Der Bär ist los! Die Geschichte von Bruno ist ein österreichischer Fernsehfilm aus dem Jahr 2009 von Regisseur Xaver Schwarzenberger nach einem Drehbuch von Felix Mitterer mit Harald Krassnitzer, Nadeshda Brennicke und Fritz Karl.

Handlung In Tirol sorgt der Braunbär Bruno für politische und mediale Aufregung, weil er mehrere Schafe gerissen und Bienenstöcke ausgeräumt hat. Agrarlandesrat Jakob Krautschneider befürwortet den Abschuss, während sein Bruder Romed Krautschneider von der Tiroler Jägerschaft den ersten Bären seit über 100 Jahren begrüßt. Der Tiroler Landeshauptmann sorgt sich um seine Wiederwahl, am liebsten wäre ihm daher, das Tier würde nach Bayern abwandern. Er engagiert seinen Firmling Hubert Wolfgruber, der in Amerika viele Jahre Erfahrung mit Bären gesammelt hat und den Bären mit einer Falle fangen soll. Ein Schießbefehl wird daraufhin um eine Woche aufgeschoben.

Bei der Suche nach dem Bären trifft Wolfgruber auf die Tierschützerin Linde aus Bayern. Sie verhindert, dass er den Bären betäubt und vertreibt ihn über die Grenze nach Bayern. Der Bayerische Ministerpräsident plädiert in einer Rede für den sofortigen Abschuss. Auch Zoodirektor Konrad Rettensteiner macht sich mit seiner Bärin Cilli auf die Suche nach Bruno, da er mit Cilli und Bruno Nachwuchs züchten möchte, um seinen finanziell angeschlagenen Tierpark zu retten.

Nachdem Bruno wieder nach Österreich zurückwandert, warten bereits die vom Landeshauptmann beauftragten finnischen Bärenjäger Aki und Mika mit ihren Hunden auf ihn. Die beiden kehren aber erfolglos in die Heimat zurück. Wolfgruber erhält von Agrarlandesrat Krautschneider schließlich den Abschussbefehl.

Zwischen Wolfgruber und Bruno kommt es zu einem Kampf, wobei der überlegene Bär das Leben des Jägers verschont. Der verletzte Wolfgruber wird von Linde versorgt, die eine Idee hat, wie die Jagd auf Bruno beendet werden kann. In Bayern wird am Rande einer Schlucht vermeintlich ein Bär erschossen, der in die Tiefe stürzt. Tatsächlich wurde aber nur auf eine Attrappe geschossen. Jägermeister Matthias Lettenbichler wird dafür vom Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Der Ministerpräsident beschwert sich daraufhin beim Landeshauptmann, dass er von der Öffentlichkeit für den Abschuss kritisiert wird.

Wolfgruber wird ein Forschungsprojekt über die Körpersprache der Bären in Alaska angeboten. Er bietet Linde an, mit ihm gemeinsam dorthin zu gehen, und die beiden küssen sich. Rettensteiner entlässt seine Bärin Cilli in die freie Wildbahn, wo sie auf Bruno trifft. Letztlich geht Hubert alleine nach Alaska, während Linde bei Konrad bleibt.

Produktion und Hintergrund Die Dreharbeiten fanden vom 19. Mai bis zum 27. Juni 2008 in Tirol statt. Drehorte waren unter anderem der Achensee, Innsbruck und die Köglalm. Produziert wurde der Film von der österreichischen Satel Film mit Unterstützung von Cine Tirol, als Produzent fungierte Heinrich Ambrosch. Beteiligt waren der Österreichische und der Bayerische Rundfunk.

Die Kamera führte Regisseur Xaver Schwarzenberger, die Montage verantwortete Helga Borsche und das Casting Nicole Schmied. Die Musik stammte von Hans-Jürgen Buchner und Haindling. Das Kostümbild gestaltete Heidi Melinc, das Szenenbild Petra Heim, den Ton Roman Schwartz und die Maske Ariane Wisniewski und Heiner Niehues. Als Tiertrainer fungierten Henry Spindler, Michael Schweuneke und Renate Hiltl.

mini|JJ1, ausgestellt im Münchner Museum Mensch und Natur (2019) Der Geschichte liegt der Fall des Bären JJ1 zugrunde, der im Frühsommer 2006 in Tirol und Bayern für Aufsehen gesorgt hat und am 26. Juni 2006 von bayerischen Jägern abgeschossen wurde. Tierschutzorganisationen kritisierten die Dreharbeiten mit fünf Zirkusbären.

Veröffentlichung Auf ORF 2 und im Ersten wurde der Film am 25. Februar 2009 erstmals ausgestrahlt. Auf Prime Video erschien der Film am 12. Oktober 2019.

Rezeption Filmdienst.de nannte die Produktion eine „ironisch gefärbte (Fernseh-)Komödie“, die besonders am Ende erheblich von der traurigen Wirklichkeit abweiche.

Rainer Tittelbach vergab auf tittelbach.tv 3,5 von 6 Sternen und meinte, dass Autor Felix Mitterer nichts anderes übrigblieb, als die Realsatire zu nutzen und weiter ins Groteske zu überspitzen, wenn auch nicht weit genug.

tvspielfilm.de bezeichnete den Streifen als bärigen, gut gelaunten Spaß mit feiner Ironie. Xaver Schwarzenberger inszenierte die Realsatire als launige Provinzposse mit skurrilen Nebenfiguren.

Tierschützer kritisierten, dass der Film die tatsächlichen Ereignisse verharmlose und verfälsche, und dass die im Film als „Darsteller“ genutzten Bären nicht artgerecht gehalten würden.

In Deutschland erreichte der Film bei Erstausstrahlung 4 Millionen Zuschauer.

Weblinks

Der Bär ist los! Die Geschichte von Bruno auf ORF ON Der Bär ist los! – Die Geschichte von Bruno auf wildbunch-germany.de

Einzelnachweise

Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Filmtitel 2009 Kategorie:Fernsehfilm (ORF) Kategorie:Fernsehfilm (Das Erste) Kategorie:Bär im Film Kategorie:Filmkomödie