Itinéraire bis (deutsch „Alternativroute“) ist ein Musikalbum des Double Trio de Clarinettes, gebildet aus dem Trio de Clarinettes und The Clarinet Trio. Die am 7. und 8. März 2013 im Studio Fattoria Musica in Osnabrück entstandenen Aufnahmen erschienen 2013 auf between the Lines.

Hintergrund Seit langem schon bestanden zum Zeitpunkt der Aufnahme diese beiden Trios nebeneinander, die denselben Ursprung haben. Das französische Trio de Clarinettes nahm bereits 1991 für die Free Music Production ein erstes Album auf, noch in der Besetzung Armand Angster, Jacques Di Donato und Louis Sclavis; später gehörten ihm neben Angster auch Jean-Marc Foltz und Sylvain Kassap an. Nach Ansicht von Franpi Barriaux ähnelt es dem deutschen Clarinet Trio, in dem Gebhard Ullmann und Jürgen Kupke neben Theo Nabicht bzw. Michael Thieke spielen, im Kern, wobei das eine mehr an improvisierter Musik, das andere näher an der westlichen Notenschrift orientiert sei.

Das Double Trio de Clarinettes besteht aus Jürgen Kupke (Klarinette), Michael Thieke (Altklarinette, Klarinette), Gebhard Ullmann (Bassklarinette), Armand Angster (Klarinette, Bassklarinette, Kontrabassklarinette), Sylvain Kassap (Es-Klarinette, Klarinette, Bassklarinette) und Jean-Marc Foltz (Klarinette, Bassklarinette). Sein Album Itinéraire bis wurde von Walter Quintus aufgenommen.

Titelliste Double Trio de Clarinettes – Itinéraire Bis (Between The Lines BTLCHR 71231) Almost Twenty-Eight (Ullmann) 2:12 Variationen über Rauch und Moder (Ullmann) 6:09 Bizarre (Kassap) 7:53 FAK! (Kassap) 3:08 Charles Town, but Yesterday... (Kassap) 4:42 Desert... Bleue... East (Ullmann) 6:01 Catwalk Münzstrasse (Ullmann) 6:29 Itinéraire bis (Angster) 4:31 Launedas – (Die) Laune das (macht was) (Foltz) 8:54 Keks ist Fortschritt (Thieke) 7:13

Rezeption mini|hochkant|Gebhard Ullmann (2013) Nach Ansicht von Glenn Astarita, der das Album in All About Jazz rezensierte, hätten sich zwei namhafte europäische Vertreter der Jazzklarinette – The Clarinet Trio und Le Trio de Clarinettes – für dieses Album zu einer gemeinsamen Mission zusammengetan, die ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten, Ideen und Überraschungen abdecke. Sie würden Naturklänge erklingen lassen und äußerst melodische Liedformen präsentieren, wobei sie neben kraftvollen Motiven und einer Fülle feiner Kontraste auch eine Prise Humor einfließen lassen. Zuweilen bewege sich das Sextett in ruhigen und eindringlich introspektiven Stimmungen und lasse kreisförmige Ostinati erklingen, die als Klangträger und für vielfältige Improvisationen dienen. Tatsächlich zeichne sich das Album durch eine umfassende Grundstruktur und Entwicklung aus. Nach mehrmaligem Hören würde es schwerfallen, sich vorzustellen, was man noch hätte besser machen können. Zweifellos sei Itineraire bis eine der besten Klarinettenalben seit langer Zeit. mini|Sylvain Kassap (2017) Itinéraire bis würde zu einem „Familientreffen“ jenseits des Rheins einladen, schrieb Franpi Barriaux (Citizen Jazz). Natürlich gingen die Franzosen bis in die tiefsten Bässe, während die Deutschen das Gleichgewicht der Klangfarben suchen. Doch bei dieser Begegnung würden die Unterschiede verschwimmen, ohne sich zu glätten. Unter der Schirmherrschaft des Jazzdor-Festivals, einer soliden Brücke zwischen Frankreich und Deutschland, hätten die sechs Musiker eine gemeinsames Idiom entwickelt. Das Spiel mit dem bisweilen unvorhersehbaren Abstand zwischen den Musikern ermögliche lange Pausen, die von plötzlichen, kompakten und warmen Klangsalven durchbrochen werden („Desert… Bleue… East“). Dieses Double Trio verzichte sehr schnell auf jede etwas eitle Virtuosität und jede Trivialität; zwar spiele es in „Almost Twenty-Eight“, dem Eröffnungsstück, mittels einer Swing-Parodie mit dem fälschlicherweise steifen Image, das dieses Instrument im Jazz hat. Doch hier würde es eher um die Suche nach Spannung gehen, die Laurent Dehors so am Herzen liege, als um eine bloße Skizze. Itinéraire bis führe zu einer dreifachen Übereinstimmung: der von zwei Ensembles, die auf ihre Unterschiede setzen, um ihren Aktionsradius zu erweitern. Der von zwei Kulturen, die alles verbinde, bis hin zu ihrer Einzigartigkeit. „Und schließlich der einer Musik, die sich aus den verschiedenen Strömungen des 20. Jahrhunderts nährt und hier auf schöne Weise gefeiert wird, zugleich roh und bemerkenswert ausgefeilt“.

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Einzelnachweise

Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 2013 Kategorie:Michael Thieke Kategorie:Gebhard Ullmann