Die Sierra-Madre-Taschenratte (Thomomys sheldoni) ist ein in Mexiko endemisches Nagetier in der Familie der Taschenratten. Die Population wurde bis zum Jahr 2013 als Synonym in die Zwergtaschenratte (Thomomys umbrinus) eingeordnet. Wie diese zählt sie zur Untergattung Megascapheus, die zeitweilig den Status einer Gattung hatte. Das Typusexemplar wurde im Umfeld des Ortes Santa Teresa im Bundesstaat Nayarit gefunden.

Unterarten und Verbreitung Es werden zwei Unterarten unterschieden: T. s. sheldoni, im Nordosten von Nayarit, im Westen von Durango und im westlichen Zacatecas. T. s. chihuahuae, in nördlichen und zentralen Bereichen des Bundesstaates Chihuahua.

Merkmale Diese mittelgroße Taschenratte erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 120 bis 180 mm, eine Schwanzlänge von 55 bis 80 mm und ein Gewicht von 75 bis 130 g. Die Hinterfüße sind 23 bis 30 mm lang und Männchen sind etwas größer als Weibchen. Wie bei allen Familienmitgliedern sind ein tonnenförmiger Körper und innen mit Fell besetzte Backentaschen vorhanden. Ein dunklerer Aalstrich im dunkelbraunen und recht dichtem Fell der Oberseite ist schwer erkennbar. Die Unterseite trägt gelbbraunes Fell dessen Haarspitzen golden glänzen können. Von den paarig angeordneten Zitzen der Weibchen liegen zwei auf der Brust und vier im Leistenbereich. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 76 Chromosomen (2n=76). Bei der Zwergtaschenratte ist der Wert 2n=78. Bei dieser Art ist der Schädel im Verhältnis zu anderen Skelettteilen breiter und länger als bei Thomomys umbrinus.

Lebensweise Alle Populationen leben im Gebirge Sierra Madre Occidental, jedoch besteht eine breitere geografische Trennung zwischen den Unterarten. Das Tier hält sich allgemein über 2000 Meter Höhe auf. Es bewohnt Landschaften mit lockerer Erde, die von offenen Wäldern mit Eichen und Kiefern bedeckt sind.

Wie bei anderen Gattungsvertretern scheint die Nahrung aus Wurzeln und Knollen zu bestehen, die mit wenigen oberirdischen Pflanzenteilen komplettiert wird. Der typische Bau solcher Taschenratten hat mehrere Gänge dicht unter der Oberfläche zur Nahrungsbeschaffung und ein tieferes Netzwerk, das Nistkammern, Vorratskammern und Latrinen enthält. Laut den wenigen durchgeführten Studien kann die Sierra-Madre-Taschenratte zu allen Tageszeiten aktiv sein und sie hält keinen Winterschlaf. Meist kommt eine leichte Steigerung der Aktivität um die Abend- und Morgendämmerung vor. Außerhalb der Paarungszeit verbleibt jedes Exemplar in seinem Bau und es ist aggressiv gegen Eindringlinge. Ein komplexer Bau ähnlich großer Taschenratten ist 30 bis 80 m² groß.

Vermutlich kommen bei Weibchen ein bis zwei Würfe pro Jahr vor und jeder Wurf enthält 3 bis 6 Neugeborene.

Gefährdung Dieses Tier ist in geeigneten Habitaten nicht selten. Die IUCN hat noch keinen Gefährdungsstatus für diese Art bestimmt.

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Einzelnachweise

Kategorie:Taschenratten Kategorie:Endemisches Säugetier Mexikos