Die Bahnstrecke Les-Quatre-Routes–Taillebourg war eine 13 km lange Meterspurbahn im ehemaligen Département Charente-Inférieure (heute Département Charente-Maritime) in der Region Nouvelle-Aquitaine in West-Frankreich.
Geschichte Die Meterspurstrecke wurde von der Compagnie des chemins de fer économiques des Charentes (EC, umgangssprachlich Le p’tit Mairat) erbaut und betrieben.
Die 13 km lange Strecke wurde am 14. Februar 1904 in Betrieb genommen und 1925 stillgelegt.Recueil général des lois, décrets et arrêtés… 1905Jean Randé und François Librini: Archéologie ferroviaire (v2): Saint-Porchaire – Taillebourg.
Betrieb mini|hochkant=1.75|Fahrplan, 1914 Der als „Tramway“ bezeichnete Zug verkehrte dreimal täglich hin und zurück, wobei zu bestimmten Anlässen (Messen und Festen) zusätzliche Züge eingesetzt wurden.
Der Zug bestand aus einer dreiachsigen mit Kohle befeuerten Corpet-Louvet-Dampflokomotive sowie einem bis drei Wagen für Fahrgäste. Außerdem gab es ein bis zwei Güterwagen. Maximal waren es bis zu acht Wagen.
Der Zug fuhr mit einer Geschwindigkeit von 15 km/h. Die Fahrt von Taillebourg nach Saint-Porchaire dauerte eine Stunde. Die Fahrt von Saint Porchaire nach Taillebourg 1,30 Francs in der 1. Klasse und 0,90 Francs in der 2. Klasse pro Person ab 10 Jahren. Die Fahrt von Port d’Envaux nach Taillebourg kostete 0,30 Francs in der 1. Klasse und 0,25 Francs in der 2. Klasse. Auf der Strecke hielt der Zug an bis zu sieben Bahnhöfen, Haltepunkten und Bedarfshaltestellen: Les Quatre-Routes, Plassay und La Renardière, Crazannes, Port d’Envaux, Saint-Saturnin und Saint-James.
Ab 1914 gab es nur noch einen Zug pro Tag, dann nach und nach nur noch einen pro Woche und schließlich wurde der Betrieb 1925 endgültig eingestellt, nachdem der Straßenverkehr zunehmend an Bedeutung gewonnen hatte.Mairie de Port d’Envaux: Port-d'Envaux – Du Tortillard au Square de la Gare, 1904–2019.
Streckenverlauf mini|Brücke über die Charente mini|Zerstörte Brücke über die Charente nach der Bombardierung von 1945
Von Saint Porchaire aus verlief die Strecke rechts der RN 137. Der Trassenverlauf ist noch im Anstieg der sogenannten Côte de Fontbruant zu erkennen. Bei Les Quatre Routes, wo die Strecke nach Saintes nach rechts abzweigte, begann die Zweigstrecke nach links in Richtung Taillebourg, vorbei an Plassay, Crazannes und Port d’Envaux.
Die Strecke überquerte die 137 vor der Kreuzung „Quatre routes“, verlief als Straßenbahn links auf der Straße nach Plassay bis kurz vor La Lière und verließ dann die Straße, um links an Plassay vorbeizuführen. Sie folgte erneut der Straße, führte links an La Renardière vorbei und dann rechts an Mellier. Unter der Brücke von Pibot, nur einen Steinwurf vom Schloss Crazannes entfernt, links von L’Ossendière verließ dann die Straße, durchlief einen Bogen, um in die Steinbrüche zu führen und ließ Crazannes links liegen.
Sie führte in der Nähe des Schlosses vorbei, dann hinter den Schlosswäldern an den wichtigsten Kunstbauten von Panloy vorbei (die Trasse ist bis zum Bahnhof Port d’Envaux noch sichtbar). Sie führte weiter nach Saint Saturnin de Séchaud, überquerte die Straße nach La Tonnelle und erreichte die Haltestelle Plassay am südwestlichen Ende der Römerstraße nach Santiago de Compostela.
Das Gleis verlief auf der bereits bestehenden Straße, nachdem sie trotz des Widerstands der Nachbarn über ihre gesamte Länge um etwa einen Meter abgeflacht wurde, um ihren ursprünglichen Verlauf nicht zu ändern. Zu diesem Zeitpunkt wurden die kleinen Zementbrücken über den Bach Bel Air als Ersatz für die Rundbogenbrücken gebaut, von denen nur noch zwei verstopfte Exemplare übrig sind. In ihrer Verlängerung ermöglichte eine Metallbrücke mit Drehfeld die Überquerung der Charente und die Verbindung mit der Hauptstrecke La Rochelle – Saintes am Bahnhof Taillebourg.
Oberbau Der Oberbau der Bahnstrecke bestand aus Schienen mit einem Gewicht von 20 kg pro Meter und einer Länge von 10 Metern. Das Metergewicht betrug nur ein Drittel der vergleichbaren Normalspurbahnen. Die Schienen lagen auf mit Kreosot behandelten Eichenholzschwellen, um ihre Verrottungsbeständigkeit zu verbessern. Kurven mit einem Radius von weniger als 250 m wurden durch enger gesetzte Schwellen verstärkt, um Verformungen zu vermeiden. Die Gleise lagen auf Schotter oder Kies, der in der Region reichlich vorhanden war.
Schienenfahrzeuge Die Corpet-Louvet-Dampflokomotiven hatten ein Leergewicht von 15 Tonnen und bescheidene technischen Daten. Ursprünglich wurden diese Lokomotiven in einer dunkelgrünen Lackierung mit leuchtend gelben Streifen geliefert. Sie waren mit einer Vakuumbremse ausgestattet. Sie verfügten nur über einen Mittelpuffer, was sich gut für Bögen mit kleinem Radius eignete und ein gefahrloses Ankuppeln ermöglichte, da der Zugführer oder Rangierer nicht zwischen die Puffer treten musste. Eine der Lokomotiven trug den Namen Hippolyte und wurde von den Anwohnern und Reisenden mit ihrem Spitznamen „Salut Polyte“ begrüßt.
Die Wagen wurden von der Société de construction de matériel de Douai gebaut. Der Wagenkasten war ohne Fahrgestell 5,85 m lang, und war auf zwei Achsen montiert, die einen Abstand von 2 m hatten, was das Befahren von Bögen mit kleinem Radius ermöglichte, was sie jedoch etwas instabil machte. Der Rahmen bestand aus Eiche und kernholzreichem Kiefernholz. Der Wagenkasten war mit lackierten Teakholzlatten verkleidet, um den Witterungseinflüssen standzuhalten. Die Farbe dieses Lacks wurde Brun Van Dick oder Brun Jeancard genannt und hat sich lange Zeit in der Lackierung der Wagen der 1929 gegründeten Régie départementale des voies ferrées d’intérêt local d’Aunis et de Saintonge gehalten.
Eine Plattform an jedem Ende ermöglichte den Zugang zum Innenraum. Zwei gegenüberliegende Sitzbänke aus Holzlatten in Längsrichtung boten 18 Sitzplätze. Diese Anordnung war für die Betrachtung der Landschaft kaum geeignet, ermöglicht es den Reisenden jedoch, mit ihren Gegenübern ins Gespräch zu kommen. Außerdem konnten etwa fünfzehn Fahrgäste auf den Plattformen und im Gang stehen. Ein Schild aus emailliertem Blech forderte sie auf, sich nicht auf die Ketten oder auf das Geländer der Plattformen zu setzen.
Die Beleuchtung erfolgte tagsüber durch vier kleine Fenster auf jeder Seite und abends durch zwei diagonal angebrachte Petroleumlampen. Es gab keine Toiletten und normalerweise keine Heizung. Diese Wagen waren mit einer Vakuumbremse ausgestattet, die über eine Rohr und Schlauchleitung mit dem Führerstand der Lokomotive verbunden. Sie waren zudem mit einer Handbremse ausgestattet, die über eine horizontale Kurbel auf einer der Plattformen betätigt wurde.
Die gemischten Wagen der 1. und 2. Klasse unterscheiden sich lediglich durch das Vorhandensein einer Querwand. Das Abteil der 2. Klasse bot acht Plätze auf Holzbänken, während sechs Reisende der 1. Klasse über zwei bequeme gepolsterte Bänke verfügten. Zum Fuhrpark gehören außerdem gedeckte Güterwagen, Kipploren, Hochbordwagen und Flachwagen mit niedrigen Bordwänden.
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Erbaut 1904