mini|Jacob Grimmer und Lucas van Valckenborch (1535–1597) – Winter. Szépművészeti Múzeum, Budapest mini|Jacob Grimmer – Het Kiel bij Antwerpen, 1579. Koninklijk Museum voor Schone Kunsten, Antwerpen Jacob Grimmer (auch Grimer oder Grimmaer; * um 1525/26 in Antwerpen; † vor Mai 1590 oder nach 1592 ebenda) war ein flämischer Maler und Zeichner, der vor allem für seine Landschaftsgemälde bekannt ist.

Leben mini|Jacob Grimmer – Preparations for winter in a panoramic landscape. Ex-Galerie De Jonckheere Jacob Grimmer wurde als Sohn des Kurzwarenhändlers Nicolas Grimmer und seiner Frau Elisabeth Cops in Antwerpen geboren. Im Jahr 1539 begann er seine Ausbildung als Lehrling beim Maler Gabriel Bouwens. Karel van Mander berichtet in seinem 1604 erschienenen Schilder-Boeck (Maler-Buch), dass Grimmer auch bei Mathys Cock und Christian van den Queborn ausgebildet wurde. 1546 trat er der Antwerpener Rhetorikerkammer De Violieren bei, der er laut Van Mander als eifriges Mitglied angehörte und bei deren Theateraufführungen hervortrat. Im Jahr 1547 wurde er als Meister in die Lukasgilde aufgenommen. Am 10. April 1548 heiratete er Lucia van de Wouwer in der Kirche St.-Jacob in Antwerpen. Am 26. März 1550 erwarb er ein Haus in der Paddengracht. Vermutlich befand sich sein Atelier in einem kleinen Haus namens Het Haentje in der Prinsesstraat 24. Im Juni 1566 verkaufte er sein Mobiliar und zog in ein möbliertes Haus in der Gemeinde St.-Jacob in Antwerpen. Jacob Grimmer war Vater der Maler Abraham Grimmer und Abel Grimmer.

Schon zu Lebzeiten genoss er hohes Ansehen. So zählte Giorgio Vasari ihn bereits in der Erstausgabe von 1550 zu den besten Landschaftsmalern seiner Zeit und Lodovico Guicciardini erwähnte ihn 1567 lobend. Noch im 17. Jahrhundert waren seine Werke außerordentlich begehrt und erzielten Preise, die mit denen von Jan Brueghel dem Älteren und Anton van Dyck vergleichbar waren. Pieter Lastman und Rembrandt besaßen Werke von seiner Hand.

Werk mini|Jacob Grimmer – Dorfkirmes. Ex-Dorotheum Jacob Grimmer zählt zu den Pionieren der naturalistischen Landschaftsmalerei in den südlichen Niederlanden. Er brach radikal mit der Tradition der älteren Landschaftsdarstellung als Panorama- oder Weltlandschaft mit hohem Horizont und detailreicher Staffage im Stil eines Joachim Patinir. Anstelle idealisierter Kompositionen rückte er die südniederländische Landschaft mit Dörfern und Bauernhäusern in den Mittelpunkt und bevölkerte sie mit Alltagsszenen der einfachen Landbevölkerung. Ein von Pieter Bruegel d. Ä. in die Malerei eingeführtes Motiv ist dabei das Heimtreiben des Viehs (Julibild, Musée des Beaux-Arts, Nancy). Charakteristisch für Grimmers Bildsprache sind isoliert gereihte, silhouettenartige Bäume vor Himmelspartien mit spärlichen Kronen und einzeln gezeichneten Blättern. Wellenförmige Landschaften werden keilartig komponiert und mit sich durch die Bildgründe schlängelnden Wegen durchzogen, die bisweilen in Wasserläufen ihr Echo finden. Einzelne Bauernhäuser ducken sich in großen Mulden. Herbstliche Jahreszeitenbilder zeigen kahle, reifbeladene Bäume, die auf den Winter verweisen.

Literatur

Edith Greindl: Jacob Grimmer (um 1526–1590). Wien 1972. Renilde de Bertier de Sauvigny: Jacob et Abel Grimmer. Catalogue raisonné. Brüssel 1991. Hans G. Franz: Niederländische Landschaftsmalerei im Zeitalter des Manierismus. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1969. Die flämische Landschaft 1520–1700. Ausstellungskatalog Essen/Wien. Luca Verlag, Lingen 2003. Ekkehard Mai, Hans Vlieghe (Hrsg.): Von Bruegel bis Rubens. Das goldene Jahrhundert der flämischen Malerei.Ausstellungskatalog. Wien/Köln 1993. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 6: Gémignani – Herring. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. De Gruyter, 2009.

Weblinks

Jacob Grimmer im Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie (RKD) ArtUK Jacob Grimmer bei der Web Gallery of Art

Einzelnachweise

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