Globonautes macropus ist eine Art der Krabben-Familie Deckeniidae und einziger Vertreter der Gattung Globonautes. Die baumbewohnende Süßwasserkrabbe kommt in Liberia und in einer Region Guineas vor. Durch den Lebensraumverlust ist die Art als gefährdet (endangered) eingestuft.
Verbreitungsgebiet und Lebensweise Die Exemplare für die Erstbeschreibung wurden in den 1890er Jahren angeblich im Brackwasser der Mündung des Mesurado Rivers in Liberia gesammelt. Dies ist aber fragwürdig, denn das Wasser dort hat einen sehr hohen Salzgehalt und ein solches Habitat ist für Süßwasserkrabben nicht beschrieben. Die Art kommt in den höheren Regenwäldern Guineas vor. Die westliche Verbreitungsgrenze reicht von Liberia bis Kindia, Funde aus Sierra Leone sind bislang nicht bekannt. Die Ostgrenze des Verbreitungsgebiets erstreckt sich von Yepeka im Nimba County, Gbarnga im Bong County und Monrovia. Aus dem Osten Liberias gibt es bislang keine Funde, obwohl die ökologischen Bedingungen dort ähnlich wie im Nachweisgebiet sind.
Das Verbreitungsgebiet ist bewaldet und reich an Süßwasser. Die Art wurde aber nie in oder in der Nähe von Gewässern gefunden. Sie lebt in Baumhöhlen, vor allem von abgestorbenen Bäumen. Diese Höhlen können bis zu 75 cm tief sein und sammeln Regenwasser an. Die genutzten Bäume liegen stets unter dem geschlossenen Blätterdach des Regenwaldes und nicht in unmittelbarer Gewässernähe. In der Trockenzeit von Dezember bis März können die Baumhöhlen auch trockenfallen und die Tiere vergraben sich im Schlamm am Höhlenboden. Es gibt Hinweise, dass die Krabben lokale Kolonien bilden.
Globonautes macropus ist nachtaktiv. Da nur wenig Pflanzenmaterial und Insekten zufällig in die Baumlöcher fallen, verlassen sie zur Nahrungssuche vermutlich ihr Domizil. Da die Krabben sehr schnell laufen können, fangen sie vermutlich Insekten auf dem Waldboden. In Gefangenschaft ernähren sich die Krabben omnivor und auch die Struktur der Mundwerkzeuge legt eine solche Ernährung nahe.
Natürliche Fressfeinde sind Mungos, Ginsterkatzen, Goldkatzen und Leoparden.
Merkmale Die von Bott aufgestellten Kriterien für die Gattung sind ein schlankes, leicht sigmoidförmiges und schmaler werdendes erstes Gonopodium, ein zweites Gonopodium mit einem geißelförmigen Endsegment, die fehlende Geißel am Exopoditen des dritten Maxillipeden und ein breiter, dreieckiger Hinterleib. Allerdings sind die Gonopodien der mittlerweile einzig verbliebenen Art der Gattung etwas anders gebaut. Das erste Gonopodium hat ein gerades Endsegment und das zweite ein stummelförmiges Endsegment.
Globonautes macropus hat orange Pereiopoden, einen purpurnen Carapax und eine cremefarbene Unterseite. Der Carapax ist bei geschlechtsreifen Tieren zwischen 25 und 34 mm breit, abgerundet, glatt und im vorderen Seitenbereich um die Kiemenkammern angeschwollen. Sie hat in der Kiemenkammer sowohl Kiemen als auch eine Crustaceen-Lunge. Die Meri und Finger der Schreitbeine sind stark verlängert und ermöglichen das Klettern auf Bäume. Das längste (das zweite) Schreitbein kann bis zu 55 mm lang sein und damit das Doppelte der Carapaxbreite erreichen. Die Scherenbeine sind noch länger und erreichen etwas mehr als das Doppelte der Carapaxbreite.
Fortpflanzung Die Fortpflanzungsperiode erstreckt sich von Januar bis März. Jungtiertragende Krabbenweibchen wurden nur zwischen März und Mai nachgewiesen. Die Eier sind bis zu 2 mm groß und dunkelgelb bis orange. Jungkrabben sind bis zu 15 mm groß und Körper und Pereipoden sind wenig ausdifferenziert. Jungtiere um die Geschlechtsreife sind zwischen 16 und 24 mm breit.
Einzelnachweise
Kategorie:Deckeniinae (Unterfamilie) Kategorie:Deckeniinae