Brunshausen ist ein heute unbewohnter Ortsteil der Stadt Stade im Landkreis Stade in Niedersachsen. Der Ort bildete bis 1924 eine eigenständige Gemeinde im Kreis Stade der preußischen Provinz Hannover mini|Karte mit Brunshausen, Stand 1924 Geographie
Ursprünglich lag Brunshausen an der Westseite der Mündung der Schwinge in den früher Binnenelbe genannten Elbarm, dem mehrere Sande vorgelagert waren, die später zum heutigen Stadersand verlandeten. Dieser Elbarm ist heute fast vollständig verlandet. An der Mündung der Schwinge in die Binnenelbe wurde von Tilly im 17. Jahrhundert die Schwinger Schanze, auch Brunshausener Schanze genannt angelegt, von der keine Reste erhalten sind.
Im 19. Jahrhundert wurde Brunshausen zu einem Industriedorf mit einer Glashütte, einer Ziegelei und Wohnhäusern für Arbeiter.Webseite Stolpersteine Stade Nachdem die Brunshausener Glashütte in den 1920er Jahren schloss, verschwand nach und nach die ursprüngliche Bebauung des Ortes. Die Gebäude des DOW-Tagungszentrums „Von-Stemmen-Hof“ sind hiervon die letzten Reste. Im ehemaligen Gemeindegebiet liegt heute außerdem der von der IBB betriebene Industriebahnhof Stade-Brunshausen.Website IBB-Terminal Stade Ein großer Teil des ehemaligen Gemeindegebiets ist durch den ChemCoastpark Stade überbaut.Webseite ChemCoastpark Stade
Geschichte
In Brunshausen gab es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine Elbzollstation, die Standort der sogenannten Elbzollfregatte war. Der Ort gehörte vor den Napoleonischen Kriegen zum Kurfürstentum Hannover. Von 1811 bis 1813 gehörte Brunshausen unmittelbar zu Frankreich und dort zur Mairie (Bürgermeisterei) Bützfleth im Departement der Elbmündung. 1814 kam Brunshausen zum Königreich Hannover und gehörte dort zunächst zum Gräfengericht Kehdingen, dann ab 1852 zu Amt Stade und ab 1859 zum Amt Himmelpforten. 1867 fiel die Gemeinde Brunshausen mit dem gesamten Königreich Hannover an Preußen und seit 1885 gehörte sie zum Kreis Stade. Am 1. November 1924 wurde Brunshausen zusammen mit der Nachbargemeinde Stadersand in die Stadt Stade eingemeindet. In den folgenden Jahrzehnten verschwand die alte Bebauung.
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Quelle 1845 119 1871 234 Volkszählung 1871 1885 528 Volkszählung 1885 1895 559 Volkszählung 1895 1910 688
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Stade) Kategorie:Ort im Landkreis Stade Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Stade) Kategorie:Gemeindeauflösung 1924