Die Harpadontidae sind eine Familie kleiner bis mittelgroßer Raubfische aus der Ordnung der Eidechsenfischartigen (Aulopiformes), die im tropischen und subtropischen Indopazifik vorkommt.

Aussehen Die Arten der Harpadontidae sind kleine bis mittelgroße Fische mit schlankem, länglichem Körperbau. Sie erreichen eine Länge von 9 bis 70 Zentimeter. Der Kopf ist abgeflacht, das schräg stehende Maul ist groß und mit vielen feinen sehr spitzen Zähnen besetzt. Die Maxillare ist reduziert oder sehr schlank. Am Gaumen befinden sich zwei Zahnbänder. Die seitlich gerichteten Augen sind klein bis mittelgroß. Am vorderen und hinteren Augenrand befindet sich ein Fettlid. Die Rückenflosse befindet sich etwa in der Mitte des Rückens. Ihre erste beiden Strahlen sind unverzweigt. Eine Fettflosse ist in der Regel vorhanden. Sie befindet sich über der Basis der Afterflosse. Die Bauchflossen werden von neun Flossenstrahlen gestützt, wobei die inneren Strahlen gleich lang sind wie die äußeren. Die Schuppen entlang der Seitenlinie sind nicht vergrößert. Die Anzahl der als Zahnplatten ausgebildeten Kiemenrechen beträgt 8 bis 26.

Bei den Arten der Gattung Saurida sind die Schwanzflossenstrahlen beschuppt. Bei der Gattung Harpadon ist das Maul sehr groß, die Maxillare ist aber relativ kurz. Abgesehen von einigen Bereichen der hinteren Rumpfhälfte und den Schuppen entlang der Seitenlinie sind sie unbeschuppt.

Lebensraum und Lebensweise Die Arten der Harpadontidae sind Raubfische, die sich von kleinen Fischen, Krebstieren und anderen wirbellosen Tieren ernähren. Die Saurida-Arten sind Lauerjäger, die im Sandboden eingegraben auf ihre Beute warten. Die Harpadon-Arten sind sekundär pelagisch. Teilweise suchen sie auch das Brackwasser auf.

Systematik Das Taxon wurde im Jahr 1875 als Phalanx (≈ Tribus) Harpadontini durch den niederländischen Ichthyologen Pieter Bleeker eingeführt. Familienrang bekam die Gruppe erstmals im Jahr 1968 durch den kanadischen Biologen Donald Evan McAllister. Von späteren Autoren wurde das Taxon als Unterfamilie (Harpadontinae) der Eidechsenfische (Synodontidae) oder als eigenständige Familie (Harpadontidae) angesehen. In einer 2026 publizierten Arbeit über die Evolution der Eidechsenfische wurde schließlich nachgewiesen, dass die Harpadontidae und die Synodontidae völlig unterschiedliche Positionen im Stammbaum der Eidechsenfischartigen (Aulopiformes) einnehmen. Die Synodontidae trennten sich schon im Jura vor mehr als 135 Millionen Jahren von der Evolutionslinie, die zu den anderen Familien der Eidechsenfischartigen führte, und sind damit die basale Schwestergruppe einer von allen anderen Familien der Eidechsenfischartigen gebildeten Klade. Sie werden deshalb in eine monotypische Unterordnung Synodontoidei gestellt. Die Harpadontidae dagegen entwickelten sich erst während des Eozäns und bilden zusammen mit den Flaggenflossern (Aulopidae) und den Pseudotrichonotidae die Unterordnung Aulopoidei.

Gattungen und Arten mini|Harpadon nehereus mini|Saurida elongata mini|Saurida macrolepis mini|Saurida undosquamis

Es gibt zwei Gattungen und über 30 Arten: Gattung Harpadon Harpadon erythraeus Klausewitz, 1983 Harpadon microchir Günther, 1878 Harpadon mortenseni Hardenberg, 1933 Harpadon nehereus (Hamilton, 1822) Harpadon nudus Ganga & Thomas, 2015 Harpadon squamosus (Alcock, 1891) Harpadon translucens Saville-Kent, 1889 Gattung Saurida Saurida argentea Macleay, 1881 Saurida brasiliensis Norman, 1935 Saurida caribbaea Breder, 1927 Saurida elongata (Temminck & Schlegel, 1846) Saurida filamentosa Ogilby, 1910 Saurida flamma Waples, 1982 Saurida gracilis (Quoy & Gaimard, 1824) Saurida grandisquamis Günther, 1864 Saurida isarankurai Shindo & Yamada, 1972 Saurida lessepsianus Russell et al., 2015 Saurida longimanus Norman, 1939 Saurida microlepis Wu & Wang, 1931 Saurida micropectoralis Shindo & Yamada, 1972 Saurida nebulosa Valenciennes, 1850 Saurida normani Longley, 1935 Saurida pseudotumbil Dutt & Sagar, 1981 Saurida suspicio Breder, 1927 Saurida tumbil (Bloch, 1795) Saurida tweddlei Russell, 2015 Saurida umeyoshii Inoue & Nakabo, 2006. Saurida undosquamis (Richardson, 1848) Saurida wanieso Shindo & Yamada, 1972

Nutzung Die Arten der Gattung Harpadon werden kommerziell befischt. Als Speisefische sind sie auch unter der englischen Bezeichnung „Bombay ducks“ bekannt.

Einzelnachweise D.E. McAllister (1968): The evolution of branchiostegals and associated opercular, gular, and hyoid bones and the classification of teleostome fishes, living and fossil Biological Series Nr. 77, Bulletin National Museum of Canada, 221, S. 1–239. Pieter Bleeker (1875): Atlas ichthyologique des Indes Orientales Néêrlandaises, publiés sous les auspices du Gouvernement colonial néêrlandais. Tome VI. Pleuronectes, Scombrésoces, Clupées, Clupésoces, Chauliodontes, Saurides. S. 141–170 (April 1875) Kurt Fiedler: Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band II, Teil 2: Fische. Gustav Fischer Verlag Jena, 1991, ISBN 3-334-00339-6. S. 299 u. 304. Joseph S. Nelson: Terry C. Grande, Mark V. H. Wilson: Fishes of the World. John Wiley & Sons, 2016, ISBN 978-1118342336. S. 268. Shih-Yu Wang, Hsin Lee, Barry C Russell, Wei-Jen Chen: Beyond the sandy bottom: evolutionary and taxonomic insights into lizardfishes (Teleostei: Aulopiformes). PeerJ, März 2026, doi: 10.7717/peerj.20735

Kategorie:Eidechsenfischartige Kategorie:Aulopiformes