Duisburg. Neben Tierpräparaten wird hier eine der größten Pilzsammlungen Deutschlands ausgestellt.

Geschichte Das Naturfreundehaus entstand im Jahr 1949 und geht auf die Präparate-Sammlung des Duisburger Stadtinspektors Hermann Thelen zurück. Zunächst waren die Objekte in einer Dachkammer des Hotels Duisburger Hof am König-Heinrich-Platz untergebracht. 1955 wurde Thelen als Kurator um den Naturkundelehrer Herbert Haase verstärkt. Die Sammlung zog in den 1950er Jahren in eine umgebaute Baracke im Duisburger Wald auf dem Gebiet des Stadtteils Wanheimerort um. Sie wurde hier unter dem Namen Studio der Heimat einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.Hermann Thelen: Studio der Heimat. In: Hermann Thelen (Hrsg.): Heimat Duisburg Jahrbuch 1967 (9. Jhg.). Duisburg-Meiderich 1967. S. 60–62.

Im Jahr 1974 musste sie allerdings umziehen, da man versäumt hatte, die Interessengemeinschaft zu einem eingetragenen Verein umzuwandeln. Im Oktober 1974 wurde die Sammlung in der Oststraße in Duisburg-Neudorf durch den Duisburger Oberbürgermeister Arnold Masselter neu eingeweiht. Inzwischen war Herbert Haase zum Vorsitzenden des Vereins „Naturwissenschaftliches Museum Studio der Heimat – Arbeitskreis Duisburg – e. V.“ aufgestiegen. Bereits 1973 wurde die Sammlung vom Rheinischen Museumsamt als naturwissenschaftliches Museum anerkannt.Lothar Koopmann (Red.): Bienenfleiß und Heimatkunde. Das Studio der Heimat. In: Duisburger Jahrbuch 1997. Mercator-Verlag, Duisburg 1997, ISBN 3-87463-242-3. S. 178 f.

Im Jahr 1980 zog das Museum in die Räumlichkeiten der Schule „Am See“ in Duisburg-Wedau um. Dort wurden der Sammlung 800 m² zur Verfügung gestellt. Zur Einweihung erschienen die Altoberbürgermeister August Seeling und Arnold Masselter, der damals amtierende OB Josef Krings sowie Stadtarchivsleiter Günter von Roden, Kulturdezernent Konrad Schilling, Schulamtsleiter Horst Stolz und Zoodirektor Wolfgang Gewalt. Konzeptuell sollten in den Räumlichkeiten des Studios verschiedene Duisburger Vereine und Verbände mit Bezug zu den Naturwissenschaften die Möglichkeit bekommen, ihre Arbeit zu präsentieren.Lothar Koopmann (Red.): Bienenfleiß und Heimatkunde. Das Studio der Heimat. In: Duisburger Jahrbuch 1997. Mercator-Verlag, Duisburg 1997, ISBN 3-87463-242-3. S. 180.

Eine besondere Bedeutung für die Anfangszeit des Museums in Wedau haben die Forschungsarbeiten des Bienenforschers Friedrich Haverkamp. Das Engagement Haverkamps führte in den 1990er Jahren schließlich zur Ausgründung des Bienenmuseums Duisburg, das eigene Räumlichkeiten bezog. Das Studio der Heimat gab eine eigene heimatkundliche Schriftenreihe heraus. Im Jahr 1987 wurden Hermann Thelen und Herbert Haase für ihr Engagement um das Museum mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. Die Leitung des Museums übernahm nach ihnen Hans Driesen.

Wegen mangelnden Besucherinteresses musste das Studio der Heimat im Jahr 2015 die Räumlichkeiten in Wedau verlassen. Die Exponate wurden zeitweise in einer Baracke nahe des Duisburger Waldfriedhofs eingelagert. Unter dem Namen Naturfreundehaus bzw. Haus der Naturfreunde eröffnete es nach einigen Monaten an einem Standort an der Düsseldorfer Straße in Duisburg-Wanheimerort.

Sammlung Die Sammlungen des Museums waren in den zurückliegenden Jahrzehnten großen Veränderungen unterworfen. Als Kern kann die Privatsammlung Hermann Thelens gelten, die eine Vielzahl von präparierten Vögeln und Pflanzen umfasst. Im Jahr 1996 wurden drei Sammlungsschwerpunkte ausgemacht, wobei die Bienenforschungsabteilung im Jahr 1997 als eigenständiges Bienenmuseum Duisburg mit Sitz in einem Bau im Stadtteil Rumeln-Kaldenhausen ausgegründet wurde. Geigenbau: Im Jahr 1997 ermöglichte das Museum einen Einblick in den Geigenbau. Die Brüder Walter und Reinhold Widdra ließen sich beim Bau von Geigen von Besuchern über die Schulter schauen und erläuterten die physikalischen Hintergründe. Dabei wurde mit der Aufstellung eines Monochord Hands-On-Stationen in die Präsentation mit einbezogen. Zoologische Sammlung: Die zoologische Sammlung umfasst eine Vielzahl von Geweihen und Gehörnen, Präparate der meisten heimischen Waldtiere, eine Kopfskelettsammlung, Fundstücke von der Nord- und Ostsee, daneben wird eine systematische Sammlung von Meerestieren ausgestellt.Lothar Koopmann (Red.): Bienenfleiß und Heimatkunde. Das Studio der Heimat. In: Duisburger Jahrbuch 1997. Mercator-Verlag, Duisburg 1997, ISBN 3-87463-242-3. S. 181. Besondere Bedeutung hat das Skelett einer 30 Millionen Jahre alten Seekuh, die bei den Arbeiten zum Autobahnkreuz Kaiserberg geborgen wurde.

Literatur Lothar Koopmann (Red.): Bienenfleiß und Heimatkunde. Das Studio der Heimat. In: Duisburger Jahrbuch 1997. Mercator-Verlag, Duisburg 1997, ISBN 3-87463-242-3. S. 178–181. Hermann Thelen: Studio der Heimat. In: Hermann Thelen (Hrsg.): Heimat Duisburg Jahrbuch 1967 (9. Jhg.). Duisburg-Meiderich 1967. S. 60–62.

Weblinks Offizielle Website des Museums Christoph Witte, Marc Vollmannshauser: Duisburger Natur-Ausstellung muss aus ihrem Gebäude – und findet kein Neues

Einzelnachweise

Kategorie:Museum in Duisburg Kategorie:Museumsgründung 1949 Kategorie:Naturkundemuseum in Deutschland Kategorie:Duisburg-Süd